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    StartTechnikStudioMusik produzieren oder „producing“ – was genau ist das eigentlich?

    Musik produzieren oder „producing“ – was genau ist das eigentlich?

    © IMG Stageline

    Ihr wollt mit Euren eigenen Songs groß rauskommen und irgendwann mal DAS Erfolgsalbum unter die Leute bringen? Dann solltet Ihr bis zum Major Deal wissen, wie Ihr eure Musik selbst produziert. Denn auch Rockgrößen werden nicht als solche geboren – sie müssen in der Regel jahrelang „Klinken putzen“, kleinste Clubs und Festivals bespielen, Probeaufnahmen und Demos machen. Dabei läuft vieles DIY – es schadet also nicht, wenn Ihr was versteht von all der Technik, die ihr nutzt.

    Was Producing mit euren Songs zu tun hat – mit Praxistipps

    Solange Ihr noch keine Crew beschäftigt, macht Ihr das meiste selbst: Ihr tourt mit Eurem Equipment im eigenen Pkw von Gig zu Gig. Und Ihr nehmt, wenn die großen Gagen bisher ausgeblieben sind, in kleinen, selbst eingerichteten Wohnzimmer- oder Kellerstudios (stilecht mit Eierpappen-Wandverkleidung) Eure Demos auf.

    Anschließend verkauft Ihr sie am eigenen Merchandise-Stand oder schickt sie an Plattenbosse – in der Hoffnung, dass die in Euch die große Newcomer-Sensation des Jahres sehen. Für die Aufnahmen macht Ihr das Set-up also selbst, nehmt die Instrumente und den Gesang auf, mixt, schneidet, kurz:

    Ihr produziert euren eigenen Sound – eure Recording-DNA!

    Könnt Ihr jetzt so mittelmäßig machen – oder ihr macht es richtig gut! Dazu haben wir Euch in diesem Artikel ein paar grundlegende Basics zusammengestellt.

    Musik produzieren versus Producing – worüber reden wir?

    Eine Karriere im Musikbusiness hängt von Kreativität und (musikalischem) Können ab, mindestens aber genauso von der Selbstdisziplin und dem Fleiß. Wenn es darum geht, Euch nach oben zu spielen, wenn ihr Euren ersten großen Plattenvertrag im Visier habt, müsst Ihr Euch abheben von der Masse all der anderen Bands.

    Die machen auch geile Mucke und sind mindestens genauso hungrig nach Erfolg wie Ihr – hier kann ein gutes Producing den Unterschied machen. Das Endprodukt, Euer Song, durchläuft von der ersten Idee bis zum fertigen, hörbaren Track eine Reihe an Stationen, die wir euch jetzt genauer zeigen.

    Mit der richtigen DAW und Leidenschaft produziert Ihr von zuhause aus

    Auch wenn früher vieles anders war, hängt in den 20er-Jahren dieses Jahrhunderts bei der Musik stark von einer unverwechselbaren Authentizität und Individualität ab. Mit der Technik lässt sich im Studio zwar viel ausbügeln, aber wer keine Akkordfolge zustande bekommt oder als Sängerin partout die Töne nicht trifft, wird es schwer haben auf dem Weg nach ganz oben. Andererseits ist die Bearbeitung von Sound im Studio auch eine Kunst für sich, so ist eine DAW gar ein eigenes Instrument.

    Seit einigen Jahren schon gibt es die Möglichkeit, eine High-End-Aufnahme auf die Beine zu stellen, ohne die Unterstützung professioneller Tontechniker in sündhaft teuren Studios zu buchen – einfach per heimischem PC (plus natürlich ein klein wenig zusätzlichem Equipment). Was ihr an nötiger Hard- und Software braucht, um auch zu Hause professionelle Ergebnisse zu erzielen, in den folgenden Abschnitten zur nötigen Software weiter unten …

    By the way: Was bedeutet eigentlich “Producing”?

    Der Begriff „Producing“ hat verschiedene Definitionen. Es ist zuallererst der technische Vorgang im Studio, wenn ein Produzent  Euren Song arrangiert, schneidet, mastert usw. Im musikalischen Bereich von Hip-Hop, House oder Electro Dance Music heißt „Producing“ die Beats selber zu kreieren.

    Auch bei den Ausführenden kann es zu Verwirrungen mit der Bezeichnung kommen. Der Produzent  kann der von Euch oder vom Management engagierte Macher  im großen Tonstudio sein, meist zusätzlich zum Audio Engineer. Also ein professioneller Musikproduzent der …

    • seinen künstlerischen Rat zum Material abgibt,
    • die Aufnahme-Session koordiniert und organisiert,
    • auch kreativen Input gibt.

    Heißt also, jeder Anwender, der mit Hilfe seines Computers elektronische Beats sowie Musik in Heimarbeit zusammenbastelt, ist sein eigener Produzent. In eigener Sache und mit weniger Technik und Budget, klar. Kurz gesagt: Es gibt keine so genaue Abgrenzung …

    Die 5 Phasen beim produzieren von Musik

    Zur Musikproduktion gehören denn auch eine Vielzahl an Schritten. Doch keine Angst: ist nicht kompliziert. Einfach mal loslegen, die heutige mittlerweile auch erschwingliche Technik macht es euch so leicht wie bisher nicht.

    Doch Musik zu produzieren ist etwas mehr als nur das finale Abmischen und Auf-Platte-Pressen. Es reicht vom ersten kreativen Geklimper auf dem Klavier beim Songwriting bis zum finalen Mastering.

    Inspiration vor Handwerk: ohne Kreativität gibt es nix zu produzieren

    Bevor Ihr produziert, kommt erst mal das Erschaffen eines Songs. Dieser kreative Prozess läuft bei jedem Musiker anders ab: Euch kommt die Inspiration vielleicht unmittelbar, wenn Ihr Euch ans Klavier setzt oder Ihr Euch die Gitarre schnappt …

    Very Emotional: American Jazzsinger / © SeppH für Pixabay

    Andere schreiben Songs am liebsten an ausgefallenen, wechselnden Orten. Hat euch gestern im Café die Eingebung für eine eingängige Melodie überfallen, ergeben sich manchmal mitten in der S-Bahn die perfekten Lyrics für den Refrain? Prima, erst mal grob als Entwurf skizzieren. Richtig ausarbeiten könnt ihr das später. Und solltet ihr auch mal Schreibblockaden haben, findet ihr hier ein paar gute Kreativtechniken . Doch nun zu den

    Fünf Phasen des Producings

    1. Pre-Produktion

    Studiozeit ist teuer. Wenn Ihr im eigenen Proberaum  Eure Musik aufnehmt, geht das nicht ins Geld, kostet aber Zeit. Ihr solltet Euch also vorher über einige gestalterische Fragen klar sein. Diese Phase heißt auch Pre-Production oder Vorproduktion. Hier klärt Ihr Fragen wie:

    • Wie soll die Rhythmusgitarre klingen?
    • Wo sind die Parts der Leadgitarre?
    • Ist der Gesang ein- oder mehrstimmig angelegt?
    • Soll sich das Schlagzeug den Riffs angleichen oder umgekehrt?

    Die erste Aufnahme im Proberaum kann Euch dabei helfen, den Song so zu hören, wie es Eure Fans tun. Es wird sich für Euch auszahlen, wenn Ihr solch wichtige Dinge bereits klärt, bevor Ihr aufnehmt.

    2. Recording

    Auf diesen Moment habt Ihr hingearbeitet. Jetzt geht’s los mit der Aufnahme. Steht Euch im Studio ein Tontechniker zur Verfügung, dann hat der vielleicht als objektiver Berater noch ein paar Ideen und Tipps der Verbesserung für Eure Aufnahme.

    Wie könnt Ihr die Stimmung mit Effekten noch verstärken, an welchen Stellen kommt das weniger gut, wann isses besser – Etablierte Bands beschäftigen einen Produzenten: Der wird in die kreative Entwicklung eines Songs mit einbezogen, wirkt an der Vorproduktion mit und achtet im Studio darauf, dass Ihr mit Eurem Material alle Möglichkeiten ausschöpft.

    Macht Ihr als Band alles allein? Auch gut. Doch achtet darauf, dass Ihr mit Euren Kreationen nicht zu emotional umgeht: Wenn ein Track einfach nicht zum Stil der restlichen Aufnahme passt, dann lasst ihn weg. Doch natürlich hebt Ihr den Song auf, denn seine Zeit kommt vielleicht noch.

    3. Editing

    Da es keine perfekte Aufnahme gibt, spielt Ihr in der Regel mehrere Takes ein. Beim Schneiden sucht Ihr die besten heraus und entfernt Störgeräusche wie Rauschen oder unerwünschte Atmer Eures Sängers.

    Hier stellt Ihr eine perfekte Spur aus eventuell mehreren Aufnahmen zusammen. Dafür muss das Timing stimmen. Für diesen zeitaufwendigen Produktionsschritt braucht Ihr den Überblick und die nötige Distanz zum Material. Daher kann es sinnvoll sein, dass ein neutraler Techniker Euren Rohmix editiert.

    Alternative: Lasst den Mix mindestens mal ein paar Tage liegen.

    4. Mixing

    Eure Instrumente nehmt Ihr am besten einzeln auf, denn das verbessert die Qualität deutlich. So entstehen nach und nach die einzelnen Spuren für Gitarre, Bass, Schlagzeug und die anderen Instrumente, die noch in Eurer Band vertreten sind. Eure Leadstimme nicht zu vergessen.

    Beim Mixen/Abmischen  werden nun die ganzen Tonspuren so zusammengemischt, dass diese Einzelteile perfekt zueinander passen. Soll die E-Gitarre besonders im Vordergrund stehen? Wie kriegt man es hin, dass die charakteristische Bass-Line im Track durch klingt, ohne dabei alles zu übertönen?

    Auf jeden Fall müssen Eure Vocals immer gut zu hören sein: Die Stimme Eures Leadsängers und der Text des Refrains sollen Euren Fans doch im Gedächtnis bleiben. In diesem Schritt könnt Ihr mit noch zusätzlichen Effekten auf einzelnen Spuren arbeiten.

    Sänger bei der Vocalaufnahme / © Dmitry Demidov für Pexels

    5. Mastering

    Das Mastering  ist der letzte Eingriff in Euer Material, um es auf die richtige Qualität und Lautstärke zu bringen sowie kleinere Änderungen mit dem Equalizer durchzuführen.

    Hier erfolgt der letzte Schliff, die abschließende Qualitätsprüfung. Spielt Ihr mehrere Songs für eine EP oder sogar ein ganzes Album ein, werden hier alle Songs in ihrer Lautstärke aneinander angeglichen (normalisiert ), und allen Spuren wird ein konsistenter Klang verliehen. Die klanglichen Elemente werden in einer Stereo-Mischung ausbalanciert und die Wiedergabe über alle Systeme und Medienformate hinweg optimiert. Bei dieser Veredelung entsteht die “Politur” des Gesamt(kunst)werks.

    Grosse Studios und deren Technik sind für den Anfang gar nicht nötig …

    Klar, im professionellen Tonstudio laufen dieselben Prozesse ab wie beim Homerecording, nur eben mit ausgefeilterer Technik und mit Profis, die tagtäglich nichts anderes machen.

    Und das ist kostspielig, allerdings bekommt Ihr auch was fürs Geld: Sound Engineers  holen das Beste (und alles darüber hinaus) aus Eurem Sound heraus. Sie haben jahrelange Erfahrung damit, kleine Unebenheiten in der Stimme zu entdecken und zu verstecken oder die Gitarrenriffs in den Vordergrund zu platzieren, Effekte sinnvoll einzusetzen usw.

    Doch so fängt kaum eine Band an. Am Anfang eurer Karriere überzeugt Ihr mit Eurem roughem, semiprofessionell geglättetem Material. Es muss authentisch klingen und euer Potenzial erkennen lassen. Die großen Tonstudios kommen dann ins Spiel, wenn ihr einen Plattenvertrag mit einem Produzenten habt oder ein Label Euch unter Vertrag nimmt. Dann nimmt die Sache Fahrt auf und wird Schritt für Schritt professioneller.

    Homerecording und -producing sind heute ohne große Vorkenntnisse oder teures Equipment möglich – jeder kann auch als Quereinsteiger zum Produzenten seiner eigenen Musik werden.

    Dieses Equipment braucht Ihr für´s produzieren

    Schon mal von Billie Eilish gehört? Die 2001 geborene amerikanische Singer-Songwriterin hatten ihren großen Durchbruch 2019: Ihr Album „When We All Fall Asleep, Where Do We Go?“ erhielt sechs Grammys – in allen wichtigen Kategorien, darunter „Bestes Album“ und „Bester Song“ : Und das als absolut unbekannte Newcomerin, die – Achtung, aufgepasst! – ihre Songs im Sitzen auf ihrem Bett aufgenommen hat und von ihrem Bruder am heimischen Computer produzieren ließ.

    Der hat dafür ebenfalls zwei Grammys bekommen – erfolgreiches Geschwisterduo! Sicherlich keine alltägliche Karriere, die aber zeigt: Es braucht nicht die großen Studios, um erfolgreich zu sein – im Homerecording könnt Ihr mit Kreativität, Hingabe und einer Menge Fleiß Ähnliches erreichen.

    Die Handhabung von technischem Gerät / © IMG Stageline

    Aber natürlich gehört schon ein bisschen was an Equipment dazu. Um mit dem Produzieren für eure Band loszulegen, müsst Ihr euch nicht verschulden, aber eine Grundausstattung muss schon sein:

    • Audio-Interface
    • Software
    • Studiomikrofon
    • Kopfhörer
    • Kabel

    Das bekommt Ihr schon ab 300 Euro. Studio-Monitore sind allerdings noch nicht dabei. Teureres Equipment macht eure Musik nicht gleich besser: Das, was rüberkommen soll, bekommt man auch auf kleinstem Raum und mit einer Minimalausstattung hin. Siehe Billie Eilish.

    Kopfhörer und Studiomikrofon / © Jessica Lewis für Pexels

    Diese 5 Equipment-Elemente braucht ihr fürs Homerecording

    1. Computer

    Als Hauptarbeitsgerät und Schaltzentrale laufen in Eurem Computer alle analogen und digitalen Komponenten zusammen. Er sollte genügend Arbeitsspeicher und einen schnellen Prozessor verbaut haben, sodass er mit Audiospuren zurechtkommt. Am besten also kein zehn Jahre altes Gerät, das schlimmstenfalls auch noch störende Geräusche produziert. Ihr braucht als wichtigste Software eine DAW-Software : Mit dieser Digital Audio Workstation habt Ihr euer eigenes kleines Tonstudio im heimischen PC.

    2. Audio-Interface

    Mit einem Audio Interface  habt Ihr Euer eigenes „Mini-Mischpult“, an das alle Instrumente und Mikrofone angeschlossen werden. Ein Audio Interface dient als Schnittstelle und wandelt analoge Signale in ein digitales Format um, das Ihr dann im Computer bearbeiten könnt.

    Es gibt durchaus auch teurere Geräte, doch ein Interface, dass alles das leistet was Ihr braucht, ist beispielsweise ein Behringer Audio-Interface  für 76,- €.

    Audio-Interface von Behringer / © Thomann

    Audio Interfaces verfügen über mindestens einen Mic-Preamp mit 48 V Phantomspeisung und einen Instrumenteneingang. Damit könnt Ihr Stimmen oder Instrumente mikrofonieren  und aufnehmen. Mit dem Instrument-Input (D.I.) könnt Ihr direkt eure Gitarre oder den Bass in die Software einspielen. Vertraut nicht auf die On-board-Soundkarte eures Rechners, denn:

    • Die Klangqualität mit einem Interface ist weitaus besser.
    • Integrierte Soundkarten haben in der Regel keinen richtigen Mikrofonvorverstärker.
    • Das latenzfreie, also verzögerungsfreie Abhören eures Eingangssignals ist nur mit externen Audio Interfaces möglich.

    Achtet beim Kauf darauf, dass das Interface die Eingänge besitzt, die Ihr zur Tonaufnahme und Produktion benötigt: Wie viele Schallquellen, also unterschiedliche Instrumente plus Stimmen, wollt Ihr für Eure Produktion aufnehmen?

    Bei IMG Stagline könnt Ihr ebenfalls fündig werden – sie haben zwei kompakte USB-Recording-Interfaces im Sortiment: das MX-1IO  und das MX-2IO .

    3. Monitorboxen/Nahfeldmonitore

    Lautsprecher braucht Ihr unbedingt, sonst könnt Ihr ja weder den laufenden Produktionsprozess noch das fertige Ergebnis checken. Professionelle Toningenieure nutzen in Studios spezielle Monitore, um ein lineares Klangbild zu erzeugen. Nahfeldmonitore  sind besondere Lautsprecher, die sauber, klar und flach klingen. Sie lassen Musik nicht besser klingen, sondern zeigen einen neutralen Klang. Damit offenbaren sie alle kleinen Fehler und Ungenauigkeiten, die Ihr beim Mixen bereinigen könnt.

    Die sind für Euch am Anfang kein unbedingtes „Must-have“. Aber wenn Ihr Geld erübrigen könnt, lohnt sich das. Es reicht auch erst einmal das Abhören auf der heimischen Stereoanlage ohne gesonderte Studiomonitore. Hier müsst Ihr Euch aber darauf einstellen, dass die Stereoanlage Euer Ergebnis geschönt und damit unkritisch präsentiert.

    4. Mikrofon

    Wollt Ihr als Band Eure Instrumente und die Stimme Eurer Sängerin aufnehmen, braucht ihr dafür Mikrofone. Diese sollten unbedingt auf Stativen montiert sein, um störende Geräusche auszuschließen.

    Es gibt eine große Bandbreite an Mikrofonarten, die sich von ihren Einsatzgebieten her unterscheiden. Für Aufnahmen eignen sich am ehesten Kondensatormikrofone  , die einen klareren Klang abnehmen und mehr Details einfangen als dynamische Mikrofone . Denn die werden in der Regel live verwendet.

    5. Kopfhörer (optional)

    Bei knappem Budget oder wenn ihr im Homestudio nicht so voll aufdrehen könnt, wie ihr wollt, sind Kopfhörer  eine Option für Mixing und Mastering. Manche Produzenten können mit ihnen gar nichts anfangen, andere erzielen gute Ergebnisse. Eine reine Geschmacksfrage!

    Spätestens seit Billie Eilishs Erfolg nehmen das Stichwort „Bedroom Producing“ und die damit verbundene örtliche Ungebundenheit im modernen Produktionsprozess einen immer höheren Stellenwert ein und öffnen Tür und Tor für (auch hochpreisige) Kopfhörer als sinnvolles Equipment für zu Hause. Manche Hersteller haben extra für das Produzieren gedachte Kopfhörer im Sortiment, mit denen ihr sämtliche Feinheiten heraushört.

    Diese Software braucht Ihr fürs Homerecording

    1. DAW (Digital Audio Workstation)

    Die DAW ist das „Herzstück“ des eigenen digitalen Studios am heimischen PC. Seit vielen Jahren gibt es da eine Vielzahl an Programmen, die gerade für die Fortgeschrittenen und Profis unter Euch alles zur Verfügung stellen, was Ihr braucht. Doch auch Einsteiger können jetzt selbst

    • aufnehmen
    • schneiden und mischen
    • mehrere Spuren zusammenführen
    • Eure Tracks mit Effekten versehen
    • und im abschließenden Mastering den letzten Feinschliff geben

    Ursprünglich waren DAWs zur Aufnahme und Bearbeitung in Tonstudios gedacht. Doch mittlerweile ist die Bearbeitung mit solchen Softwares ziemlich einfach geworden und es gibt zahlreiche Tutorials dazu im Internet. So sind sie auch für Einsteiger zu Hause zu umfangreichen All-in-One-Lösungen geworden. Die übliche Ausstattung mit Effekten, Sound-Librarys oder Amp-Simulationen sind für die meisten Projekte mehr als ausreichend.

    © IMG Stageline

    Beispiele für umfangreiche und benutzerfreundliche DAWs

    Ableton Live Standard  , Steinberg Cubase Elements  oder Presonus Studio One  . Für die Apple-User unter Euch: GarageBand  . Diese DAWs bieten Euch unter anderem:

    • Sessionansicht mit Clips und Clip-Automation und klassische Spuransicht
    • Dynamische Tempo-Anpassung automatisch an eingehendes Audiosignal
    • Pattern-/Step-Sequenzer für intuitive Drum- und Melodie-Programmierung
    • Arranger-Spur
    • Spurübergreifendes Comping und editierbare Ordnerspuren
    • Transientenerkennung mit editierbaren Markern
    • Warping und Time-Stretching in Echtzeit
    • Groove-Extraktion per Drag-and-Drop
    • Eventbasierte Effekte

    2. PlugIns, Samples (optional)

    PlugIns sind virtuelle Instrumente und Effekte. Mit PlugIns lässt Du in Deinem Mix Töne und Texturen entstehen. Alle DAWs beinhalten ein umfassendes Plug-in-Set, doch zusätzlich gibt es eine schier unbegrenzte Anzahl im Netz – einige davon sind kostenlos. Stellt Euch für Eure Produktionen eigene Plug-in-Sets zusammen, wenn die DAW-eigenen nicht ausreichen.

    Samples sind Tonschnipsel, die Ihr für Eure Tracks nutzen könnt. Diese Puzzleteile werden nicht nur in der elektronischen Musik verwendet, sondern kommen in vielen Musikstilen zum Einsatz: Von individuellen Drum Hits über kurze Instrumentalmelodien bis hin zu kompletten Spuren oder rhythmischen Loops können Samples praktisch alles sein. Im Rap ist das eine lang gehegte Tradition.

    Zum Thema Sampling ist vor kurzem auch ein interessanter Beitrag hier auf StageAID erschienen: “Was ist eigentlich – ein Granular-Synthesizer? “  – unbedingt lesen!

    Hinter einem Track steckt also nicht nur der kreative Geist und das individuelle Können der Musiker. Der aus Noten, Akkorden und Vocals entwickelte und gemischte Sound ist maßgeblich auch mit das Ergebnis des Producers. Doch jetzt zu den

    4 beste Tipps zum Einstieg in Eure eigene Musikproduktion

    1. Gebt, gerade am Anfang, nicht zu viel Geld aus

    Klingt schon irgendwie banal, oder? Wir meinen damit, dass Ihr zuallererst Euren eigentlichen Bedarf an Equipment feststellen solltet. Was sind Must-haves? Dann folgt die sinnvolle Reihenfolge für den Kauf. Manches muss gar nicht sein, wenn Ihr zu Hause loslegen wollt. Da muss ja nicht in jedem Fall ein Grammy-ausgezeichnetes Werk bei rauskommen.

    Was braucht Ihr sofort und unbedingt, was kann später dazukommen, was braucht Ihr gar nicht? Was Ihr braucht sind auf jeden Fall diese oben bereits erwähnten Bausteine:

    • Computer und Software
    • Audio-Interface
    • Software
    • Studiomikrofon
    • Kopfhörer
    • Kabel

    2. Nutzt kostenlose Tools und Features

    Auch mit kostenlosen DAWs könnt Ihr eure Tracks produzieren. Es gibt Komplettversionen, die vollen Funktionsumfang haben. Ihr könnt mit ihnen professionell produzieren und auch als relativer Laie mit ein wenig Übung Euer (hoffentlich wegweisendes) Demo aufnehmen. Versucht es doch zum Beispiel mit tracktions Waveform 7  , das als kostenloser Download bereitsteht.

    3. Egal, wo: Beachtet im Homerecording die Raumakustik

    Eine gute Raumakustik macht Eure gesamte Produktion erfolgreicher. Habt Ihr einen eigenen Raum, den Ihr umgestalten könnt? Super, dann sorgt doch dafür, dass man Euch außerhalb davon möglichst wenig hört und dass Ihr innerhalb des Raumes nur das hört, was Ihr auch hören wollt. Also keine störenden Echos oder Hall.

    Ja, Eierkartons wurden früher viel benutzt. Aber wirklich etwas gebracht haben die noch nie. Grobe Klangsünden lassen sich auch mit nicht allzu teuren Lösungen beseitigen: Schon für wenig Geld sorgen Raumakustikpanels, die Schallwellen und Echos auffangen, für ein ruhigeres Klangbild.

    Und ebenso einfach wie wichtig: Positioniert Mikrofon und Lautsprecher richtig im Raum. Denn jeder Klang verändert sich je nach Raumposition und Ausrichtung zur Schallquelle stark. Habt Ihr kahle und gekachelte Wände wie in Bad oder Küche, sorgt das für unerwünschte Schallreflektionen. Teppich und Stoffe allgemein schlucken den Schall, was Ihr später positiv bei eurer Aufnahme merkt.

    Meidet ein zu nahes Arbeiten an Wänden oder glatten Oberflächen, weil es dort ebenfalls zu Reflektionen kommt. Oftmals bieten sich Aufnahmepositionen in der Raummitte an, wenn Euer Mikrofon in Richtung offener Raum aufgebaut ist.

    In unserem StageAID-Artikel “Wenn es im Keller knallt und scheppert … “ hat Florian Fochs in einem großen 5-teiligen DIY-Workshop dargestellt, wie Ihr einen richtig guten Proberaum baut.

    4. Lernt mit YouTube-Tutorials, von Profis und vor allem durch Ausprobieren

    Auf YouTube gibt es eine Menge Tutorials und Einsteigerkurse, die euch in Sachen Musik produzieren das nötige KnowHow vermitteln. So könnt Ihr fürs Homerecording einiges an Technik kennenlernen und Euch Tipps für den Kauf von Equipment holen.

    Wenn Ihr die Gelegenheit habt: Schaut professionellen Tontechnikern und Produzenten an ihrem Arbeitsplatz, dem Tonstudio, über die Schultern. wenn Regler werden wann gezogen, welche Knöpfe werden gedrückt …

    Natürlich ersetzen beide nicht das schlichte Ausprobieren und das Learning by doing: Investiert die Zeit, um Euch mit allen Phasen des Produzierens und der nötigen Hardware und Software vertraut zu machen.

    Dieser Artikel wurde das erste Mal am 22.07.2021 auf img-stageline.de/magazin veröffentlicht.

    Bjoern Westphal
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