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Donnerstag, August 13, 2020
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    Multitrack Recording & Virtual Soundcheck

    Chris Hinz ist der Ökonom unter unseren Autoren. Er entwickelt die besten Strategien, immer wenn es gilt, möglichst gute Ergebnisse auf dem effektivsten Weg zu erzielen. So auch hier: Ein kleiner Exkurs zum Thema: Wie stelle ich möglichst easy meine Sounds zusammen und bringe sie schnell und perfekt auch auf die Bühne. Viel Vergnügen (Die Redaktion).

    Habt Ihr schon mal daran gedacht, Eure Konzerte per Multitrack-Recording aufzunehmen und anschließend in aller Ruhe abzumischen? Oder schon mal einen „virtuellen Soundcheck” mit der gesamten Band gemacht, während die Musiker noch zum Auftrittsort unterwegs waren? Die typischen Antworten sind „Nee”, „Kostet zuviel Geld”, „Ist zu kompliziert” oder „Geht nicht” …

    Geht wohl! Und ist inzwischen sogar recht erschwinglich.

    Der Klassiker: Cubase

    Bei Multitrack Recording fällt vielen sofort das Programm „Cubase” ein. Das Produkt der Hamburger Firma Steinberg ist ein Klassiker und wird gerne von semiprofessionellen Studios und Hobbymusikern eingesetzt. Es erfordert aber einen leistungsfähigen PC – möglichst mit einer großen und schnellen SSD (Solid State Disc).

    So ein Desktop-Rechner ist allerdings nicht besonders transportabel. Ein entsprechend ausgestatteter, meist jedoch etwas teurer Laptop tut´s dann auch. Dann noch die entsprechenden Treiber suchen und die Verkabelung zum Mischpult hergestellen. Ihr habt Glück und einen technisch versierten Mitmusiker oder Musikerin in eurer Band? Dann wird das Ganze schon irgendwann und irgendwie funktionieren …

    Doch das geht mittlerweile viel(!) einfacher

    Mit der Entwicklung des X32 Digital-Mischpults ist Uli Behringer der große Wurf gelungen. Die Zeiten, in denen seine Produkte mit Qualitätsproblemen kämpften, sind vorbei. Und wer es etwas roadtauglicher braucht, wählt einfach die nahezu baugleiche MIDAS Serie. Alle drei Geräteausführungen (Konsole, Rack, Core Modul) verfügen über einen Schacht (Expansion Slot) auf der Rückseite, den man für unterschiedliche Zwecke mit einer entsprechenden Karte (Firewire, DANTE, MADI, ADAT etc.) bestücken kann.

    Firmen wie beispielsweise Soundcraft, Allen&Heath, Mackie, Presonus, Yamaha, QSC verfügen in ihren neuen Geräten auch über diese eingebauten Optionen, die einen gleichen Workflow ermöglichen (Anm. der Redaktion)

    X32

    Standardmäßig wird das X32 mit der X-USB Schnittstellenkarte ausgeliefert. Doch der Clou ist die seit einiger Zeit erhältliche X-LIVE Card: Neben einer USB 2.0 Schnittstelle beinhaltet sie zwei Slots zur Aufnahme von SD RAM Cards sowie die gesamte Elektronik / Software, die erforderlich ist, um bis 32 Spuren in CD Qualität aufzunehmen. Die Firmware der X32 Konsole wurde entsprechend aktualisiert und das Recorder Menü um eine neue Seite ergänzt: Auf dem Geräte-Display, dem Programm PC-Edit sowie der App X32-Mix.

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    Riesige Speicherkapazität

    Die maximale Aufnahmedauer wird durch die Kartengröße und die Zahl der Spuren bestimmt. Eine SD RAM Card mit 32 GByte kann wahlweise 8 Spuren mit einer Laufzeit von 6:16 Stunden, 3:08 Stunden (bei 16 Spuren) oder 1:34 Stunden (bei 32 Spuren) aufzeichnen. Wird auch der zweite Slot mit einer SD RAM Card gleicher Größe bestückt, verdoppeln sich die Zeiten entsprechend und die Software handhabt den Wechsel zur zweiten Karte nahezu nahtlos.

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    Aufgenommen werden die unbearbeiteten Eingangssignale in WAV Qualität. Dass man auf dem unverfälschten Rohmaterial aufsetzen kann, ist bei einem zeitlich nachgelagerten Mix von großem Nutzen. Dass man damit auch mal im Proberaum oder Konzertsaal zeitintensive Einstellungen ausprobieren kann, ohne dass die Musiker anwesend sein müssen, ist ein weiterer Vorteil.

    Soundcheck ohne Band

    Womit wir bei dem „virtual soundcheck” wären: Man legt einfach die SD CARD des letzten Konzerts der Band mit identischer Kanalbelegung ein, drückt auf PLAY und schon kann es losgehen. Bei der Wiedergabe liefert der Recorder die Signale nämlich auf demselben Kanal ab, auf dem sie aufgenommen wurden (es sei denn, der/die FOH Kollege/in bevorzugt eine anderes Routing). Und die Band kann noch „einen trinken” gehen.

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    Kein Laptop, keine wackelige Verkabelung, keine Schnittstellenprobleme – alles in einer „Kiste”. Und es funktioniert tadellos. Die Bands, mit denen ich unterwegs bin, nehmen inzwischen nahezu jedes Konzert mit der X-LIVE Card auf. Dies dient nicht nur zur Kontrolle des Gespielten, sondern man kann damit auch ganz hervorragende Demo Tapes (CD’s, MP3-Files, USB-Sticks) erstellen, die bei entsprechenden Fertigkeiten des/der Tontechnikers(in) einer aufwändigeren Produktion kaum in etwas nachstehen.

    Wie nehmt Ihr Eure Live Konzerte auf? Setzt Ihr auch die X-LIVE Card oder ein ähnliches Produkt ein? Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht? Schreibt mir was in die Kommentare.

    Chris Hinz
    Chris Hinz verfügt über eine 6-jährige klassische Ausbildung am Piano und eine 3-jährige Ausbildung an der Sakralorgel. Er ist seit mehreren Jahrzehnten in der Musikszene Rhein Main aktiv und aktuell mit zwei Coverbands und einem Smooth Jazz Duo unterwegs. Chris Hinz ist freiberuflicher Unternehmensberater und war lange Zeit für ein namhaftes IT Unternehmen tätig.

    2 KOMMENTARE

    1. Ja perfekt, Chris…….wir haben z.B. eine Location, in der ein X-32 fest verbaut ist und jedes Konzert für die Bands per Video und Recording aufgezeichnet wird. Beim Multitrack-Recording immer der gleiche Mist: Mal müssen die Treiber neu installiert werden ( schlechte Internet-Verbindung), dann wieder ein Einzelspurencheck. Spuren schalten, pegeln Kabel ziehen, das Notebook steht im Weg etc,pp. Kann man alles nicht gebrauchen, wenn die sowieso knappe Zeit besser in die Bühnenarbeit gesteckt wird. Genau deswegen werde ich mir so eine Karte zulegen.
      Nachtrag: Ich habe mir die Klark Teknik DN32-Live bestellt, ist genau das Selbe, für läppische 150€. Laut Internet funktionieren auch Karten mit 128 MB, die beispielweise mit AOMEI Partition Assistant auf FAT32 formatiert werden.

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