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Freitag, Juli 30, 2021
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    Start Orga Fünfter und letzter Teil – Der Aufbau eines Proberaums

    Fünfter und letzter Teil – Der Aufbau eines Proberaums

    So kann er aussehen: Der fertige Proberaum / © Florian Fochs

    Mit den tapezierten und gestrichenen Wänden geht es jetzt an die letzten Arbeiten und Details, um den Proberaum endgültig fertigzustellen. Hier könnt ihr die vorangegangenen Teile nochmal nachlesen: Wenn es im Keller knallt und scheppert – Schallisolierung und Raumakustik – Teil 4

    Der Fussboden

    Auf die Bautenschutzmatten wird ein strapazierfähiger Vinylboden verlegt. Wir nehmen dafür ein sogenanntes Klick-Vinyl, denn das ist sauber und einfach montierbar und läßt sich mit dem Cutter schneiden. Außerdem gibt es die verschiedensten Designs …

    Gegebenfalls kann auch ein Teppich verlegt werden – die akustischen Effekte sind hierbei zwar nicht die größten – als zusätzliche Schallabsorbtion jedoch ein wohnlicher Effekt. Der Schall wird durch den Teppich etwas gestreut bzw. absorbiert und die Nachhallzeit im Raum leicht gesenkt.

    Beispiel für ein Klick-Vinyl-Element. Das Material ist mit einem scharfen Cutter schneid- und bearbeitbar / © Gilardino

    Verkleidung der Wände mit Akustik-Elementen

    An den Wänden werden nun die Akustikelemente montiert. Sie werden auf die vorher montierten Unterkonstruktionen geschraubt. In meinem Proberaum habe ich mich für Rigips Lochplatten mit einer Schicht Fleece dahinter entschieden. Durch die Löcher wird die Oberfläche der Platten vergrößert und es erfolgt eine Streuung des Schalls.

    Zudem wird ein Teil der Schallenergie durch die Platten und das Fleece absorbiert. Dadurch wird die Nachhallzeit im Raum (d.h. der Schallpegel wird um 60 dB gesenkt) deutlich reduziert.

    Wie bereits in den vorherigen Folgen angeklungen ist, solltet ihr darauf achten, dass ihr ein ausgewogenes Verhältnis aus absorbierenden und reflektierenden Flächen erreicht, um den optimalen Klang zu erreichen. Deshalb kann an dieser Stelle nicht pauschal gesagt werden, wie viele Elemente ihr benötigt. Dies müsst ihr für euch passend auswählen, ausprobieren oder im besten Fall sogar einmessen lassen.

    Einsatz von Bass-Absorbern

    Je nach der Form, der Größe und der Ausstattung eures Raumes kann es sinnvoll werden zusätzlich Bassabsorber in den Ecken des Raumes aufzustellen. Insbesondere dann wenn sich hier die tiefen Frequenzanteile sammeln, könnt ihr durch diese Absorber ein noch ausgewogeneres Klangbild erreichen.

    Auf jeden Fall solltet ihr Akustikelemente generell in Kopfhöhe positionieren, damit direkte Schallreflexionen zurück zu eurer Position reduziert werden. Erfahrungsgemäß wird dadurch speziell die Belastung für euer Gehör gesenkt

    Hinter die (weiß) gestrichenen Akustikplatten habe ich mit LED Streifen eine indirekte Beleuchtung installiert, die dem Raum eine angenehm farbige Komponente verleiht.

    Schall- bzw. Lärmschutz nach außen

    Eine Schallschutztür sorgt im Raum für eine weitere Schallisolation nach außen hin. Durch diese entsteht mit der ursprünglichen Tür des Raumes eine Art Schleuse. Wir haben jetzt also eine doppelte Tür im Proberaum, was insgesamt die Schallisolierung verstärkt.

    Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, eine dieser zwei Türen als echte Schallschutztür auszubilden. Sie hat aufgrund ihrer speziellen Bauweise deutlich bessere Schallisolationswerte als normale Türen.

    Stromversorgung überall im Raum

    Am Boden wurde ja durch den gesamten Raum ein Kabelkanal verlegt und montiert. Wie in den vorherigen Folgen bereits erwähnt, kommt die Stromzuleitung über den Sicherungskasten außerhalb durch eine kleine Bohrung in der Hauptwand. Die Zuleitung wird dann so im Kabelkanal verlegt, dass der gesamte Raum mit Strom versorgt werden kann.

    Steckdosen werden nun an alle gewünschte Stellen im Kabelkanal eingesetzt. Spart hier bitte nicht am falschen Ende und nehmt nicht zu wenige Steckdosen. Im Proberaum braucht man immer wieder an den unterschiedlichsten Stellen im Raum Strom. Über den Kabelkanal werden alle Geräte die ihr im Raum benutzt (in meinem Raum beispielsweise auch der Flachbildfernseher), mit Strom versorgt.

    Deren Leitungen könnt ihr gut in der Wand verstecken, damit keine Kabel unnötig im Raum herumhängen. Dies schafft eine elegante Optik und macht direkt einen aufgeräumten und übersichtlichen Eindruck.

    Letzte Arbeiten

    Zum Schluss installiert ihr alle Geräte oder Utensilien, die ihr in eurem Proberaum benötigt. Jetzt könnt ihr auch den Raum mit den notwendigen Regalen, Schränken oder was ihr in eurem Raum sonst noch braucht, ausstatten.

    Übersicht: Unterkonstruktion für den Flachbildschirm und der fertig eingerichtete Proberaum / © Florian Fochs

    Jedes Instrument findet jetzt seinen Platz und ihr könnt in angenehmer Atmosphäre und bei einem guten, sauberen Klang Musik machen. Mit den genannten Maßnahmen klingt euer Raum nicht nur richtig gut, sondern ihr reduziert gleichzeitig unnötige Belastungen für euer Gehör!

    Und nicht zuletzt profitieren Nachbarn und Mitbewohner im Haus von den deutlich niedrigeren Schallemissionen.

    Es lohnt sich also in vielerlei Hinsicht, den Proberaum entsprechend zu gestalten. Ich wünsche euch jetzt viel Spaß beim Renovieren eures Proberaumes. Hier geht´s jetzt noch zur letzten Videofolge:

    Tipps und Tricks in “Fit for Music”

    Ihr könnt viele Tipps und Tricks zur Gestaltung und Ausstattung eures Proberaums in Florians neuem Praxis-Guide „Fit for Music“ nachlesen. Dieser Ratgeber beinhaltet viele Anregungen und Hilfestellungen, mit welchen Maßnahmen ihr euren Proberaum noch gestalten und die Akustik weiter verbessern könnt.

    Und welche Schritte euch helfen, die Lautstärke im Proberaum zu regeln, damit es für euch angenehm bleibt in diesem Raum zu arbeiten und dabei gleichzeitig das Gehör zu schützen.

    Zu solchen Maßnahmen zählen neben der baulichen Vorgehensweise auch die Ausstattung und Einrichtung eures Raumes, aber auch Tipps, wie die Musiker bzw. Instrumente und Verstärker im Raume verteilt sein sollten und wie eine optimale Beschallung aussehen kann.

    Daher bestellt euch jetzt „Fit for Music – den Praxis Guide mit Tipps und Tricks für Musiker und Bands“ für nur 11,90€:

    Zum Praxis Guide

    Florian Fochshttp://www.florianfochs.de
    Florian ist ausgebildeter Schlagzeuger, Sportwissenschaftler, Gymnasiallehrer und Autor. Als Experte kombiniert er sein Wissen aus Sportmedizin und musikalischer Ausbildung und ist so als Autor für verschiedene Magazine wie z.B. „Sticks“ oder „ Drum-Head” bekannt. Besondere Aufmerksamkeit erhielt seine seit 2009 erhältliche Publikation „ Fit for Drums“ in der er erstmals durch spezielle Übungen auch bei hohen Belastungsgraden eine austrainierte gesunde Körperhaltung lehrt. Mit diesem Thema ist er auch regelmäßig national und international bei Workshops und Clinics unterwegs. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Support bei der Entwicklung von In-Ear Systemen. Als besonderes Projekt zeigt Florian in einer mehrteiligen Folge in Wort, Ton und Bild, wie er aus einem kahlen Kellerraum einen cleveren Proberaum baut. Als Musiker ist er in verschiedenen Projekten (u.a. 3 Musketiere, Natürlich Blond, Big Fish) auf den unterschiedlichen Bühnen aktiv. Dabei geht das Spektrum von Rock-Coverbands über Party- und Top 40 Bands bis hin zu Tribute Projekten.
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