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Einstieg und Erfolg in der Event­bran­che – Folge 3, Teil 1/2: Welche Be­rufe und Tä­tig­kei­ten gibt es?

Konzert der 12 Tenöre © Engelmann Promotion

Ton, Licht, Bühne, Rigging, Streaming, Logistik, Stromversorgung, Catering und Produktionsleitung: Die Eventbranche ist deutlich größer, als sie von außen wirkt. Doch nicht jede bekannte Berufsbezeichnung ist automatisch auch ein anerkannter Beruf. „Tontechniker“, „Stagehand“, „Rigger“ oder „Eventmanager“ beschreiben meistens eine Tätigkeit oder ein Jobprofil. Daneben gibt es staatlich anerkannte Ausbildungsberufe, geregelte Weiterbildungsabschlüsse, Studiengänge, Zusatzqualifikationen und selbstständige Dienstleistungen.

In dem ersten Teil dieses Relaunchs stellen wir die technischen, handwerklichen, logistischen, gastronomischen und kreativen Bereiche der Eventbranche vor. Im zweiten Teil geht es um Sicherheit, Festinstallationen, kaufmännische Berufe, den passenden Einstieg und eine große Übersicht mit 88 Berufsfeldern und Tätigkeiten.

Was ist eigentlich ein Beruf – und was nur eine Tätigkeit?

Bevor wir in die einzelnen Bereiche einsteigen, müssen wir einige Begriffe auseinanderhalten. Genau hier entstehen in der Eventbranche viele Missverständnisse:

Einordnung
Was bedeutet das?
Tätig­keits­pro­fil
Anerkannter Ausbildungsberuf
Duale Ausbildung mit Ausbildungsordnung, Betrieb, Berufsschule und Abschlussprüfung
Fachkraft für Veranstaltungstechnik, Ver­an­stal­tungs­kauf­mann, Medien­ge­stal­ter Bild und Ton
Geregelter Weiterbildungsberuf
Beruflicher Aufstiegsabschluss, meistens nach Ausbildung und Berufserfahrung
Geprüfter Meister für Ver­an­stal­tungs­tech­nik – Bachelor Professional
Studium
Hochschulausbildung mit Bachelor-, Master- oder Diplomabschluss
Veranstaltungstechnik, Event­ma­na­ge­ment, Elektrotechnik, Medientechnik
Zusatzqualifikation oder Sachkunde
Zusätzlicher Nachweis für bestimmte Aufgaben
Sachkunde Veranstaltungsrigging, La­ser­schutz, elektrotechnische Qualifikation
Betriebliche oder rechtliche Funk­tio­nen
Aufgabe, für die eine Person bestellt oder beauftragt wird
Laserschutzbeauftragter, Si­cher­heits­be­auf­trag­ter, Verantwortlicher für Ver­an­stal­tungs­tech­nik
Jobprofil oder Spezialisierung
In der Branche übliche Tätigkeit, aber kein eigener anerkannter Ausbildungsberuf
FOH-Techniker, Monitortechniker, Lighting Operator, Tourmanager
Selbstständige Dienstleistung
Unternehmerisches Angebot für Kunden
Eventcatering, Technikvermietung, mobile Bühne, Eventfotografie

Die Fachkraft für Veranstaltungstechnik und der Veranstaltungskaufmann sind anerkannte dreijährige Ausbildungsberufe. Der Meister für Veranstaltungstechnik ist dagegen ein geregelter Fortbildungsabschluss auf der Stufe Bachelor Professional. Das bedeutet aber auch, ein Wochenendkurs macht aus einem Teilnehmer noch keinen ausgebildeten Veranstaltungstechniker. Umgekehrt können erfahrene Praktiker in einzelnen Bereichen hervorragend arbeiten, obwohl ihre ursprüngliche Ausbildung aus einem anderen Beruf stammt.

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Eine kurze Übersicht benötigter Fähigkeiten

Die Eventbranche braucht nicht nur Technikfreaks. Sie braucht Menschen, die zupacken, vorausdenken, organisieren, gestalten, rechnen, kommunizieren und auch unter Druck vernünftig bleiben. Besonders wichtig dabei sind so Eigenschaften wie:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • technisches oder handwerkliches Verständnis
  • Aufmerksamkeit und Sicherheitsbewusstsein
  • Teamfähigkeit
  • körperliche Belastbarkeit in praktischen Bereichen
  • ruhiges Handeln bei Störungen
  • Bereitschaft zu ungewöhnlichen Arbeitszeiten
  • freundliche und klare Kommunikation
  • eigenständiges Lernen
  • saubere Dokumentation
  • Verantwortungsbewusstsein

Viele Wege beginnen praktisch: in einer Technik-AG, bei einem Verein, im Jugendzentrum, bei einem kleinen Club, als Helfer bei einem Verleiher oder als Assistent einer erfahrenen Fachkraft. Quereinsteiger sind willkommen. Aber Quereinstieg bedeutet nicht, dass jeder sofort alles darf. Je höher das Risiko und die Verantwortung, desto wichtiger werden Ausbildung, Unterweisung, Erfahrung, Sachkunde und eine eindeutige Beauftragung.

Tontechniker? Das ist doch der, der die Regler hochzieht …

So einfach ist es natürlich nicht. Bevor beim Konzert der erste Fader bewegt wird, muss jemand die Anforderungen klären, Material planen, Lautsprecher positionieren, Leitungen verlegen, Funkfrequenzen koordinieren, Signalwege aufbauen und die Anlage prüfen. Das Gleiche gilt für Licht, Video und Bühne. Der sichtbare Operator ist nur ein Teil einer längeren Produktionskette. Hinter einer professionellen Veranstaltung stehen häufig Planung, Werkstatt, Lager, Transport, Aufbau, Programmierung, Proben, Betrieb, Abbau und Nachbereitung.

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Die Veranstaltungsbranche hat dabei erstaunlich viele Berufsbilder, die die meisten Besucher kaum wahrnehmen. Vorne leuchtet die Bühne – doch hinten läuft ein Apparat, der aus Dutzenden von Gewerken besteht. Vom Rigger in der Traverse angefangen bis zum Generatortechniker an der mobilen Energieversorgung.

Digitales Mischpult, das Herz der Tontechnik ist aufgebaut - der Tontechniker sollte das Pult und seine Eigenschaften gut kennen ... © Engelmann Promotion

Das digitale Mischpult (Soundcraft Vi3000), das Herz der Tontechnik ist schon platziert – der Tontechniker sollte jetzt das Pult und seine Eigenschaften gut kennen … © Engelmann Promotion

Übersicht: Die Bereiche der Eventbranche

Bereich
Typische Tätigkeiten
Passt zu dir, wenn …
Typischer Einstieg
Ton
FOH, Monitor, Systemtechnik, Funktechnik
… du Musik, Technik und konzentriertes Arbeiten magst
Veranstaltungstechnik, Medienproduktion, praktische Assistenz
Licht
Lichttechnik, Programmierung, Lighting Design
… du technisch und visuell denkst
Veranstaltungstechnik, Theater, Club, Lichtverleiher
Bühne und Rigging
Aufbau, Bühnentechnik, Lasten, Backline
… du praktisch arbeitest und Sicherheit ernst nimmst
Stagehand, Ausbildung, Qualifizierung
Logistik und Touring
Lager, Transport, Tourplanung
… du organisiert, belastbar und gerne unterwegs bist
Lagerlogistik, Berufskraftfahrer, Produktionshilfe
Infrastruktur
Strom, Aggregate, Wasser, Sanitär
… du aus einem technischen Handwerk kommst
Elektro-, Energie- oder SHK-Ausbildung
Ausstattung
Zelte, Möbel, Dekoration, Spielgeräte
… du Handwerk, Logistik und Kundenkontakt verbinden willst
Aufbauhilfe, Handwerk, eigener Verleih
Gastronomie
Catering, Küche, Bar und Service
… du gerne mit Menschen und Lebensmitteln arbeitest
Gastronomische Ausbildung, Service, Catering
Produktion
Planung, Budget, Personal, Ablauf
… du organisierst und Entscheidungen treffen kannst
Veranstaltungskaufmann, Assistenz, Studium
Video und IT
Kamera, Streaming, Netzwerke und Software
… du digitale Systeme und Medien magst
Mediengestalter, Fachinformatiker, Studium
Kreativ
Foto, Video, Design und Content­creation
… du Bilder, Räume und Geschichten gestalten kannst
Ausbildung, Studium, Portfolio, Assistenz

Jetzt folgen dreizehn Punkte die eine umfassende Aufstellung der Arbeiten für den jeweiligen Bereich umfasst, den typischen Einstiegsweg in die Branche und die Skills beschreibt, die du mitbringen solltest …

1.) Der Sound: mehr als nur ein Mensch am Mischpult

Kein Mikrofon – keine verständliche Ansage. Kein sauberer Monitormix – keine entspannte Band. Kein sinnvoll geplantes Lautsprechersystem – kein gleichmäßiger Klang für das Publikum. Die Tontechnik reicht vom kleinen Vereinsfest über Konferenzen und Theater bis zur internationalen Tournee. Entsprechend unterschiedlich sind die Aufgaben.

Typische Tätigkeiten im Tonbereich

Tätigkeitsfeld
Aufgaben
Typische Einordnung
Mitgebrachte Fähigkeiten
FOH-Techniker
Mischt den Livesound für das Publikum
Jobprofil; häufig Fachkraft für Veranstaltungstechnik, Au­dio­aus­bil­dung oder langjährige Praxis
gutes Gehör, Musikalität, Konzentration, technisches Verständnis
Monitor­techniker
Erstellt die Mo­ni­tor­mi­schun­gen für Musiker und Künstler
Jobprofil und Spezialisierung innerhalb der Tontechnik
Geduld, schnelle Kom­muni­ka­tion, Ruhe und Ein­füh­lungs­ver­mö­gen
System­techniker Audio
Plant, konfiguriert, misst und optimiert Beschallungssysteme
anspruchsvolle Spezialisierung; Ausbildung, Her­stel­ler­schu­lun­gen und umfangreiche Praxis
Akustik, Messtechnik, Mathematik, genaue Dokumentation
Wire­less-Tech­niker
Koordiniert Funk­mi­kro­fone, In-Ear-Systeme und wei­tere Funk­stre­cken
Spezialisierung; kein eigener Ausbildungsberuf
Frequenzverständnis, Sorgfalt, strukturiertes Arbeiten
Ton­tech­niker im Studio
Nimmt Musik, Sprache und andere Signale auf und bearbeitet sie
Jobprofil; möglicher Weg über Mediengestalter Bild und Ton, Studium oder private Au­dio­aus­bil­dung
Klanggefühl, Softwarekenntnisse, Geduld
Sound­designer
Entwickelt Klänge und Klangwelten für Shows, Theater, Film oder Erlebnisräume
kreatives Jobprofil; Ausbildung oder Studium je nach Arbeitsfeld
Kreativität, Dramaturgie, Technik und Musikalität
Akustik­planer
Untersucht und plant Raum- oder Elektroakustik
Planungsdienstleistung: häufig Studium in Akustik, Physik, Elektrotechnik oder Bauwesen
analytisches Denken, Messtechnik und Physik

FOH-Techniker und Monitortechniker sind keine eigenständigen staatlich anerkannten Ausbildungsberufe. Ein besonders naheliegender Einstieg ist die Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Für Studio-, Video- und Broadcastproduktionen kann auch der anerkannte Ausbildungsberuf Mediengestalter Bild und Ton passen.

Wie kommst du in den Tonbereich?

  • Hilf beispielweise bei einer Band, die du kennst, einem Club oder einem Kulturverein mit.
  • Frage einen regionalen Verleiher nach einem Praktikum.
  • Lerne zunächst Signalfluss, Gain-Struktur, Mikrofone, Lautsprecher, Monitore und die grundlegende Fehlersuche.
  • Beobachte erfahrene Techniker und frage nach den Gründen ihrer Entscheidungen.
  • Dokumentiere eigene Set-ups aber auch eigene Fehler.
  • Übernimm erst dann allein Verantwortung, wenn du das System tatsächlich verstehst.
  • Ein guter Tontechniker hört nicht nur die Anlage. Er hört auch den Künstlern und dem Veranstalter zu.
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2.) Licht: der Kreativjob mit technischer Grundlage

Licht erzeugt Atmosphäre, lenkt den Blick und unterstützt die Dramaturgie. Gleichzeitig basiert eine Lichtproduktion auf Stromversorgung, Datennetzen, Adressierung, Sicherheit, Lasten, Programmierung und präziser Vorbereitung.

Typische Tätigkeiten im Lichtbereich

Tätigkeitsfeld
Aufgaben
Typische Einordnung
Mitgebrachte Skills
Licht­tech­niker
Baut Scheinwerfer, Lei­tungen und Steu­erun­gs­sys­teme auf, betreibt sie
Jobprofil; häufig Fachkraft für Veranstaltungstechnik oder praktische Spezialisierung
technisches Verständnis, Sorgfalt, körperliche Belastbarkeit
Lighting Opera­tor
Programmiert und fährt Lichtshows am Pult
Spezialisierung, kein eigener Ausbildungsberuf
Timing, Konzentration, Pult­kennt­nisse und visuelles Gefühl
Lighting Desig­ner
Entwirft das künst­le­rische Lichtkonzept
kreatives Jobprofil; Praxis, Theatererfahrung oder Studium möglich
Raumgefühl, Dramaturgie, Kreativität und Kommunikation
Licht­pult-Pro­gram­mierer
Setzt komplexe Lichtkonzepte technisch in Cues, Presets und Abläufe um
hoch spezialisierte Tätigkeit
sehr gute Pultkenntnisse, Logik, Geschwindigkeit
Medien­server- und Map­ping-Spezia­list
Steuert Projektionen, Zuspielungen und Bildflächen
Spezialisierung zwischen Licht, Video und IT
Softwarekenntnisse, räumliches Denken, Präzision
Beleuch­tungs­planer
Plant dauerhafte oder temporäre Beleuchtungssysteme
Planungsdienstleistung; Ausbildung, Techniker- oder Studienweg möglich
Planung, Lichtberechnung und Dokumentation

Wie kommst du in den Lichtbereich?

Ein guter Einstieg bietet sich bei Clubs, Theatern, Kulturzentren und regionalen Technikdienstleistern. Dort kannst du zunächst Aufbau, Verkabelung, Adressierung und das Einleuchten kennenlernen. Existenziell wichtige Grundlagen sind dabei unter anderem:

  • Scheinwerfertypen und ihre Wirkung
  • DMX und Netzwerkprotokolle
  • Adressierung und Patch
  • Stromkreise und Lastverteilung
  • Positionierung und Fokus
  • Pultprogrammierung
  • sichere Montage

Eine eindrucksvolle Lichtshow beginnt nicht mit möglichst vielen Effekten. Sie beginnt mit einer klaren Idee. Licht ist ein starkes Feld für Menschen, die kreativ arbeiten wollen, aber keine Angst vor Technik haben. Wer hier sauber arbeitet, sich weiterbildet und ein Gefühl für Dramaturgie entwickelt, kann hier weit kommen.

 Lichttechnik: programmierte Gesamtsteuerung – unmittelbar vor dem Konzert © Engelmann Promotion

Lichttechnik: durchprogrammierte ETC GIO Gesamtsteuerung – unmittelbar vor dem Konzert © Engelmann Promotion

3.) Bühne, Rigging und Logistik (hier starten viele)

Cases schieben, Leitungen verlegen und Material sortieren klingt zunächst nicht spektakulär. In Wirklichkeit lernt man bei diesen Arbeiten sehr schnell, wie eine Produktion aufgebaut ist und wie die Gewerke zusammenarbeiten. Rigging dagegen ist kein Bereich für ungeübtes Ausprobieren. Lasten über Personen, Arbeiten in der Höhe und persönliche Schutzausrüstung verlangen passende Qualifikation, Erfahrung und eine klare Organisation.

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Typische Tätigkeitsfelder in Bühne, Rigging und Logistik

Tätigkeitsfeld
Aufgaben
Typische Einordnung
Mitgebrachte Skills
Stage­hand
Unterstützt beim Be- und Entladen, Aufbau, Abbau und Verlegen von Lei­tun­gen
Helfertätigkeit und typischer Praxiseinstieg
Zuverlässigkeit, Fitness, Teamgeist und Auf­merk­sam­keit
Bühnen­tech­niker
Baut und betreibt bühnen- und sze­nen­tech­nische Ein­rich­tun­gen
Jobprofil; häufig Fachkraft für Veranstaltungstechnik oder Theaterpraxis
Handwerk, Sicherheit, technisches Verständnis
Technische Büh­nen­lei­tung
Koordiniert technische Ab­läu­fe und Ge­werke auf der Bühne
Führungsfunktion; Quali­fi­ka­tion rich­tet sich nach Be­trieb und Ver­ant­wor­tung
Überblick, Erfahrung, Kommunikation
Rigger
Montiert und sichert Tra­ver­sen­sys­teme, Hebe­zeuge und Lasten
sicherheitskritische Tä­tig­keit mit ent­sprec­hen­der Sach­kunde
Höhentauglichkeit, Si­cher­heits­den­ken, tech­nisches Verständnis
Bühnen­system-Tech­niker
Plant und montiert mobile oder modulare Bühnen
Jobprofil oder Dienstleistung
Handwerk, Systemkenntnis, sorgfältiger Aufbau
Back­line-Tech­niker
Betreut Instrumente und Bühnenzubehör der Künstler
spezialisierte Tätigkeit
Instrumentenkenntnis, Ruhe und handwerkliches Geschick
Event­lo­gis­tiker
Plant Lagerung, Trans­port, Lade­folge und Ma­te­rial­fluss
Jobprofil; guter Weg über Fachkraft für Lagerlogistik
Organisation, Dokumentation und räumliches Denken
Lagerfachkraft Ver­an­stal­tungs­tech­nik
Prüft, kommissioniert, wartet und verwaltet Veranstaltungsmaterial
betriebliche Tätigkeit; Aus­bil­dung in Lager­lo­gis­tik ist ein sinnvoller Weg
Ordnung, Materialkenntnis und Zuverlässigkeit

Der IGVW-Standard SQQ2  beschreibt Kompetenzen und Qualifizierungswege für Sachkundige im Veranstaltungsrigging. Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik ist dagegen ein anerkannter Ausbildungsberuf mit geregelten Inhalten rund um Lagerung, Transport, Verladung und logistische Prozesse.

Was am Anfang wirklich zählt

Ein guter Stagehand wartet nicht, bis ihm jede einzelne Bewegung erklärt wird. Er beobachtet, denkt mit und fragt, bevor er etwas Gefährliches oder Unklares tut. Ein guter Rigger verlässt sich nicht auf seinen Mut, seine Kraft. Er verlässt sich auf´s gelernte KnowHow, auf Ausbildung, Materialkenntnis, Planung und sichere Verfahren.

Stagehand beim Entladen des Equipments © KI-generiert, Engelmann Promotion

Stagehand beim Entladen des Equipments © KI-generiert, Engelmann Promotion

4.) Trucking und Touring: die Branche auf Rädern

Ohne den Truck kommt keine Anlage ans Ziel. Ohne Tourbusse kommen keine Künstler auf die Bühne. Trucking und Touring sind das Rückgrat des mobilen Eventgeschäfts – und gleichzeitig einer der am meisten unterschätzten Bereiche. Denn Touring umfasst weit mehr als Lkw-Fahren. Routen, Ruhe­zeiten, Zufahrten, Ladefenster, Genehmigungen, Hotels und Zeitpläne müssen zusammenpassen. Wer Tourneen liebt, reisen kann und zuverlässig ist, findet hier einen Beruf, der kaum Langeweile kennt.

Typische Berufsbilder in Trucking und Touring

Tätigkeitsfeld
Aufgaben
Typische Einordnung
Mitgebrachte Skills
Lkw-Fahrer im Tou­ring
Transportiert Veranstaltungsmaterial zwischen den Spielorten
Fahrtätigkeit; passende Fahrerlaubnis sowie berufliche Qualifikation erforderlich
Verlässlichkeit, Fahrpraxis, Stressresistenz
Tour­bus-Fahrer
Befördert Künstler und Crew
Fahrtätigkeit im Personenverkehr mit den jeweils notwendigen Berechtigungen
Diskretion, Verantwortungsbewusstsein, Ruhe
Pro­duk­tions­fahrer
Transportiert Personen und Material mit (Klein-)Transportern
Jobprofil; erforderliche Fahrerlaubnis je nach Fahrzeug und Einsatz
Flexibilität, Ortskenntnis, Zuverlässigkeit
Logis­tik­ko­or­di­na­tor Tou­ring
Plant Routen, Ladezeiten, Fahrzeuge und Standorte
organisatorisches Jobprofil
Logistikverständnis, Kommunikation, Zeitplanung
Tour­mana­ger
Koordiniert Reise, Hotels, Abläufe, Absprachen und häufig auch Verträge
verantwortungsvolles Jobprofil; Erfahrung ist entscheidend
Organisation, Diplomatie, Fremdsprachen und Belastbarkeit

Berufskraftfahrer ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Im Touring kommen zusätzlich zahlreiche Fahrer mit anderen beruflichen Hintergründen zum Einsatz. Entscheidend ist, dass Fahrerlaubnis, gewerbliche Anforderungen, Arbeitszeiten und eingesetztes Fahrzeug zusammenpassen. Der Einstieg gelingt häufig über regionale Dienstleister und kleinere Tagestouren. Wer zuverlässig arbeitet und auch nachts konzentriert bleibt, baut sich schnell ein belastbares Netzwerk auf.

Lichttechniker bei der Reparatur eines MovingHeads / KI-generiert, Engelmann Promotion

Servicetechniker bei der Reparatur eines MovingHeads / KI-generiert, Engelmann Promotion

5.) Strom, Wasser und Infrastruktur: Ohne das geht nichts

Kein Konzert ohne Strom. Kein Außenevent ohne Wasserversorgung, Abwasser, Toiletten. Keine Veranstaltung ohne funktionierende Infrastruktur. Doch diese bleibt für Besucher in der Regel unsichtbar. Fällt die Infrastruktur aber aus, steht oder fällt innerhalb kürzester Zeit die gesamte Veranstaltung. Gerade bei elektrischen Anlagen ist Vorsicht notwendig. Eine Veranstaltung ist kein rechtsfreier Raum, in dem jeder, der einen Stecker erkennt, auch Verteilungen planen, anschließen und prüfen darf.

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Typische Tätigkeitsfelder in Strom und Energie

Tätigkeitsfeld
Aufgaben
Typische Einordnung
Mitgebrachte Skills
Elektro­fach­kraft für Ver­an­stal­tungs­tech­nik
Plant, errichtet und be­ur­teilt mobile elek­tri­sche Anlagen innerhalb ihres festgelegten Tä­tig­keits­be­reichs
elektrotechnische Qualifikation, keine bloße Jobbezeichnung
elektrotechnisches Wissen, Normenkenntnis, Sorgfalt
Generator- und Aggre­gat­tech­niker
Betreibt mobile Strom­er­zeu­ger und über­wacht deren Funktion
spezialisierte Tätigkeit
Elektro- und Mo­to­ren­kennt­nis, Wartung, Sicherheitsdenken
Tech­niker für Strom­ver­tei­lung
Plant und betreibt Energieverteilungen für die Gewerke
sicherheitskritische Spezialisierung
Lastberechnung, Mess- und Prüfpraxis, Dokumentation
Ener­gie­mana­ger für Ver­an­stal­tungen
Ermittelt Bedarfe und ko­or­di­niert Netz­an­schlüs­se, Spei­cher und Er­zeuger
Planungs- und Koordinationsfunktion
Kalkulation, Sys­tem­ver­ständ­nis und Nach­hal­tig­keits­wissen

Der DKE-Fachkreis grenzt mobile elektrische Anlagen der Veranstaltungstechnik von fest installierten Anlagen ab. Als wichtige Branchenstandards werden dabei SQQ1  für die elektrotechnische Qualifikation und SQP4  für mobile elektrische Anlagen genannt. Der konkret zulässige Tätigkeitsbereich richtet sich immer nach der tatsächlichen Qualifikation und Beauftragung.

Typische Tätigkeitsfelder in Wasser und Sanitär

Tätigkeitsfeld
Aufgaben
Typische Einordnung
Mitgebrachte Skills
Wasser- und Ver­sor­gungs­tech­niker
Errichtet temporäre Wasseranschlüsse für Küche, Catering und Sanitär
technische Tätigkeit; häufig Zugang über SHK- oder Versorgungsberufe
Hygiene, Handwerk, Leitungs- und Anschlusskenntnis
Sanitär­dienst­leister
Stellt Toiletten-, Dusch- und Sanitärcontainer bereit und betreut sie
gewerbliche Dienstleistung
Logistik, Wartung und Service
Hygiene- und Rei­ni­gungs­ko­or­di­nator
Organisiert Reinigung, Entsorgung und Verbrauchsmaterial
organisatorische Tätigkeit
Personalplanung, Kontrolle und Belastbarkeit

Für Menschen aus Elektro-, Energie-, Sanitär- und Versorgungshandwerken bietet die Veranstaltungswirtschaft interessante zusätzliche Einsatzgebiete. Die vorhandene Fachausbildung bleibt dabei die Grundlage.

6.) Eventausstattung und Mobiliar: mehr als Stühle und Tische

Festzelte, Gastromöbel, Theken, Bühnenvorhänge, andere Textilien, Dekoration und Spielgeräte – die Event-Ausstattungsbranche ist ebenfalls vielfältiger als man denken mag. Und sind eigene Geschäftsfelder. Dabei geht es nicht nur um Vermietung, sondern auch um Lager, Reinigung, Prüfung, Transport und sicheren Aufbau.

Typische Tätigkeitsfelder der Dienstleistungen in der Eventausstattung

Tätigkeitsfeld
Aufgaben
Typische Einordnung
Mitgebrachte Skills
Zelt­auf­bauer
Montiert Festzelte, Pagoden und temporäre Überdachungen
praktische Tätigkeit; je nach System sind besondere Fachkenntnisse erforderlich
Handwerk, Fitness und sorgfältige Montage
Event­aus­statter
Richtet Ver­an­stal­tungs­flächen mit Mobiliar, Tex­ti­lien und Dekoration ein
Jobprofil oder Dienstleistung
Raumgefühl, Planung und Kundenkommunikation
Möbel- und Deko­ra­tions­ver­leiher
Vermietet und liefert Bestuhlung, Theken, Loungemöbel und Dekoration
selbstständiges Geschäftsmodell
Logistik, Kalkulation und Materialpflege
Betreiber von Spiel- und Ak­tions­ge­räten
Vermietet und betreut Hüpfburgen, Parcours und weitere Attraktionen
Dienstleistung mit Betreiberpflichten
Sicherheitsdenken, Aufsicht und Kundenkontakt
Verleiher für Gastro­nomie­aus­stat­tung
Stellt Geschirr, Gläser, Küchentechnik und Servicematerial bereit
gewerbliche Dienstleistung
Lagerorganisation, Rei­ni­gung und Kalkulation

Gerade kleinere regionale Anbieter verbinden häufig Vermietung, Transport, Aufbau und Betreuung. Ein Einstieg ist über Aufbauhilfe, Lager oder Auslieferung möglich. Wer sich später selbstständig machen will, sollte nicht nur den Einkaufspreis des Materials betrachten. Entscheidend sind auch Lagerfläche, Prüfung, Reinigung, Personal, Fahrzeuge, Reparaturen, Versicherungen und Ausfallrisiken.

7.) Catering und Gastronomie: Verpflegung als eigenes Gewerk

Essen und Trinken sind keine beiläufige Ergänzung, Essen und Trinken gehören zu jeder Veranstaltung. Catering und Verpflegung ist ein Gewerk, das eigenständig geplant, staffiert und logistisch koordiniert werden muss. Eventcaterer, Foodtrucks und mobile Bars oder Tour-Küchen sind heute fester Bestandteil des Veranstaltungsmarkts. Von der kleinen Künstlerverpflegung bis zum Galadinner für mehrere Tausend Gäste verändert sich die Organisation erheblich.

Das große Galadiner in der Fruchthalle Kaiserslautern ist fertig aufgebaut © Engelmann Promotion

Das große Galadiner in der Fruchthalle Kaiserslautern ist fertig aufgebaut © Engelmann Promotion

Catering ist ein Bereich, der eng mit Logistik, Kühlkette, Hygiene und Auflagen verknüpft ist. Wer das ernst nimmt, kann hier gut skalieren – von der Vereinsfeier bis zum Konzert mit 10.000 Besuchern.

Typische Tätigkeitsfelder der Dienstleistungen in Catering und Gastronomie

Tätigkeitsfeld
Aufgaben
Typische Einordnung
Mitgebrachte Skills
Eventcaterer
Plant und realisiert die Verpflegung einer Veranstaltung
Dienstleistung und Geschäftsmodell
Planung, Kalkulation, Hygiene und Logistik
Küchenleiter Eventcatering
Führt Küche und Personal, plant Mengen und Produktionsabläufe
Job- und Führungsfunktion; meist Kochausbildung und Erfahrung
Führung, Warenkunde, Kalkulation
Fachmann für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
Organisiert Service, Banketts und Gästebetreuung
anerkannter dreijähriger Ausbildungsberuf
Serviceorientierung, Organisation und Kommunikation
Tour-Caterer
Versorgt Künstler und Crew über mehrere Produktionstage
Spezialisierung im Catering
Flexibilität, Tourpraxis und verlässliche Planung
Servicekraft
Betreut Gäste und unterstützt bei Ausgabe, Abräumen und Service
Helfer- oder auch Fachkrafttätigkeit
Freundlichkeit, Belastbarkeit und Tempo
Foodtruck-Betreiber
Produziert und verkauft Speisen aus einem mobilen Betrieb
selbstständiges Geschäftsmodell
Gastronomie, Genehmigungen, Einkauf und Marketing
Betreiber einer mobilen Bar
Liefert und betreibt mobile Getränkestationen
selbstständige Dienstleistung
Warenkunde, Service, Logistik und Kalkulation

Der Fachmann beziehungsweise die Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie ist seit der Neuordnung der Gastronomieberufe ein anerkannter dreijähriger Ausbildungsberuf. Die Ausbildung umfasst unter anderem Gästebetreuung, Serviceabläufe sowie das Planen und Organisieren von Veranstaltungen und Banketts.

8.) Produktion und Organisation: der Kopf hinter der Show

Budget, Personal, Material, Genehmigungen, Künstleranforderungen, Zeitpläne und Si­cher­heits­vor­ga­ben müssen zusammenpassen. Produktion bedeutet deshalb deutlich mehr als Telefonieren und E-Mails schreiben. Hier arbeitet ein Team, dass das große Ganze im Blick behält: auch Zeitplan, Technik, Kundenwünsche und Genehmigungen – das alles muss zusammenpassen. Hier geht es um Ver­ant­wor­tung. Wenn Zeitpläne nicht stimmen, Material fehlt oder ein Dienstleister ausfällt, ist das die zentrale Herausforderung an die Produktionsleitung.

Die Produktionsleitung von Adam Hall bei der Besprechung und Planung des nächsten Events © Adam Hall

Die Produktionsleitung von Adam Hall bei der Besprechung und Planung des nächsten Events © Adam Hall

Typische Tätigkeitsfelder in Produktion und Organisation

Tätigkeitsfeld
Aufgaben
Typische Einordnung
Mitgebrachte Skills
Pro­duk­tions­leiter
Trägt die organisatorische Gesamtverantwortung für eine Produktion
erfahrenes Jobprofil und Führungsfunktion
Überblick, Entscheidungsfähigkeit und Belastbarkeit
Technischer Pro­jekt­leiter
Plant die technische Um­set­zung und koordiniert Gewerke
Jobprofil; oft Ver­an­stal­tungs­tech­niker, Meister oder Ingenieur
Technik, Kalkulation, Kommunikation
Event-Pro­jekt­mana­ger
Plant Veranstaltungen im Kundenauftrag
Jobprofil; Ausbildung, Studium oder Pra­xis­ein­stieg möglich
Organisation, Budgetkontrolle und Kundenführung
Ver­an­stal­tungs­kauf­mann
Plant, kalkuliert und or­ga­ni­ siert Veranstaltungen kaufmännisch
anerkannter dreijähriger Ausbildungsberuf
kaufmännisches Denken, Kommunikation und Planung
Pro­duk­tions­as­sis­tent
Unterstützt Projekt- oder Produktionsleitung
Einstiegsjob
Genauigkeit, Lernbereitschaft und Organisation
Disponent
Plant Personal, Fahrzeuge und Material
betriebliches Jobprofil
Überblick, Softwarekenntnisse und Stressfestigkeit
Stage Mana­ger oder Show Cal­ler
Koordiniert den Ablauf während Proben und Show
spezialisierte Ablauffunktion
Timing, klare Kommunikation und Konzentration
Artist- und Gä­ste­be­treuer
Betreut Künstler, Re­fe­ren­ten oder VIP-Gäste
organisatorisches Jobprofil
Diskretion, Freundlichkeit und Problemlösung

Die Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann verbindet kaufmännische Inhalte mit Konzeption, Organisation, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen. Ein Studium in Eventmanagement kann ebenfalls ein Einstieg sein, ersetzt jedoch nicht automatisch praktische Produktionserfahrung. Doch die wichtigsten Erfahrungen sammelt man häufig als Assistenzkraft: Angebote vergleichen, Zeitpläne pflegen, Dienstleister koordinieren, Protokolle schreiben und Probleme lösen, bevor sie auf der Bühne sichtbar werden.

9.) Video, Streaming, Broadcast und IT: die modernen Wachstumsfelder

Video- und IT-Systeme sind heute Teil fast jeder größeren Veranstaltung. Kameras, Bildmischer, LED-Wände, Projektoren, Medienserver, Streaming-Plattformen und Netzwerke müssen stabil zusammenspielen.

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Moderne Events sind zunehmend “durchdigitalisiert”. LED-Wände, Medienserver, Streaming, hybride Events, Netzwerke, Digital Signage (Digitale Beschilderung), Broadcast-Technik und 3D; sie gehören heute bei vielen Produktionen einfach dazu. Wer aus IT, Videoproduktion oder der Mediengestaltung kommt, findet hier viele gute Einstiegsmöglichkeiten.

Typische Tätigkeitsfelder in Video, Streaming und IT

Tätigkeitsfeld
Aufgaben
Typische Einordnung
Mitgebrachte Skills
Video­tech­niker
Baut Bildtechnik auf und betreibt Signal- und Zu­spiel­sys­teme
technisches Jobprofil
Signalverständnis, Sorgfalt und Fehlersuche
Kamera­mann oder Kamera­ope­ra­tor
Produziert Livebilder oder Aufzeichnungen
kreatives und technisches Jobprofil
Bildgestaltung, Reaktion und Kamerapraxis
Bild­mischer
Wählt und mischt Ka­mera­bil­der für Leinwand oder Übertragung
Broadcast-Spezialisierung
Konzentration, Timing und Regieverständnis
Live-Strea­ming-Tech­niker
Richtet Encoder, Platt­formen, Audio, Video und Übertragung ein
Spezialisierung zwischen Video und IT
Netzwerkkenntnis, Soft­ware und ruh­iges Trou­ble­shoo­ting
Tech­niker für hy­bride Events
Verbindet Saalpublikum, Referenten und digitale Teilnehmer
technisches und organisatorisches Jobprofil
Plattformwissen, Kom­muni­ka­tion und Ab­lauf­planung
Broad­cast-Tech­niker
Plant und betreibt sen­de­fäh­ige Pro­duk­tions­sys­teme
Spezialisierung; Medienausbildung oder Studium möglich
Signalwege, Syn­chro­ni­sa­tion und Dokumentation
Event-Netz­werk­tech­niker
Konfiguriert Switches, Router, VLANs, WLAN und Steuerungsnetze
Administrator-Spezialisierung
Netzwerktechnik, Si­cher­heit und Fehlersuche
Event-Soft­ware­ent­wickler
Entwickelt Lösungen für Ticke­ting, Pla­nung, In­ter­ak­tion oder Steue­rung
Softwareberuf mit Branchenfokus
Programmierung, Nutzer­verständnis und Sys­tem­denken

Der Mediengestalter Bild und Ton ist ein anerkannter Ausbildungsberuf für audiovisuelle Medienproduktionen und kann auch bei Theatern, Messe- und Veranstaltungsagenturen eingesetzt werden. Für Netzwerke und Software bieten sich außerdem Fachinformatik-Ausbildungen oder Studiengänge in Informatik, Medieninformatik und Medientechnik an.

10.) Kreative Berufe rund um Veranstaltungen

Eine Veranstaltung muss nicht nur funktionieren. Sie soll wirken, in Erinnerung bleiben und nach außen sichtbar werden. Dazu braucht es Fotografen, Videografen, Designer, Content-Produzenten und kreative Entwickler.

 Kreativität: Das von uns gestaltete “Lichtmobil” ist bereit gut sichtbar an der Decke aufgehängt zu werden © Engelmann Promotion

Kreativität: Das handwerklich gestaltete “Lichtmobil” ist bereit, gut sichtbar an der Decke aufgehängt zu werden © Engelmann Promotion

Denn die Veranstaltungen müssen wirken. Sie brauchen Bilder, Videos, Storytelling, Gestaltung und starke Inhalte – schon vor, insbesondere während als auch nach der Veranstaltung: Denn eine Veranstaltung endet nicht mit dem letzten Song. Gute Bilder, Videos und Inhalte verlängern ihre Wirkung. Für Fotografen, Videografen und Content-Leute ist die Eventbranche ein starkes Spielfeld: echte Momente, echte Emotionen.

Typische Tätigkeitsfelder der kreativen Berufsbilder

Tätigkeitsfeld
Aufgaben
Typische Einordnung
Mitgebrachte Skills
Event­foto­graf
dokumentiert Menschen, Atmosphäre und wichtige Programmpunkte
fotografische Dienst­leis­tung; Ausbildung oder Portfolio-Weg möglich
Beobachtung, Reaktion, Licht- und Men­schen­kenntnis
Event­video­graf
produziert Eventfilme, Interviews und Social-Media-Clips
kreative Dienstleistung
Kamera, Ton, Schnitt und Storytelling
Droh­nen­ope­rator
Erstellt genehmigte Luftaufnahmen
Zusatzrolle mit luft­fahrt­recht­lichen Anforderungen
Flugpraxis, Sicherheit und Bildgestaltung
Event­desig­ner
Entwickelt das visuelle und räumliche Gesamt­kon­zept
kreatives Jobprofil oder Planungsdienstleistung
Markenverständnis, Raum­ge­fühl und Präsentation
Szeno­graf
gestaltet Räume, Bühnen und Erlebniswelten dramaturgisch
kreativer Planungsberuf; Studium häufig sinnvoll
Konzeption, Gestaltung und räumliches Denken
Social-Media-Mana­ger
Plant und produziert Inhalte rund um die Veranstaltung
Kommunikations- und Marketingjob
Sprache, Tempo, Plattform- und Zielgruppenverständnis
VR-, AR- und XR-Ent­wick­ler
Entwickelt digitale und interaktive Erlebnisräume
Software- und Designberuf mit Eventbezug
Programmierung, 3D-Visualisierung, Gestaltung und Storytelling

Für Fotografen, Videografen und Designer ist ein belastbares Portfolio oft entscheidender als eine beeindruckende Liste von Kursen. Das Portfolio zeigt, ob jemand schwierige Lichtverhältnisse, enge Zeitpläne und echte Veranstaltungssituationen beherrscht.

Zwischenergebnis

Diese ersten zehn Bereiche zeigen bereits, wie unterschiedlich die Wege in die Eventbranche sein können. Du kannst über eine anerkannte Ausbildung einsteigen. Du kannst ein Studium absolvieren, aus einem Handwerksberuf kommen oder dich innerhalb eines Unternehmens vom Helfer zum Spezialisten entwickeln. Entscheidend ist jedoch, die Begriffe sauber zu unterscheiden:

  • Ein Stagehand ist eine Tätigkeit, kein Ausbildungsberuf.
  • FOH-Techniker ist eine Spezialisierung, kein staatlicher Abschluss.
  • Fachkraft für Veranstaltungstechnik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf.
  • Der Meister für Veranstaltungstechnik ist ein geregelter Fortbildungsabschluss.
  • Ein Rigger benötigt die passende Sachkunde und Erfahrung.
  • Eventcatering oder Technikvermietung sind unternehmerische Dienstleistungen.

Im zweiten Teil werden wir uns mit Sicherheit und Verantwortung, Festinstallationen, kaufmännischen Berufen beschäftigen und der Frage, welcher Weg zu dir passt. Außerdem findest du dort eine neu geordnete Übersicht mit 88 Berufen, Funktionen, Spezialisierungen und Dienstleistungen der Eventbranche.


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