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Donnerstag, April 18, 2024
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    12 Tipps für Musiker & Bands: Wie man gerne wieder gebucht wird – oder: Der Ton macht die Musik

    Auf so einem Festival geht eher selten alles glatt … / © Wendy Wei for Pexels

    In den letzten Wochen habe ich ein paar Erfahrungen gesammelt und Beobachtungen machen müssen, die mich dazu bewogen, diesen Artikel zu schreiben!

    Als Musiker bist du pro Show im Schnitt 12 Stunden auf den Beinen und reißt dir den Allerwertesten auf, um ein gutes Konzert abzuliefern. Doch dann scheitert´s an der Unfähigkeit oder dem Unwillen Dritter. In solchen Situationen heißt es, einen kühlen Kopf zu bewahren sowie ruhig, freundlich und bisweilen diplomatisch zu bleiben! Denn das entscheidet oft darüber, ob eure Band von einem Veranstalter nochmal gebucht wird oder nicht.

    Ein Erfahrungsbericht …

    Vor ein paar Wochen hatte ich das Vergnügen, mit einer meiner Bands auf einem richtig großen, mehrtägigen Open-Air-Festival zu spielen. Der Veranstalter hatte sich viel Mühe gegeben, ein Backstagezelt aufgebaut und die Kühlschränke gefüllt. Statt selbst gemachten Essens oder Service vom Caterer gab es Gutscheine, mit denen man sich an einem der vielen Imbissstände versorgen konnte.

    Dort wurde ich unfreiwillig Zeuge, als ein Techniker des PA-Verleihs die Mitarbeiter des Veranstalters zur Schnecke machte: der Wert der Essenscoupons sei viel zu gering und er sei gewohnt, alle sechs Stunden ein Menü im Wert von mindestens 40 Euro zu bekommen … doch was er dabei offensichtlich vergaß: solche Dinge hat er mit seinem Boss zu klären und nicht mit dessen Auftraggeber, dem Veranstalter. Er hat schlichtweg die Rollen von Dienstleister und Kunde verwechselt.

    Ganz egal, ob der Techniker mit seiner Forderung Recht hatte oder nicht:
    Nach so einem Streit gehen die Chancen für einen Folgeauftrag in den Keller.

    Wenn ihr wieder gebucht werden wollt, beherzigt einfach die nachstehenden 12 Verhaltensregeln. Denn das macht es allen Beteiligten einfacher und sichert Euch Nachfolge-Engagements bzw. einen gefüllten Terminkalender.

    1. Single Point Of Contact

    Benennt einen zentralen Ansprechpartner. So schafft ihr klare Verhältnisse, vermeidet Miss­ver­ständ­nisse und es trägt zu eurem professionellen Eindruck bei.

    Auch bei wechselnden Leads (wer hat den Gig besorgt?) lohnt es sich, die Regie neidlos dem/der zentralen Ansprechpartner*in des Headliners zu überlassen. Denn in der Regel hat er/sie auch die meiste Erfahrung im Umgang mit anspruchsvollen oder schwierigen Verhandlungspartnern.

    Color Chief - Eurolite

    2. Kommunikation mit dem Veranstalter

    Kommuniziert rechtzeitig, verständlich und natürlich freundlich. Sollte eine/r von euch Vegetarier oder Veganer sein oder unter irgendwelchen Allergien leiden, sagt bitte rechtzeitig Bescheid (auch wenn es in der Bühnenanweisung steht). Die Clubs kümmern sich dann meistens auch darum, dass passendes Catering zur Verfügung gestellt wird. Ankommen und gleich Meckern macht keinen guten Eindruck und kommt nicht sehr professionell rüber.

    “Als ich noch Veranstalter war, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, in den Engagementverträgen und deren Bühnenanweisung Überzogenes zu streichen bzw. Alternativen dazu zu schreiben”,  so Andy C. – ehem. Veranstalter des Fillmore Kaiserslautern, “in einem anschließenden Telefonat mit der Agentur bzw. Band wurden diese Punkte dann besprochen und abgesegnet.” 

    3. Gästeliste für Bands und Musiker

    Haltet Maß bei der Gästeliste …

    Ein freier Platz pro Musiker ist immer drin. Statt aber Freunde und Bekannte kostenlos rein zu holen, ladet besser Journalisten und Radiomoderatoren ein.

    Ergebnis: Ihr bekommt oft ein richtig gutes Interview. Und einer der von uns eingeladenen Moderatoren macht jetzt sogar eine Live Übertragung unseres Konzerts im Internet. Was will man mehr?

    4. GEMA

    Bringt die fertig ausgefüllte GEMA-Liste zum Auftritt mit. Noch einfacher ist es, wenn ihr eure Setlist auf dem GEMA-Portal hinterlegt habt, deren Link ihr dem Veranstalter zeitnah zukommen lasst.

    Eine pflegeleichte Band, die mitdenkt, ist stets willkommen

    5. Pünktlichkeit bei Auftritten

    Seid pünktlich – immer. Bei einer längeren Strecke plant das Risiko eines Staus oder einer Panne ein. Zeitreserven schonen das Nervenkostüm. Falls ihr zu früh eintrefft, gibt es bestimmt ein nettes Café um die Ecke, wo man noch mal in Ruhe einen Kaffee trinken kann.

    6. Verhalten im Backstage-Bereich

    Der Backstage-Bereich ist ausschließlich den Künstlern vorbehalten. Der Inhalt des Kühlschranks ist für euch gedacht, nicht für eure Freunde und Bekannten.

    Vermeidet jegliches Gedrängel im Backstage-Bereich – und – das Essen ist exklusiv für euch gedacht!

    Ihr könnt gerne rausgehen zu euren Fans, aber diese haben nichts im Backstage Bereich verloren. Auch wollen die Angestellten des Clubs irgendwann Feierabend machen: also sucht Euch eine andere Location für eure Aftershow-Party.

    So ein rustikales Catering ist nicht jedermanns Sache ... / © Steve PB for Pixabay

    So ein rustikales Catering ist nicht jedermanns Sache … / © Steve PB for Pixabay

    7. Licht & Effekte für die Show

    Wenn euch der Lichttechniker zu sehr einnebelt, kann der Gesang schnell darunter leiden. Hazer produzieren zwar schöne Effekte, aber wenn ihr – wie bei uns vor wenigen Wochen – die Show unterbrechen müsst, weil ihr einander nicht mehr seht, ist es definitiv zu viel des Guten. Oder der Spezialist brennt euch mit einem schlecht platzierten Strahler geradezu ein Loch in den Rücken.

    In solchen Situationen seid ihr der Kunde, und die Techniker sind die Dienstleister – auch wenn einzelne Vertreter dieser Spezies das gelegentlich anders sehen. Professionalität wird dann auch daran gemessen, wie souverän ihr in einer derart ungewohnten Situation handelt. Also: Bleibt verbindlich, aber immer freundlich im Ton.

    Eine Bühne verschwindet im Nebel / © Sebastian Ervi for Pexels

    Eine Bühne verschwindet im Nebel … / © Sebastian Ervi for Pexels

    8. Top FOH-Mix

    Der Sound muss stimmen: Die Band kann noch so gut sein, wenn der Mix schlecht ist, bleiben beim nächsten Mal die Zuhörer*innen weg. Jüngst hörte ich einen Tontechniker sagen: “… lieber mache ich ein schlechten Mix, als dass ich wegen Lautstärke-Überschreitung den Job verliere”.

    Ein guter FOH-Techniker kann beides: Guten Sound produzieren und die Lautstärke im Griff haben!

    Meine Meinung: Entweder er beherrscht sein Geschäft und kann auch leise – oder er sollte sich gleich nach einem neuen Job umsehen. Uns ist der FOH-Mix so wichtig, dass wir inzwischen sogar unseren eigenen Tontechniker haben, der uns bei den Konzerten begleitet und die gleiche Gage bekommt wie jeder einzelne Musiker.

    9. Unfaire Behandlung

    Wenn ihr von Gästen darauf aufmerksam gemacht werdet, dass der Tontechniker euren Mix versehentlich oder sogar vorsätzlich kaputt macht, ist eine Beschimpfungsorgie über den Sound nicht zielführend. Stoppt das Programm und beginnt erneut mit dem Soundcheck. Die Zuschauer haben viel Geld dafür bezahlt, ein ordentliches Konzert zu erleben. Auch hilft es, zu Dokumentationszwecken einen Mitschnitt mit einem in der Nähe des FOH Pults aufgestellten Field Recorder zu machen.

    Als eine meiner ehemaligen Bands bei einem Konzert regelrecht kaputt gemixt wurde, habe ich mich am nächsten Tag mit dem Audio File des Field Recorders beim Veranstalter beschwert – seitdem wurden wir stets fair und korrekt behandelt.

    10. Sauberkeit vor und hinter der Bühne

    Hinterlasst Bühne und Backstage Bereich in einem ordentlichen Zustand: umgekippte Gläser und Flaschen, Reste von Gaffa-Tape, Setlists, leere Batterien, gerissene Saiten, kaputte Drum Heads: Wenn ihr euren Müll schon nicht mitnehmt, fragt wenigstens, wo ihr ihn entsorgen könnt. Dann wird auch das Personal gut über euch sprechen. Ihr solltet nie dessen Einfluss unterschätzen.

    In einer Location war es sogar die Crew, die per Votum entschied, dass wir auf einem der folgenden Open Air Festivals spielen durften. Wie heißt es noch? „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus“.

    Geschafft! Die Bühne ist aufgeräumt. / © Ruca Souza for Pexels

    Geschafft! Die Bühne ist aufgeräumt. / © Ruca Souza for Pexels

    11. Nehmt keine „Souvenirs“ mit

    Bei der US Army gibt es den unmissverständlichen Satz: “Government property for government purposes“. Wenn der Veranstalter Duschen und Handtücher zur Verfügung stellt, denkt dran: Handtücher und andere Gebrauchsgegenstände des Clubs sind keine Souvenirs. Missbraucht nicht die nette Geste des Veranstalters, denn das Material fehlt nachher im Bestand. Und der Club-Chef weiß meist recht genau, wo es geblieben sein könnte.

    12. Werbung, Werbung, Werbung

    Die Clubs füllen sich nicht von alleine. Nutzt eure Homepage, Instagram, Facebook und andere Medien, um auf euer Konzert aufmerksam zu machen. Macht kurze Clips von euren Konzerten und ladet sie hoch: Nicht diese sterilen Studio Videos, sondern gut abgemischte Live Mitschnitte, damit die Veranstalter und Fans wissen, was sie für ihr Geld erwarten können. Und nach dem Konzert bedankt ihr euch auf ähnliche Weise bei dem Club und euren treuen Fans.

    Bei der Werbung gilt: Verlasst euch nicht auf den Veranstalter! Nehmt das Aufhängen von Plakaten bzw. Verteilen von Flyern etc. wenn möglich selbst in die Hand.

    Wir sind sogar so weit gegangen, dass wir anlässlich unseres Debuts in Norddeutschland selbst die Genehmigungen bei den Ordnungsämtern besorgt, Plakate gedruckt, aufgehängt (und später wieder entfernt) haben: Als Newcomer gleich beim ersten Konzert auf 360 zahlende Gäste zu kommen, hat uns seitdem einen Dauerplatz in jener Venue verschafft.

    Auch bei einem eher kleinen Clubkonzert gilt: Werbung, Werbung, Werbung! / © Wendy Wei for Pexels

    Auch bei einem eher kleinen Clubkonzert gilt: Werbung, Werbung, Werbung! / © Wendy Wei for Pexels

    Welche Regeln haben sich bei euch bewährt, um nach einem Gig wieder von demselben Club gebucht zu werden? Schreibt´s mir wie immer unten in die Kommentare …

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    Chris Hinz
    Chris Hinz verfügt über eine 6-jährige klassische Ausbildung am Piano und eine 3-jährige Ausbildung an der Sakralorgel. Er ist seit mehreren Jahrzehnten in der Musikszene Rhein Main aktiv und aktuell mit zwei Coverbands und einem Smooth Jazz Duo unterwegs. Chris Hinz ist freiberuflicher Unternehmensberater und war lange Zeit für ein namhaftes IT Unternehmen tätig.
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