© KI-generiert, Engelmann Promotion
In den ersten 2 Teilen unserer XANA-Serie haben wir uns mit Technik, Ausstattung, Netzwerksteuerung und dem Gesamtkonzept beschäftigt. Dabei sind wir auch der Frage nachgegangen, wie man es schafft, ein System mit doch recht professionellen Features zu einem erstaunlich günstigen Preis anzubieten, den sich kleinere Vermieter, Locations oder andere Anwender leisten können, bei denen ein Line Array bis jetzt außerhalb des Budgets war …
Datenblätter, Messwerte und Software sind zwar richtig wichtig, doch entscheidend ist das was passiert, wenn eine PA tatsächlich arbeiten muss. Denn was nutzen die besten Daten, wenn ein System das Leben in freier Wildbahn nicht übersteht. Genau deshalb haben wir XANA inzwischen bei zwei sehr unterschiedlichen Veranstaltungen erlebt: einmal selbst eingesetzt, einmal im großen Festivalbetrieb. Dabei waren Zuverlässigkeit und Sound auch bei hohen Pegeln, bei Regen und Hitze – davon hatten wir diesen Sommer genug – die relevanten Parameter.
Am Ende des Tages interessiert bei einer Beschallungsanlage doch vor allem eines: Kann ich damit auch unter schwierigen Bedingungen arbeiten? Nicht bei einer Stunde Probehören im Lager oder bei einer Produktvorführung. Sondern bei einer richtigen Veranstaltung, bei der Besucher vor der Bühne stehen, mehrere Techniker mischen und das Programm vorher nicht freundlich bei mir fragt, ob die Anlage jetzt gerade Lust auf das Programm hat. Genau deshalb haben wir XANA zunächst selbst eingesetzt.

Bei der Langen Nacht der Kultur in Kaiserslautern liefen sechs Tops und vier Subwoofer vor rund 800 Besuchern. Und schon einige Wochen später stand ich beim Böbing Open Air vor einer deutlich größeren XANA-Konfiguration mit 16 Tops, 14 Subwoofern und drei Nearfills für rund 3.000 Besucher. Damit ließ sich zuverlässig beurteilen, was hinter dem System so alles steckt.
Unser erster Einsatz: Lange Nacht der Kultur in Kaiserslautern
Unser eigener größerer Praxiseinsatz fand in der historischen Fruchthalle Kaiserslautern statt. Durch das 750-jährige Stadtjubiläum war der Zuspruch zur Langen Nacht der Kultur 2026 ohnehin noch deutlich größer als in den vergangenen Jahren. Die Fruchthalle war einer der Spielorte, der Saal ist ungefähr 30 Meter tief, hat eine Raumhöhe von gut 10 Metern und verfügt über eine große Bühne, eine U-förmige Galerie mit Säulen und fasst rund 800 Besucher.

Wir arbeiteten mit sechs Pronomic XANA L-208 TA Mittel-Hochton Topelementen und vier Pronomic XANA L-118 SA Subwoofern . Aufgebaut wurden die Lautsprecher als Groundstack mit jeweils drei Tops und zwei Subwoofern pro Seite.
Das Programm des Tages insgesamt war dabei mit über 20 Programmpunkten durchaus anspruchsvoll. Wir hatten Sprache, Moderationen, Chöre, Solisten, klassische Musik, akustische Instrumente, Tanzmusik und später komplette Live-Bands. Also kein Konzert, bei dem man einmal einen Sound einstellt und anschließend sechs Stunden lang ungefähr das Gleiche passiert.
Klanglich gab es wenig zu diskutieren
Bei der Sprachübertragung war die Verständlichkeit sehr gut. Auch Chöre und akustische Instrumente wurden sauber und differenziert übertragen. Bei den Bands kam dann Leistung dazu: Bass, Dynamik und entsprechender Pegel. Was mich dabei am meisten überrascht hat: Wir waren zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd an einem Punkt, an dem ich das Gefühl hatte, dass dem System langsam die Luft ausgeht …
Dieser Faktor ist dabei für mich natürlich interessanter als irgendwelche Peak-Leistungsangaben. Ich möchte bei einer Veranstaltung Reserve haben. Wenn die Band plötzlich lauter wird oder der Saal voll ist, möchte ich nicht darüber nachdenken müssen, ob die PA noch mitkommt. Das mussten wir während der langen Kulturnacht zu keiner Zeit.
Das System wurde während der Veranstaltung von mehreren Technikern mit unterschiedlichen Pulten bedient und konfiguriert: Jeder mixte, wie er das für richtig hielt und das XANA-System passte sich problemlos an. Am Ende gab es vom Direktor des Kulturamtes sogar ein extra Lob für den guten Sound.
Auch thermisch blieb alles entspannt
Weil es sich um aktive Lautsprecher handelt, habe ich während der Veranstaltung mehrfach die Kühlbereiche kontrolliert. Da war nichts Auffälliges, maximal wurden die Kühlkörper handwarm. Und wenn man mal nicht an die Lautsprecher – zum Beispiel im Hang – herankommt, lassen sich die sich über den P.sysManager unter anderem zu Betriebszuständen und Temperaturen der einzelnen Lautsprecher kontrollieren. Das sind erst mal die Roots. Doch solche Kleinigkeiten erleichtern später den Job ganz enorm.

Beim Handling gibt es noch Luft nach oben
Bei der Hardware gibt es in Sachen Robustheit nichts zu bemängeln, das ist alles sehr massiv und stabil gebaut bei ausreichender Prüfung. Doch obwohl ich zwar auch alleine beim Handling der Array-Elemente XANA L-208 TA klarkam, sollte man hingegen besser zu zweit sein. Bei den Tops würde ich mir zusätzliche bzw. besser erreichbare Griffmöglichkeiten im vorderen Bereich wünschen. Ähnlich sieht es bei den 18-Zoll-Subwoofern aus. Ein leistungsfähiger Single-18er ist nun einmal kein Leichtgewicht. Zusätzliche Griffmöglichkeiten würden auch hier manches einfacher machen.

Das sind jedoch für mich keine ernsthaften Kritikpunkte am System an sich. Allerdings bei langen, anstrengenden Veranstaltungstagen wie hier während „der langen Nacht der Kultur“ werden solche Dinge doch irgendwann relevanter als die Frage, ob irgendwo im Datenblatt noch 2 dB mehr stehen.

Böbing Open Air: Hier wird das System deutlich mächtiger –
bei Regen und Hitze und Vollgasbetrieb
Der nächste wichtige Termin war das Böbing Open Air (BOA) am 7. und 8. August 2026. Hier stand ein Traditions-Open-Air auf dem Fahrplan, das in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feierte. Diesmal waren wir nicht selbst für die Beschallung verantwortlich – und das war durchaus hilfreich. Denn dadurch konnten wir entspannt beobachten, wie XANA in einem größeren Setup unter Festivalbedingungen arbeitet.
Wir waren überall auf dem Gelände unterwegs, beobachteten unauffällig Bühne, Techniker und Sound und konnten mit unseren Kameras sowie in den Gesprächen wertvolle Erkenntnisse sammeln. Pro Seite wurden acht XANA Doppel-8-Zoll-Tops geflogen und dazu wurden insgesamt montiert:
- Links und rechts jeweils acht XANA L-208 TA Topteile – also sechzehn Stück,
- vierzehn XANA L-118 SA Single-18-Zoll-Subwoofer und
- drei Nearfills XANA L-208 TA

Das war kein direkter A/B-Vergleich: Zwei gegenüberliegende Bühnen, andere Dimensionierung, andere Abstimmung und teilweise andere Aufgaben sind eben nicht direkt miteinander vergleichbar. Trotzdem war es natürlich interessant, beide XANA-Systeme unter realen Festivalbedingungen unmittelbar erleben zu können: Denn auf der gegenüberliegenden Seite der Hauptstage hing noch ein wesentlich opulenter bestücktes L-Acoustics-System mit 2×9 KARA und 4× SB18 geflogen sowie 18× KS28 . Rechnet man die verbauten Basschassis, standen damit 40 verbaute 18-Zoll-Treiber auf der L-Acoustics-Seite den 14 Single-18-Zoll-Subwoofern von XANA gegenüber.
XANA auf der einen Seite oder ein erheblich teureres und/oder deutlich größer dimensioniertes System auf der anderen – beide müssen die gleiche Publikumsfläche beschallen. Vor der Bühne standen rund 3.000 Besucher …
Mein erster Gedanke war: „Ganz schön mutig, als Underdog dann auch noch mit einem bestückungsmäßig kleineren System für eine tatsächlich vergleichbare Größenordnung anzurücken. Die Eier dazu muss man schon haben“.

Auch preislich ist die Größenordnung interessant: Auf der einen Seite liegt das XANA-Setup ungefähr im Bereich von 40.000 Euro, während man bei einem entsprechend großen Premiumsystem schnell in einer völlig anderen Investitionsklasse landet. Die häufig genannten Größenordnungen von mehreren hunderttausend Euro zeigen vor allem eines: Wir reden hier wirtschaftlich gesehen über zwei völlig unterschiedliche Konzepte und nicht über einen fairen Preisvergleich einzelner Komponenten.
So groß der Unterschied auf dem Papier war – wie sich das in der Praxis anhörte, dazu kommen wir weiter unten. Vorher lohnt sich ein Blick auf die Leute, die hinter dem System stehen.
Interessant waren in Böbing auch die Leute hinter XANA
Vor Ort trafen wir praktisch die komplette Mannschaft, die sich zur Zeit mit dem System intensiv beschäftigt. Mit dabei waren unter anderem Ernst Seider, Jonas Meishammer, Ruben Raff, Manfred Egner und Alexander Heger sowie Max vom Musikhaus Kirstein .

Die Menschen hinter dem System waren für mich genauso interessant wie die Lautsprecher selbst. Denn ein gutes Beschallungssystem besteht nicht nur aus Gehäusen, Treibern und Verstärkern. Entscheidend ist, ob Leute dahinterstehen, die das Material tatsächlich einsetzen und wissen, auf was es im Einsatz ankommt.
Ruben Raff arbeitet bei Kirstein wesentlich an der technischen und akustischen Entwicklung. Manfred Egner beschäftigt sich unter anderem mit Produktmanagement und Qualität. Ernst Seider und Jonas Meishammer von promedia setzen das Material praktisch im Vermietgeschäft ein und geben Inputs für zukünftige Entwicklungen und Verbesserungen.

Genau diese Verbindung halte ich für richtig. Ein Entwickler kann viel rechnen. Ein Veranstaltungstechniker kann ihm aber anschließend ziemlich präzise erklären, welche seiner guten Ideen nachts um Zwei beim Abbau nerven. Wenn beides zusammenkommt, werden Produkte normalerweise besser.
Hands-on: Vieles ist erfreulich pragmatisch gelöst
Vor dem eigentlichen Festivalbetrieb am Samstag gab es ein öffentliches Hands-on: Interessenten konnten sich das System in Ruhe ansehen. Dabei ging es hauptsächlich um praktische Fragen: Wie funktioniert das Rigging? Wie schnell lässt sich ein Groundstack aufbauen? Wie werden Tops und Subs kombiniert? Wie ist der Wetterschutz gelöst? Und was passiert, wenn aus drei Tops plötzlich acht werden?
Ein Detail gefiel mir dabei besonders gut: der universelle Rigging-Rahmen. Ruben beschrieb es so: „Der Rahmen kann Tops fliegen, kann Subs fliegen, kann beides stacken, oben als auch unten.“

Das klingt zunächst unspektakulär. Ist es für einen Verleiher aber nicht. Jeder zusätzliche Spezialrahmen kostet Geld, braucht Lagerplatz, muss transportiert werden und liegt im ungünstigsten Fall genau dann im Lager, wenn er auf der Baustelle gebraucht wird. Ein weiterer Pluspunkt für XANA : Mit möglichst wenigen unterschiedlichen Komponenten ein Maximum an Flexibilität erreichen. Je universeller solche Teile funktionieren, desto besser. Weitere Hardware ist übrigens in der Entwicklung.
Richtig interessant wird eine PA mit fremden Technikern
Vom Hands-on zurück zum eigentlichen Festivalbetrieb: Ein Festival ist für einen Test eigentlich ideal. Denn dort arbeitet nicht nur derjenige am Mischpult, der das System kennt und vorbereitet hat. Bands bringen ihre eigenen Techniker mit. Und denen ist normalerweise ziemlich egal, ob die Anlage gerade Gegenstand eines Produkttests ist: Sie kommen, hängen ihr Pult dran und wollen arbeiten. Voraussetzung dafür ist ein ausreichend dimensioniertes und gut ausgerichtetes und eingemessenes System.
Genau deshalb fand ich eine Aussage von Ruben besonders interessant: „… Direkt den Mix reingeschoben. Ich habe vielleicht zwei Bänder noch ein bisschen kosmetisch gezogen.“ So etwas höre ich lieber als zehn technische Superlative. Natürlich passt ein Gasttechniker einen Summen-EQ auch einmal an Raum, Geschmack oder eigenes Material an. Wenn für einen grundsätzlich funktionierenden Mix aber erst massive Korrekturen nötig wären, wäre das zumindest ein Hinweis darauf, dass die Grundabstimmung des Systems nicht optimal passt.
Genau das war hier offenbar nicht nötig. Und leise blieb es ebenfalls nicht. Über den Techniker der österreichischen Band Turbobier sagte Ruben: „Der hat richtig laut gemacht. Das war eine gute Herausforderung – aber auch da sind wir problemlos durchmarschiert.“

Das ist für mich ein realistischer Praxistest. Ein fremder Techniker kommt. Er schiebt seinen Mix hinein. Er macht ordentlich Pegel. Und die Anlage funktioniert. Mehr muss eine PA, bezogen auf die reine Beschallung, zunächst nicht beweisen.
Hochsommerliche Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung
Neben dem Verhalten unter fremden Mischpulten war ein zweites Thema spannend, das wir bereits in Kaiserslautern beobachtet hatten – die Temperatur. Bei aktiven Systemen steckt die komplette Leistungselektronik im Lautsprecher. Deshalb interessiert mich natürlich, was dort bei langem Betrieb passiert: In Böbing wurde es da interessant. Ein Nearfill lag beziehungsweise stand direkt in der prallen Sonne und erreichte zeitweise etwa 53 Grad. Das erscheint zwar hoch, ist aber noch weit von einer Größenordnung entfernt, bei der die thermische Schutzschaltung des Systems eingreifen würde.
Bemerkenswert:
Die Temperatur kam nicht primär durch hohen Pegel zustande, sondern durch die Sonneneinstrahlung bei hochsommerlichem Wetter.
Später am Abend lag laut Ruben kein Gerät mehr über 50 Grad. Viele der einzelnen Komponenten bewegten sich im Betrieb ungefähr um 40 Grad. Die Temperatur wird vom System elektronisch überwacht, die thermische Schutzschaltung braucht da – laut Ruben – erst deutlich später einzugreifen. Damit bestand in Böbing trotz Extremtemperaturen ein vernünftiger Abstand zu einem kritischen Temperaturbereich. Unser Eindruck aus Kaiserslautern bestätigt sich damit zunächst: Die lüfterlose Konstruktion scheint auch bei längerer und stärkerer Belastung gut zu funktionieren.
Reichlich Regen gab es natürlich auch
Zur Hitze kam in Böbing auch noch das Gegenteil: Wenn man OpenAir testet, gehört Wasser irgendwann dazu. Natürlich freut sich nicht jeder darüber, aber als gemeiner Tester mag man ja besonders die „unfreundlichen“ Bedingungen: Denn das XANA-System war bereits einige Tage vor dem Festival aufgebaut worden und bekam jetzt zwei Nächte lang kräftigen Regen ab.

Auf der Elektronikseite wurde bei den Bässen und Topteilen der dafür vorgesehene Wetterschutz verwendet. Auch dieser ist pragmatisch gelöst und wird außen an vorhandenen Punkten des Gehäuses befestigt. Der Schutz kann am Lautsprecher verbleiben. Die Front ist mit einem Gaze-hinterlegten Gitter ebenfalls gut geschützt. Natürlich bedeutet ein solcher Wetterschutz nicht, dass man aus einem Lautsprecher automatisch ein beliebig wetterfestes Gerät macht. Entscheidend ist, dass die vorgesehenen Schutzmaßnahmen korrekt eingesetzt werden. Unter den Bedingungen in Böbing funktionierte das problemlos und alles verlief ohne irgendwelche Auffälligkeiten.
Auf der anderen Bühne hing L-Acoustics
Böbing hatte für uns noch einen interessanten Nebeneffekt. Auf der gegenüberliegenden Bühne arbeitete das bekanntlich größer dimensionierte L-Acoustics-System . Daraus sollte man sich zwar keinen direkten Vergleich basteln. Die andere Bühne mit anderer Dimensionierung hatte auch andere Aufgaben und damit eine andere Abstimmung. L-Acoustics gehört völlig zurecht zu den etablierten Systemen im professionellen Touringbereich. Das technisch auf Augenhöhe arbeitende XANA-System überraschte denn auch deutlich.
Und mein Eindruck war auch ziemlich eindeutig: XANA muss sich da nicht verstecken. Das Soundsystem klang nicht nach irgendeiner preiswerten Nebenbühnenlösung. Das System spielte erwachsen, druckvoll und souverän – und dem Bühnenprogramm angepasst. Sound, Pegel und Reichweite passten. Damit verschiebt sich für mich langsam die eigentliche Frage, die am Anfang unserer Testreihe lautete: Kann ein System in dieser Preisklasse überhaupt professionell funktionieren?
Nach Kaiserslautern und Böbing lautet sie eher: Bei welchen Jobs brauche ich tatsächlich ein wesentlich teureres System – und bei welchen Jobs ist XANA wirtschaftlich möglicherweise die vernünftigere Lösung? Das ist die völlig andere Ausgangslage. Genau damit beschäftigen wir uns auch in unserem kommenden Beitrag zur Wirtschaftlichkeit dieses Systems.
Aus einzelnen Lautsprechern wird ein komplettes modulares System mit wachsenden Erweiterungen
Ein Punkt dürfte gerade für kleinere und mittlere Verleiher interessant werden. Denn hier hat man aufgrund der Modularität die Möglichkeit, entweder „groß“ aufzubauen oder auch mehrere kleinere Setups parallel zu betreiben. Typisch für einen solchen Anwender war Rainer, der beim Hands-on vor Ort war und sein Geld mit musikalisch begleiteten Feuerwerken verdient. Sein Kommentar nach Probehören und ausgiebiger Besichtigung: „Wenn ich mir das XANA-System kaufe, kann ich entweder zentrale oder verteilte Systeme aufbauen. Bis jetzt habe ich mir die Lautsprecher immer gemietet. Erstens fällt die Fahrerei weg und ich muss die doch hohen Mieten für Premiumsysteme nicht mehr bezahlen. Das macht sich für mich schnell bezahlt.“

Neben den physischen Elementen gibt es weitere wichtige Faktoren, die ein gutes System auszeichnen: Das sind geprüfte Basis-Setups für unterschiedliche Aufbauten und Anforderungen und die passenden Presets. So muss man nicht alles selbst simulieren oder ausprobieren.
Ernst Seider arbeitet derzeit an neuen kompletten XANA-Konfigurationen für unterschiedliche Anwendungen. Das halte ich für sinnvoll. Denn nicht jeder Käufer möchte zunächst selbst herausfinden, ob er vier, sechs oder acht Tops benötigt, welche Anzahl Subwoofer sinnvoll ist und mit welchen Einstellungen er anfangen soll. Geplant sind deshalb erprobte Systemkonfigurationen mit passenden Filter-Sets. Damit bekommt der Anwender eine vernünftige Ausgangsbasis.
Natürlich ersetzt ein Preset keinen Systemtechniker. Eine Halle ist keine Open-Air-Fläche und 500 sitzende Gäste sind etwas anderes als 2.000 Menschen vor einer Rockbühne. Aber man muss nicht bei jeder Veranstaltung wieder bei null anfangen. Gerade für Anwender, die sich ihr erstes größeres System anschaffen, kann das eine erhebliche Hilfe sein.
Die XANA-Familie wächst
Beim bisherigen Single-18-Zoll-Subwoofer soll es nicht bleiben. Unter anderem ist ein Doppel-18-Zoll-Modell vorgesehen. Dazu sollen weitere Hardwarelösungen kommen, mit denen sich unterschiedliche Setups einfacher realisieren lassen. Das ist wichtig. Denn zwei gute Lautsprecher alleine machen noch kein gutes Beschallungssystem. Dazu gehören für mich mindestens: Rigging, Transport, Wetterschutz, Netzwerksteuerung, Software, Presets, Messdaten, Zubehör und Support. Und Leute, die das Material draußen tatsächlich einsetzen und deren Erfahrungen anschließend wieder in die Produktentwicklung zurückfließen. Bei XANA sieht es derzeit so aus, als würde genau das passieren.

Unser Zwischenfazit nach Kaiserslautern und Böbing
Wir sind mit den Tests noch nicht fertig. Und nach zwei größeren Veranstaltungen werde ich auch kaum behaupten, dass wir bereits alles über das System wissen. Aber wir wissen inzwischen deutlich mehr als nach einem Probehören. In Kaiserslautern haben wir XANA selbst aufgebaut, betrieben und wieder abgebaut. Sechs Tops, vier Subs, rund 800 Besucher, unterschiedlichstes Programm und mehrere Techniker. Das System hat dort keinerlei erkennbare Schwäche gezeigt.
Den gleichen guten Eindruck bekamen wir in Böbing, als ein entsprechend größeres System unter diversen Herausforderungen wie verschiedenen Gasttechnikern, hohen Pegeln, Sonne, Regen und mehreren Tagen Festivalbetrieb auch bei 3.000 Besuchern richtig gut performte.

Um es klar zu sagen: Wer ein Mehrfaches für sein System bezahlt, hat sicherlich an verschiedenen Punkten auch einen Mehrwert. Aber bis man den wirklich benötigt, kommt man mit XANA schon verdammt weit. Nach Kaiserslautern und Böbing stellt sich jetzt für mich bei XANA deshalb nicht mehr die Frage, ob so ein erstaunlich preiswertes Line Array tatsächlich auch brauchbar sein kann …
Mittlerweile halte ich XANA für ein ernstzunehmendes Beschallungssystem, das für viele typische Aufgaben im kleinen und mittleren Veranstaltungsbereich sehr weit reicht. Dass wir hier kein System haben, das Premium-Acts automatisch in ihre Rider schreiben, ist verständlich. Aber das ist auch nicht die entscheidende Frage.
Entscheidend ist doch:
Für welche Jobs brauche ich diesen Riderstatus tatsächlich – und bei welchen Veranstaltungen kann ich mit einem deutlich niedrigeren Kapitaleinsatz genauso vernünftig Geld verdienen?
In den nächsten Artikeln stellen wir die Intention des Teams vor, warum die Entwicklung von XANA ein persönliches Anliegen war, das schon einige Jahre auf dem Plan stand. Dazu untersuchen wir die wirtschaftliche Seite der Nutzung und Vermietung unter verschiedenen Aspekten. Kleiner Cliffhanger: Es wird spannend.
Anhang
Zum Schluß noch etwas wissenwertes Know How, die dir zeigt, dass XANA in der Fruchthalle etwas komplett anderes ist als XANA in Böblingen.
Frequenz |
3 Tops / 0,75 m wie Fruchthalle |
8 Tops / 2,0 m wie Böbing |
|---|---|---|
125 Hz |
ca. 0,10 m |
ca. 0,73 m |
250 Hz |
ca. 0,20 m |
ca. 1,46 m |
500 Hz |
ca. 0,41 m |
ca. 2,92 m |
1.000 Hz |
ca. 0,82 m |
ca. 5,83 m |
2.000 Hz |
ca. 1,64 m |
ca. 11,66 m |
4.000 Hz |
ca. 3,28 m |
ca. 23,32 m |
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