StartTechnik1. TontechnikPronomic XANA Line Array Technik-Check: Sichtbares, Verborgenes und echte Überraschungen
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Pronomic XANA Line Array Technik-Check: Sichtbares, Verborgenes und echte Überraschungen

© KI-generiert, Engelmann Promotion

Der erste Teil der Stageaid Xana-Reihe: Wir hatten es in unserem Auftaktartikel vom 28. Juli schon angeteasert. Nach einer erfolgreichen aber langen Ver­an­stal­tungs­nacht von Klassik und Chor bis hin zur zehnköpfigen Partyband, während der „Langen Nacht der Kultur“  in Kaiserslautern, stand für uns endgültig fest – die Reise mit XANA, dem Pronomic Line Array  könnte spannend werden. Jetzt lösen wir das erste Versprechen ein …

Bevor wir uns mit Praxistests, Rentabilität und Anwendermeinungen beschäftigen, müssen wir einmal ganz von vorne anfangen. Denn „Line Array“ ist erstmal nur ein Wort – ein Marketingbegriff, der auf beeindruckend vielen Produktseiten steht, ohne dass zwangsläufig ein durchdachtes System dahintersteckt. Wir wollen wissen: Was macht ein Line Array überhaupt zu einem Line Array? Wann brauchst du eins wirklich – und wann tut’s auch die gute alte Punktquelle? Und, mindestens genauso wichtig: Wer steckt eigentlich hinter dem XANA, das wir gerade durch unsere Testreihe schleifen?

Diese Folge wird länger als ein Datenblatt,
doch sicherlich unterhaltsamer.

Die Gretchenfrage: Line Array oder Punktquelle?

Stell dir vor, du stehst mit zwei guten Aktivboxen und einem Subwoofer-Paar vor einer Firmenfeier mit 200 Leuten in einem mittelgroßen Saal. Ehrlich gesagt: Hier brauchst du kein Line Array. Zwei ordentliche Punktquellen, sauber positioniert, machen den Job – schnell aufgebaut, wirtschaftlich, ohne großen Aufwand.

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Jetzt stell dir dieselbe Situation vor, nur mit 800 Leuten in einer 40 Meter tiefen Halle, dazu eine Band, die es ordentlich krachen lassen will. Genau hier fängt das Problem der Punktquelle an: Damit die hinteren Reihen noch was von der Musik haben, muss vorne unangenehm laut aufgedreht werden. Die ersten zehn Reihen bekommen Ohrensausen, die letzten zehn hören gedämpften Brei. Das klingt nicht nach einem gelungenen Abend.

Ein Line Array löst dieses Problem nicht durch mehr Pegel, sondern durch bessere Verteilung. Mehrere Elemente werden übereinander gestapelt und gezielt zueinander gewinkelt – dadurch lässt sich die vertikale Abstrahlung viel gezielter auf die Publikumsfläche ausrichten, statt einen Teil des Schalls sinnlos gegen Decke oder Rückwand zu pusten. Vorne nicht unnötig laut, hinten noch ausreichend Pegel, gleichmäßiger über die Fläche verteilt.

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Ein Line Array kann „geflogen“, also hängend in Trussen, Towern, Flugpunkten oder Wandbefestigungen betrieben werden. Als Alternative kommt ein „Groundstack“ in Frage, also ein auf dem Boden oder der Bühne stehend aufgebautes System. Diese Betriebsart braucht im mobilen Betrieb im Allgemeinen weniger Zubehör wie Lifte oder Trussing. Hintendran steckt pure Physik – und ziemlich viel In­ge­nieurs­ar­beit bei Installation und DSP Einstellung. Bei der richtigen Einstellung helfen Simulationsprogramme, die Winkelung, Anzahl der Elemente, Hörflächen, Installationspunkte und einiges mehr berücksichtigen. Damit du beim nächsten Angebotsgespräch nicht raten musst, hier die Kurzformel:

Line Array lohnt sich, wenn:
Punktquelle reicht oft, wenn:
die Publikumsfläche tief oder länglich ist
der Raum klein oder die Fläche kaum Tiefe besitzt
die Distanz: Bühne – letzte Reihe groß ist
eine Person allein aufbauen muss
mehrere hundert Gäste oder mehr erwartet werden 
wenig Aufbauzeit zur Verfügung steht
das System skalierbar bleiben soll
es nur kleine Feiern oder Konferenzräume sind
Aus bühnentechnischen Gründen geflogen werden soll
geringe Lautstärke und für wenig Publikum geplant wird

Und ja, das heißt auch: Ein Line Array ist keine automatische Aufwertung. Wer für eine Hochzeit mit 40 Gästen ein Achter-Array aufbauen will, hat entweder zu viel Zeit oder zu wenig Beratung bekommen. Die richtige Frage ist nie „Wie viele Tops willst du?“, sondern „Was willst du eigentlich beschallen?“

XANA im Groundstack-Aufbau – gestapelt statt geflogen. © Kirstein

XANA im Groundstack-Aufbau – hier gestapelt und nicht geflogen. © Kirstein

Die zwei Hauptdarsteller: L-208 TA und L-118 SA

Genug Theorie – reden wir über die Fakten. Das XANA-System  besteht im Kern aus zwei Komponenten, die sich beliebig kombinieren und erweitern lassen: dem aktiven Drei-Wege-Topteil XANA L-208 TA  und dem aktiven 18-Zoll-Subwoofer XANA L-118 SA.

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XANA L-208 TA: das Topteil

26 Kilogramm Birkensperrholz mit Polyurethan-Beschichtung, zwei 8-Zoll-Tieftöner, zwei 1,35-Zoll-Kompressionstreiber – und mittendrin ein 32-Bit-DSP mit acht FIR-Filtern, der die ganze Kiste antreibt. 1.400 Watt RMS, 2.800 Watt Peak, bis zu 132 dB Schalldruck: Zahlen, die auf dem Papier beeindrucken, aber im echten Betrieb zeigen müssen, was sie wert sind.

Merkmal
Wert
Bestückung
2× 8″ Tieftöner + 2× 1,35″ Kompressionstreiber
Leistung
1.400 W RMS / 2.800 W Peak
Max. Schalldruck
132 dB
Frequenzbereich
65 Hz – 20 kHz
Abstrahlung
90° horizontal / 12° vertikal pro Element
Gehäuse
Birkensperrholz, PU-Beschichtung
Rigging
3-Punkt-Aufhängung, Winkel 0,5°–10°
Gewicht
26 kg

Am Flugrahmen lassen sich laut Hersteller bis zu 16 Topteile einsetzen – „grundsätzlich“, wie es im Handbuch heißt. Und dieses „grundsätzlich“ ist kein Kleingedrucktes zum Überlesen: Die tatsächlich zulässige Zahl hängt von Winkelung, Gesamtneigung und Pickpoint ab. Wer Lasten über Personen fliegt, verlässt sich nicht auf sein Bauchgefühl, sondern auf Simulation und dokumentierte Lastgrenzen.

Das XANA L-208 TA: DSP und Endstufe sitzen bereits im Gehäuse. ©  Kirstein

Das XANA L-208 TA: DSP und Endstufe sitzen bereits im Gehäuse. © Kirstein

XANA L-118 SA – der Subwoofer

70,8 Kilo, ein 18-Zoll-Neodym-Treiber mit 4-Zoll-Schwingspule, 2.400 Watt RMS, 4.800 Watt Peak, bis zu 138 dB. Runter geht’s bis 34 Hz, damit auch der letzte Bassdrum-Tritt noch im Bauch ankommt. Vier-Punkt-Flugsystem, nachrüstbare Transportrollen – und, häufig wichtig im Alltag, vorbereitete Presets für kardioide Bassanordnungen.

Merkmal
Wert
Bestückung
1× 18″ Neodym-Treiber, 4″-Schwingspule
Leistung
2.400 W RMS / 4.800 W Peak
Max. Schalldruck
138 dB
Frequenzbereich
34 Hz – 150 Hz
Rigging
4-Punkt-Flugsystem, flugfähig
Gewicht
70,8 kg
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StageAID-Basiswissen: Was bedeutet kardioider Bass?
Tiefe Frequenzen breiten sich normalerweise fast kugelförmig aus – ein Subwoofer strahlt also auch auf die Bühne und gegen die Rückwand.
Bei einer kardioiden Anordnung werden mehrere Subwoofer so kombiniert, dass sich die rückwärtige Bassenergie teilweise auslöscht.
Effekt: weniger Bass auf der Bühne, saubereres Monitoring, kontrollierterer Klang im Publikum.
Aber: Ein Preset ersetzt keine vernünftige Planung. Aufstellung, Abstand, Polarität und Delay müssen zusammenpassen – die Presets sind ein Einstieg, kein Ersatz für Kontrolle vor Ort.

Was kostet dieses System?

Zahlen sind eigentlich unwichtig, bevor der Klang überzeugt – aber weil wir wissen, dass wahrscheinlich doch jeder schnell nachrechnet: Ein einzelnes XANA L-208 TA kostet zum Redaktionszeitpunkt 990,- €, der L-118 SA Subwoofer 1.490,- €.

XANA L-118 SA: aktiver 18-Zoll-Subwoofer mit eigenem DSP. ©  Kirstein

XANA L-118 SA: aktiver 18-Zoll-Subwoofer mit eigenem DSP. © Kirstein

Ein komplettes Einstiegspaket, das sogenannte Straight Set, aus acht Topteilen, vier fliegbaren Subwoofern und zwei Transport-Dollys, liegt bei 14.550 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Für ein vollaktives, skalierbares Line-Array-System mit DSP in jeder Box ist das – gelinde gesagt – eine ungewöhnliche Hausnummer.

Wie sich das wirtschaftlich rechnet, welche Auslastung du für welchen Return brauchst und wo die Grenze zur Riderakzeptanz liegt, heben wir uns für den Wirtschaftlichkeits-Teil unserer Serie auf. Hier reicht erstmal: Die unternehmerische Rechnung, die vorher vielleicht gar nicht möglich war, wird plötzlich möglich. Es wird interessant.

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Reichhaltiges Zubehör zum XANA ermöglicht professionelles Handling

Ein Topteil und ein Subwoofer sind erstmal nur die halbe Miete. Damit daraus ein einsatzfähiges System wird, das sich fliegen, stapeln, transportieren und auch bei schlechtem Wetter draußen stehen lassen kann, kommt einiges an Zubehör dazu. Wir haben uns durchs Kirstein-Regal gearbeitet.

Regenschutz: Wenn das Wetter nicht mitspielt

Open Airs halten sich selten an den Wetterbericht. Für das XANA L-208 TA gibt es deshalb einen passgenauen Regenschutz, der über die Elektronik der Lautsprecher gezogen wird und die Elektronik bei Nieselregen oder Gischt vor Feuchtigkeit schützt. Kein Ersatz für gesunden Menschenverstand bei echtem Unwetter, aber ein sinnvoller Baustein, wenn die Anlage draußen über Stunden am Netz hängt. Für weitere Sicherheit sorgen die PowerCON TRUE1 Armaturen, mit denen sich je nach Montage die Schutzklasse IP 65 erreichen lässt.

Regenschutz für das XANA L-208 TA: übergezogen statt eingepackt. ©  Kirstein

Regenschutz für das XANA L-208 TA: übergezogen statt eingepackt. © Kirstein

Flyware: Flugrahmen, Flybar und die Fly-Sets

Wer XANA fliegen oder stacken will, braucht die passende Mechanik. Kirstein bietet dafür ein modulares Baukastensystem: einen Flugrahmen für Topteile oder Subwoofer, dazu eine Flybar, die das gesamte Paket am Pickpoint zusammenhält. Alles in robuster Stahlkonstruktion und mit 3-Punkt-Rigging für einen zügigen, sicheren Aufbau:

  • Flybar (für L-208- und L-118-Flugrahmen): 99,- €
  • Flugrahmen + Flybar Set für L-208 TA: 489,- €
  • Flugrahmen + Flybar Set für L-118 SA: 589,- €
  • Fly Big Blind Set (4 Flugrahmen für Subwoofer + 2 Flybars, zum direkten Koppeln von Tops an Subs): 2.100,- €

XANA Flugrahmen und Flybar. © Kirstein

XANA Flugrahmen und Flybar. © Kirstein

Die Rahmen für XANA l-208 TA im Einsatz: © Kirstein

Die Rahmen für XANA l-208 TA im Einsatz: © Kirstein

Dolly & Schutzhüllen: Der Alltag zwischen zwei Gigs

Der XANA L-208 TA Transport-Dolly nimmt vier oder sechs bereits gekoppelte Topteile auf – platzsparend, stapelbar, mit zwei gebremsten Rollen für sicheren Stand. Das spart im Alltag genau die Einzelhebevorgänge, die auf Dauer den Rücken ruinieren. Für den Dolly gibt es außerdem optional Schutzhüllen für vier oder sechs Topteile, damit das Material auch auf der Fahrt zum nächsten Gig sauber und unbeschädigt bleibt.

Transport-Dolly für vier oder sechs XANA L-208 TA Topteile ©  Kirstein

Transport-Dolly für vier oder sechs XANA L-208 TA Topteile © Kirstein

Steuerung unterwegs: der USB-RS485-Dongle

Damit der P.sysManager überhaupt mit den Lautsprechern reden kann, braucht der Windows-Rechner das passende Interface: ein USB-RS485-Dongle für 99 Euro, der die digitale Steuerung sämtlicher XANA-Systemfunktionen freischaltet – von Gruppenbildung über EQ bis zur Offline-Projektplanung, die wir im Software-Teil oben beschrieben haben.

USB-RS485-Interface: die Brücke zwischen Laptop und XANA-Netzwerk. © Kirstein

USB-RS485-Interface: die Brücke zwischen Laptop und XANA-Netzwerk. © Kirstein

Preise für weiteres Zubehör:

  • Regenschutz XANA L-208 TA – Wetterschutz für Open-Air-Einsätze (noch ganz frisch, deshalb Preis auf Anfrage)
  • Standbase für L-208 TA Flugrahmen – 49,90 €
  • Transport-Dolly L-208 TA (4/6 Topteile) Schutzhüllen optional – 549,- €
  • USB-RS485-Interface für P.sysManager – 99,- €
  • Weiteres Zubehör und Kabel auf der XANA Website

Professionelle Anschlüsse: PowerCon TRUE1 und etherCON

Ein Detail, das auf keinem Prospektfoto glänzt, im Alltag aber Nerven spart: XANA setzt bei Strom- und Datenanschlüssen auf verriegelnde Industriestandards. PowerCON-TRUE1-kompatible Stromstecker lassen sich nicht versehentlich rausziehen, wenn jemand übers Kabel stolpert, und etherCON-kompatible Datenanschlüsse tun beim Netzwerkkabel dasselbe. Beides ist auf jeder größeren Bühne ohnehin Standard – heißt: Ersatzkabel bekommst du notfalls auch beim Nachbarverleiher, ohne nach einem Exoten-Stecker suchen zu müssen.

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Die Software: Wie aus mehreren Lautsprechern ein Gesamtsystem wird

Ein Line Array ohne vernünftige Steuerung ist wie ein Orchester ohne Dirigent – jeder spielt für sich, aber niemand zusammen. Genau hier kommt der P.sysManager ins Spiel: Das ist die zentrale Windows-Software für das gesamte XANA-System, angebunden über ein USB-RS485-Interface. Der P.sysManager kann kostenlos auf der XANA Internetseite heruntergeladen werden. Hier findest du auch die Simulations- und Firmwaredaten:

  • Verwaltung einzelner Lautsprecher und Gruppenbildung
  • Pegel, Mute, Delay, EQ und Filter (8 FIR-Filter pro Lautsprecher, nur per Remote)
  • Array Length Correction (ALC) und Field Ambience Correction (FAC)
  • Kardioide Subwoofer-Presets
  • Sweep-Generator pro Box für Diagnose und Identifikation
  • Statusüberwachung, Temperaturkontrolle, Offline-Projektplanung

ALC: Wenn das Array wächst, muss die Abstimmung mitwachsen

Ein Array mit drei Topteilen pro Seite verhält sich akustisch anders als eins mit zwölf. Mit wachsender Elementzahl verändert sich die Energieverteilung, vor allem im Mitten- und Tieftonbereich. Die Array Length Correction  gleicht diese Unterschiede automatisiert aus – das ist kein Ersatz für eine Messung, aber eine vernünftige Ausgangsbasis, damit du nicht bei jedem Setup wieder bei null anfängst.

FAC: Wenn die Physik gegen dich arbeitet

Hohe Frequenzen werden über Distanz stärker gedämpft als tiefe – auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit mischen mit. Die Field Ambience Correction  soll genau das kompensieren, damit es in den hinteren Reihen nicht dumpf klingt, während vorne der Hochton nervt.

Der Sweep-Generator: klein, aber im Alltag Gold wert

Wer schon mal nach einer Vermietung ein Zwölf-Element-Array kontrollieren musste, weiß, wie mühsam Überprüfung und Fehlersuche sein können. Jeder XANA-Lautsprecher hat einen eigenen Testtongenerator eingebaut – per Fernbedienung oder auch direkt am Lautsprecher lassen sich gezielt einzelne Lautsprecher durchsweepen. Praktisch für die Funktionsprüfung vor dem Soundcheck, die Identifikation einzelner Boxen im Array oder die Materialkontrolle vor der nächsten Vermietung. Klingt nach Kleinigkeit, spart im Alltag aber Zeit und Nerven.

Der P.sysManager: zentrale Netzwerksteuerung für das gesamte Xana-System. © Kirstein (Zur Vergrößerung ins Bild klicken)

Der P.sysManager: zentrale Netzwerksteuerung für das gesamte Xana-System. © Kirstein (Zur Vergrößerung ins Bild klicken)
Sicherheit ist kein Marketingversprechen
Konstante Überwachung der Eingangsspannung mit automatischer Abschaltung im Gefahrenfall.
Einschaltstrombegrenzung: 5 Einheiten lassen sich gleichzeitig einschalten, ohne dass eine Sicherung auslöst.
Belastungsprüfung mit 2,5 t über 24 Stunden nach deutschem Standard, Sicherheitsfaktor 5 – geprüft durch ein deutsches Ingenieurbüro.
Laut Handbuch gilt für die Konstruktion ein Mindest-Bruchsicherheitsfaktor von 1:3,75 gemäß DGUV Vorschrift 17.

EASE Focus 3: XANA planen, bevor die erste Box hängt

Neben dem P.sysManager steht für XANA auch EASE Focus 3 zur Verfügung. Die kostenlose Simulationssoftware zeigt bereits vor dem Aufbau, wie viele Elemente benötigt werden, an welchem Punkt das Array geflogen werden kann und welche Winkel zwischen den einzelnen Topteilen sinnvoll sind. Auch Groundstack-Varianten lassen sich planen. So wird sichtbar, wie sich der Schall auf der Publikumsfläche verteilt und ob die gewünschte Konfiguration mechanisch überhaupt zulässig ist. Gibt die Software eine Überlastungswarnung aus, darf das System in dieser Form nicht geflogen werden. Die XANA-Anleitung  beschreibt diese Funktionen ausführlich.

Entscheidend für die Qualität einer solchen Simulation sind die zugrunde liegenden Lautsprecherdaten. Die Daten des XANA-Systems wurden dafür vom renommierten Institut für Akustik und Audiotechnik, kurz IFAA, unter Beteiligung des bekannten Akustikers Anselm Goertz messtechnisch erfasst und für die Simulation aufbereitet. Das IFAA gehört zu den von AFMG aufgeführten Spezialisten für Lautsprechermessungen und die Erstellung professioneller EASE-GLL-Daten.

So könnte eine Simulation aussehen. KI generierte Beispielgrafik (Zur Vergrößerung ins Bild klicken)

So könnte eine Simulation aussehen. KI generierte Beispielgrafik (Zur Vergrößerung ins Bild klicken)

Das ist weit mehr als ein hübsches Software-Extra. Aussagekräftige GLL-Daten bilden das tatsächliche Abstrahlverhalten eines Lautsprechers wesentlich genauer ab als einfache Angaben aus einem Datenblatt. Erst dadurch kann EASE Focus realistisch berechnen, welche Bereiche versorgt werden, wo unnötige Energie landet und wie das Array ausgerichtet werden sollte. Die Simulation ersetzt zwar weder Fachwissen noch die Kontrolle vor Ort – sie schafft aber eine belastbare Grundlage, bevor das erste XANA-Element auf dem Dolly angewinkelt oder über den Köpfen des Publikums geflogen wird. Hier geht’s zum Download.

Die Köpfe hinter XANA

Ein System wie XANA entsteht nicht an einem Wochenende und schon gar nicht allein am Reißbrett. Drei Namen tauchen im Umfeld dieses Projekts immer wieder auf – und jeder von ihnen trägt einen anderen Teil der Verantwortung.

Von Links: Jonas, Alex, Ernst, Andreas, Ruben, Manfred (Jonas und Ernst von Promedia), alle anderen Musikhaus Kirstein © Kirstein

Von Links: Jonas, Alex, Ernst, Andreas, Ruben, Manfred (Jonas und Ernst von Promedia), alle anderen Musikhaus Kirstein  © Kirstein

Ruben Raff ( Entwicklung und Konzept)

Ruben Raff leitet bei Kirstein die PA-Abteilung und hat die mechanische und akustische Entwicklung der XANA-Serie maßgeblich begleitet – von der Treiberanordnung über die Trennfrequenzen bis zur DSP-Abstimmung. Genau die Themen, die uns am meisten interessieren: Wie entscheidet man sich für eine bestimmte Treiberanordnung? Warum diese Trennfrequenzen und keine anderen? Und wie schafft man es, dass ein derart leistungsstarkes System selbst im hocheffizienten Hochton so auffallend rauscharm bleibt?

Diese Fragen wollten wir Ruben nicht einfach unterstellen, sondern ihm direkt stellen. Ein ausführliches Interview ist in Arbeit – sobald die Antworten da sind, bekommst du sie hier auf StageAID zuerst. Bis dahin bleibt’s ein Cliffhanger, den wir uns redlich verdient haben.

Manfred Egner (Product Management)

Während Ruben an Chassis und Filtern feilt, sitzt Manfred Schmitt an einer weniger glamourösen, aber mindestens genauso wichtigen Front: EU-Konformität, Terminierung von Messungen, Normerfüllung, Qualitätsmanagement entlang der kompletten Wertschöpfungskette. Gerade weil Teile der Fertigung außerhalb der EU liegen, ist genau diese Arbeit im Hintergrund entscheidend dafür, dass am Ende ein Produkt rauskommt, dem man auch über Personenköpfen vertrauen kann.

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Ernst Seider (promedia group): Praxiseinsätze

Und dann ist da noch Ernst Seider von der promedia group, der zusammen mit Jonas Meishammer mit den XANA-Systemen seit Monaten im Dauereinsatz unterwegs ist – Veranstaltungen, Messeauftritte, Roadshows. Er sammelt genau die Praxiserfahrungen, die sich am Reißbrett nicht simulieren lassen: schwankende Stromnetze, wechselnde Gasttechniker, enge Zeitpläne. Seine Rückmeldungen fließen direkt in die Weiterentwicklung der Reihe ein – und seine Einschätzungen sind ein zentraler Baustein von Beitrag 2.

Als Nächstes in der XANA-Reihe: Die Praxiserfahrungen

Xana im Veranstaltungseinsatz – unser eigener Test in der Fruchthalle bei der Langen Nacht der Kultur, plus Erfahrungen von Ernst Seider und weiteren Anwendern zu Handling, Sound und unterschiedlichen Setups. Wir hoffen, dass unsere Vorstellung euch bisher zusagt. Fragen oder Anregungen gerne unter diesem Beitrag in die Kommentare oder auch direkt an team(at)stageaid.de

Schluss mit der Theorie – jetzt wird’s laut – Einladung zum Open Air mit Hands-on

Wir haben uns Aufbau, Technik und Innenleben des Pronomic XANA ausführlich angesehen. Doch am Ende entscheidet nicht irgendein Datenblatt, sondern der Eindruck unter echten Bedingungen. Deshalb lädt das Musikhaus Kirstein am Samstag, 8. August 2026, zur Pronomic XANA Live Experience auf dem Böbing Open Air ein:

© Kirstein

Von 13:00 bis 14:00 Uhr kannst Du das XANA auf der Pronomic Stage live hören, aus nächster Nähe anschauen und beim anschließenden Hands-on selbst genauer unter die Lupe nehmen. Die Pronomic-Experten beantworten Fragen rund um Systemaufbau, Technik und praktische Einsatzmöglichkeiten. Danach geht es mit dem Konzertprogramm weiter. Auch wir von StageAID  werden vor Ort sein und freuen uns auf persönliche Gespräche mit Euch.

Termin: Samstag, 8. August 2026 Zeit: 13:00 bis 14:00 Uhr Ort: Pronomic Stage beim Böbing Open Air Einladung, Informationen und Anmeldung: www.kirstein.de/Xana-Live/

XANA lesen ist gut.
XANA selbst hören ist besser.


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Jörg Kirschhttp://www.kirsch-veranstaltungstechnik.de
Jörg Kirsch studierte ab 1981 Elektrotechnik in Kaiserslautern. An der Universität leitete er zwei Jahre lang das Kulturreferat und startete parallel dazu seine Firma für Veranstaltungstechnik mit eigener Ingenieur- und Entwicklungsabteilung. Auf sein Konto gehen weit mehr als 10.000 persönlich betreute Veranstaltungen, unter anderem die Realisation eines Bon-Jovi Konzertes zusammen mit Jet-West. Als gefragter Partner für Eventberatung ist er für mehrere Firmen tätig, u.a. als Bühnenmeister für das Kulturreferat Kaiserslautern. Mit seiner Firma betreut er mehrere Eventlocations, entwickelt spannende Veranstaltungsformate und bietet Ausbildungen im Veranstaltungsbereich. Persönlich liegt ihm der Support und die Entwicklung junger Künstler am Herzen. Mit Begeisterung engagiert er sich in mehreren Netzwerken, um auch hier die regionale Kulturszene zu fördern.
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