© KI-generiert, Engelmann Promotion
Wer Bilder, Videos, Texte oder Audio mit KI erstellt und veröffentlicht, sollte jetzt genau hinschauen. Ab dem 2. August 2026 greifen in der EU neue Transparenzvorschriften des AI Acts. Verstöße können – je nach Fall – mit Bußgeldern von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden. Gleichzeitig veröffentlicht die EU erstmals offizielle Kennzeichnungssymbole für KI-generierte Inhalte.
Betrifft mich das überhaupt?
Viele werden sich diese Frage stellen. Die Antwort lautet: Möglicherweise ja. Die neuen Vorschriften betreffen unter anderem:
- Fotografen und Videografen
- Veranstaltungsunternehmen, Marketingabteilungen und Agenturen
- Social-Media-Manager und Blogger
- Journalisten und YouTuber
- Musiker und Podcaster
- Unternehmen mit Chatbots und Betreiber von KI-Assistenten
Es betrifft praktisch jeden, der KI-Inhalte veröffentlicht oder KI-Systeme einsetzt. Ausnahme: Privatpersonen und Künstler (dazu unten mehr …)
Gerade in der Veranstaltungsbranche werden heute bereits KI-generierte Bilder, Werbegrafiken, Social-Media-Posts, Videos oder Sprecherstimmen eingesetzt. Damit dürfte das Thema künftig nahezu jeden professionellen Content-Ersteller betreffen.
Die EU veröffentlicht erstmals offizielle KI-Symbole
Die Europäische Kommission stellt drei offizielle Symbole bereit, mit denen KI-Inhalte gekennzeichnet werden können.
Wichtig:
Die Symbole selbst sind zwar freiwillig,
die Transparenzpflicht nach Artikel 50 des AI Acts dagegen nicht:
Hier beschreibt die Bundesnetzagentur inhaltlich,
wie die Transparenzpflichen interpretierbar sind.
Symbol 1 – KI beteiligt
Dieses Symbol eignet sich überall dort, wo KI unterstützend eingesetzt wurde oder weiterführende Informationen über eine zweite Ebene (Tooltip, Infobox usw.) angeboten werden:

Typische Beispiele:
- Bild mit ChatGPT geplant
- Text mit Gemini erstellt und redaktionell bearbeitet
- Video mit KI-Unterstützung produziert
Symbol 2 – Vollständig KI-generiert
Dieses Symbol kennzeichnet Inhalte, die vollständig durch KI entstanden sind:

Dazu zählen beispielsweise:
- komplette KI-Bilder
- KI-Musik
- KI-Videos
- vollständig von KI geschriebene Texte
Symbol 3 – Mit KI verändert
Dieses Symbol kommt zum Einsatz, wenn bereits vorhandene Inhalte nachträglich mit KI verändert wurden:

Zum Beispiel:
- Gesichtstausch
- Himmel ersetzt
- Personen entfernt
- virtuelle Möblierung
- KI-Retusche
Welche Strafen drohen?
Hier wird es ernst. Die Transparenzpflichten nach Artikel 50 gehören ausdrücklich zu den Vorschriften, deren Verletzung sanktioniert werden kann. Der AI Act nennt als Obergrenze 15 Millionen Euro oder bis zu 3 % des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem welcher Betrag höher ist. Für kleine und mittlere Unternehmen gelten zwar besondere Verhältnismäßigkeitsregeln. Trotzdem zeigt die Höhe der möglichen Sanktionen deutlich, welchen Stellenwert die EU dem Thema beimisst.
Die Kennzeichnung ist nicht immer erforderlich
Der AI Act verlangt keine Kennzeichnung sämtlicher KI-Inhalte. Der Act gilt denn auch für Künstler, sofern sie KI-Werkzeuge gewerblich nutzen oder KI-generierte Kunstwerke veröffentlichen. Doch er unterscheidet dabei streng zwischen kreativer Freiheit, Phantasie, Abstraktion und echter Täuschung (Deepfakes). Die europäische KI-Verordnung gilt jedoch grundsätzlich nicht für Privatpersonen, wenn sie künstliche Intelligenz für rein persönliche und nichtberufliche Zwecke nutzen. Auch müssen sie privat erstellte KI-Bilder, Texte, Videos oder Audios (z.B. im Familienchat oder auf dem eigenen Profil) nicht als KI kennzeichnen. Die Transparenzpflicht gilt also insbesondere für:
- Deepfakes
- bestimmte KI-generierte Texte zu Themen von öffentlichem Interesse
- KI-generierte Bilder, Audio oder Videos in den geregelten Fällen
- Chatbots
- Systeme zur Emotionserkennung
- biometrische Klassifizierungssysteme
Ob tatsächlich eine Kennzeichnung erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Einsatzgebiet ab. Die Europäische Kommission hat hierzu umfangreiche Leitlinien veröffentlicht, in denen zahlreiche Praxisfälle erläutert werden – von Chatbots über Deepfakes bis hin zu KI-generierten Texten, Bildern, Audio- und Videoinhalten. Wer KI beruflich einsetzt, sollte diese Leitlinien kennen. Die offiziellen Leitlinien findest Du hier:
Leitlinien zu Transparenzpflichten für Anbieter und Anwender von KI-Systemen
Video der EU-Kommission
Die Europäische Kommission erklärt die neuen Transparenzregeln in einem kurzen Video:
15 MILLIONEN Strafe! Neue KI-Pflicht ab 2. August – das trifft JEDEN
Download der offiziellen EU-Icons
Die Europäische Kommission stellt sämtliche Originaldateien kostenlos bereit. Die Icons gibt es als SVG oder PNG und in verschiedenen Farbvarianten:
EU-Symbole zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte
StageAID-Einschätzung
Auch wenn die offiziellen EU-Symbole freiwillig sind, werden sie sich vermutlich rasch etablieren. Sie schaffen eine einheitliche Kennzeichnung und helfen Unternehmen, Agenturen und Content-Erstellern dabei, die neuen Transparenzregeln verständlich umzusetzen. Gerade in der Veranstaltungsbranche, in der KI längst für Bildbearbeitung, Werbematerial, Social Media, Video und Audioproduktion eingesetzt wird, dürften die Symbole schon in den nächsten Monaten zum neuen Standard gehören.
Inhalt und Grafiken dieses Artikels wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
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