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Praxis-Stimmen: Ernst Seider fährt XANA und eine etablierte Marke parallel im selben Fuhrpark

© KI-generiert, Engelmann Promotion

„Pronomic würde kein Profi einsetzen“  – dieser Satz fiel in der Facebook-Dis­kus­sion zu einem unserer letzten XANA-Beiträge. Ernst Seider  würde an dieser Stelle vermutlich kurz auflachen. Denn er hat XANA  nicht als Ersatz für sein etabliertes System im Einsatz, sondern zusätzlich. Seitdem setzt er beides parallel ein, so wie es die Locations zulassen: mal komplett solo, mal nur Bass und Top einer anderen Marke, mal gemischt.

Ernst Seider deckt mit seinem Veranstaltungsunternehmen Promedia-Group  ein außer­ge­wöhn­lich breites Spektrum ab: vom kleinen Club bis zum großen Bierzelt, von Konferenz und Comedy bis Blasmusik, Bandbetrieb, Orchester und Techno. Ernst ist weltweit als Audioingenieur tätig und arbeitet mit zahlreichen internationalen Künstlern und Bands zusammen, darunter Status Quo, Gotthard, Alice Cooper, Chris de Burgh, A-ha, Doro, Kansas, Deep Purple, Don Felder  und auch Whitesnake . Auch auf Wacken , dem Metal Cruise und weiteren großen Live und TV Produktionen ist er zu finden.

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Also ist Ernst Seider  mit seinen 40 Jahren Branchenerfahrung genau der richtige Mann, um Praxis­taug­lich­keit, Performance und Rentabilität eines Systems zu beurteilen. Als offizieller Systempartner des Musikhauses Kirstein  für das XANA Linearray  von Pronomic  hat er eine zusätzliche Aufgabe: Er betreut die Roadshows und Messen, erstellt Startpresets, die jedem User zugute kommen und gibt Feedback für weitere Entwicklungen im XANA  Universum. Deshalb wollten wir von ihm wissen, wie sich XANA  im direkten Alltagsvergleich mit seiner renommierten, etablierten Marke L-Acoustics  schlägt: beim Handling, Rigging, Sound, Pegel, Zuverlässigkeit und der Hitzebeständigkeit inklusive.

Wer beide Systeme aktiv in seinem Vermietpark betreibt,
braucht nichts schön zu reden.

Das Wichtigste in aller Kürze:
  • Auslöser für den Einstieg war Preis/Leistung: XANA  kostet viel weniger im Vergleich“ zur etablierten Marke – wichtig für Produktionen ohne großes Budget.
  • Ohne Rider-Vorgaben ist XANA  für Ernst oft die erste Wahl; liegt ein Technical Rider mit konkreter Markenvorgabe vor, greift er natürlich weiterhin zur etablierten Marke.
  • 2.000 Besucher, 2×6 Tops und 8 Bässe in einer Halle, Band und DJ im Wechsel – „immer noch ausreichend Headroom“.
  • Bislang keine Ausfälle, kein Problem mit Regen, keine erreichte thermische Abschaltgrenze – trotz Bierzelt im Hochsommer.
  • Auf der LEA in München war die Resonanz „echt super“ – kritisch blieb vor allem ein Punkt: der noch nicht gehörte Sound.
 

Warum XANA neben einer etablierten Marke?

Auf die Frage, ob XANA  eher Ergänzung oder echte Alternative sei, antwortet Ernst eindeutig: „Es ist beides, je nach Auftrag. Wir setzen XANA flexibel ein: mal komplett Solo, mal nur Bass + Top einer anderen Marke, mal gemischt. Für viele Veranstaltungen ist es eine echte Alternative, nicht nur Ergänzung.“  Die Grenze bestimmt dabei nicht der Klang, sondern der Job: „Sobald von einem Künstler ein technischer Rider vorliegt, greifen wir zur etablierten Marke, da kommt man mit XANA kaum durch. Ohne Rider-Vorgaben ist XANA meist die erste Wahl.“

Ernst Seider:
„Oft zählt Preis/Leistung, und da spielt XANA  in einer ganz anderen Liga.
Wir haben sonst L-Acoustics  im Verleih, aber XANA  kostet viel weniger im Vergleich.
Das war der Auslöser, es mit reinzunehmen,
da viele Produktionen und Jobs nicht über das nötige Budget verfügen.“

Handling, Dolly und Rigging im Alltag

Beim Aufbau selbst gibt es laut Ernst keine Überraschungen: „Vom Aufwand her ganz normal, vergleichbar mit anderen Systemen.“  Auch beim Gewicht relativiert er schnell: „Für aktive Tops ist das Gewicht völlig okay. Der Bass ist etwas schwerer als gewohnt.“  Bei den Aufbauschritten, die auffällig einfacher oder eben komplizierter wären, hätte er „nichts Auffälliges“ registrieren können.

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Der XANA-Dolly im Vergleich zu Haubencases

Hier wird Ernst konkreter: „Der XANA -Dolly ist sehr hilfreich im Vergleich zu Haubencases mit Einzelbestückung. Gerade die Möglichkeit, die Aufnahme des Dollys je nach Bestückung in drei verschiedenen Winkeleinstellungen zu betreiben, zeigt ein durchdachtes Transportsystem. Der Vorteil: Stabiler und sicherer Transport ohne Kippen.“  Ergänzt wird das durch Schutzhüllen, die auch auf dem bestückten Dolly bleiben können: „… damit ist das ganze Array auf dem Dolly verpackt.“

Sicherer Transport des Line Arrays auf dem Dolly © Engelmann Promotion

Sicherer Transport des Line Arrays auf dem Dolly © Engelmann Promotion

Beim Rigging selbst fällt Ernsts Urteil knapp und positiv aus: „Das Rigging bietet viele Möglichkeiten, XANA ist auch hier gut aufgestellt und flexibel.“  Unterstützt wird das laut Ernst durch die Rigging-Software EASE Focus: Fläche eingeben, Setup konfigurieren, ein paar Parameter weiter – fertig ist ein Rigging-Setup, das sich mit Praxiserfahrung ergänzen lässt. Sein Kommentar dazu: „So ein Softwaresupport fürs Rigging ist jetzt nichts Neues, aber in dieser Preisklasse auch nicht selbstverständlich.“

Ease Focus Beispielillustration (Zur Vergrößerung ins Bild klicken)

Ease Focus Beispielillustration (Zur Vergrößerung ins Bild klicken)

Klanglicher Charakter: von Sprache bis Techno

„Klanglich ist es echt top, tendenziell etwas höhenreich, aber durch den DSP problemlos anpassbar.“  So fasst Ernst den Grundcharakter von XANA  zusammen. Im direkten Vergleich zur etablierten Marke fiele ihm vor allem der Hi-Mid- und Höhenbereich auf, doch ansonsten nichts Gravierendes. Und wie gesagt: „alles per DSP korrigierbar. Der Geschmack spielt natürlich wie immer auch eine Rolle.“ 

Programm
Erfahrung laut Ernst Seider
Sprache
Gute Sprachverständlichkeit mit Reichweite; im Festzelt teils sogar ohne Delayline, kräftiger Pegel bis zur hinteren Zeltwand.
Blasmusik
Starke Durchsetzung im Mid-High-Bereich; eigene Filter für den empfindlichen oberen Mid-High-Bereich sind in Vorbereitung als Download.
Techno
Beeindruckender Tiefbass bei richtigem Stacking, auch im Cardioid-Betrieb.
Orchester
Bislang keine Erfahrung.

Bei Blasmusik würde laut Ernst der P.sysManager  besonders wichtig, weil unterschiedliche Pegel – von der leiseren Klarinette bis zur lauten Trompete – eine Korrektur gerade dort verlangen, wo das Gehör sehr empfindlich sei. Die daraus entstehenden Filter will sein Team demnächst zum Download anbieten, mit dem Hinweis, dass sie je nach Systemgröße, Fläche und Umgebung „keine Pauschallösung bilden, aber eine gute Grundlage für den Start“  sind.

Pegelreserve: Wieviel Headroom bleibt wirklich?

Zum direkten Vergleich mit der etablierten Marke bleibt Ernst differenziert: „Natürlich hat jedes System seine Grenzen. Bei einem System ist im Bass eher Schluss und noch genügend Headroom in den Tops. Bei anderen Systemen ist das wieder umgekehrt. Bei XANA  ist das ausgewogen. Abhängig vom Signal und dem Pegel verhalten sich die Tops wie auch die Bässe sehr pegelfest und stabil. Aber irgendwann ist auch hier Schluss. Die Limiter im DSP arbeiten dann aber präzise und schnell.“

Ernst Seider:
„Bisher hat mit Headroom der Pegel immer ausgereicht, sowohl im Bass als auch im Top.  Zum Beispiel haben wir 2.000 Leute mit 2×6 Tops und 8 Bässen in einer Halle beschallt, Band und DJ im Wechsel:  Mit immer noch ausreichend Headroom.“

Zuverlässigkeit bei Regen und Hitze im Bierzelt

Zur reinen Betriebssicherheit fällt Ernsts Antwort kurz und klar aus: „Bis jetzt sehr zuverlässig und stabil.“  Auf raue Bedingungen angesprochen, wird er konkreter: „Regen war bis jetzt noch kein Problem. Das verbessert sich jetzt natürlich nochmals mit dem neu erhältlichen Wetterschutz für das DSP-Modul. Die ThruCon-Netzstecker sind sowieso schon IP67 und somit wasserfest.“

Regen? Kein Problem bei XANA © Engelmann Promotion

Regen? Kein Problem bei XANA © Engelmann Promotion

Bei Hitze im überhitzten Festzelt?

„Bei unseren bisherigen Einsätzen im überhitzten Festzelt oder beim Open Air Festival mit direkter Sonneneinstrahlung gab es bisher keine Probleme“,  so Ernst. Der P.sysManager  zeigt dabei für jeden Lautsprecher einzeln die thermische Situation an: Überschreitet ein Lautsprecher die individuell einstellbare Temperatur, blinkt die jeweilige Anzeige unmissverständlich; erreicht das System die absolute Maximaltemperatur, regelt es automatisch ab. Diesen Betriebszustand hat Ernsts Team bislang allerdings noch nicht erreicht.

Bassdruck über längere Zeit – etwa im Festzelt mit 2.000 Besuchern bei einer Live-Rockcoverband oder einem Malle-DeeJay, mit 2×6 geflogenen Tops und 8 Bässen für ein 40×25-Meter-Festzelt – war laut Ernst „bis jetzt kein Problem“,  vorausgesetzt das System wird sauber eingemessen und während der Show nachjustiert.

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Wo stößt XANA an seine Grenzen?

Auf die Frage nach Genres oder Größenordnungen, bei denen XANA  noch nicht die richtige Wahl ist, antwortet Ernst ehrlich: Sobald ein Technical Rider als Vertragsbestandteil eine bestimmte Technik namhafter Hersteller vorschreibt, wird es schwer, XANA  anzubieten, da es noch zu wenig bekannt ist.“  In solchen Fällen hat sein Team aber wiederholt die Erfahrung gemacht, dass sich Techniker vor Ort nach persönlichem Gespräch und dem direkten Höreindruck überzeugen ließen: „Die meisten Techniker bewerteten XANA  nach der Veranstaltung durchaus als gut, bevorzugen aber weiterhin ihre geforderten Systeme.“

Die Messe-Erfahrung: Reaktionen aus der Praxis

Ernst hat XANA  auch auf der LEaT X  in München vor Fachpublikum vorgestellt – mit bemerkenswertem Zuspruch: „Die Resonanz war echt super. Um 9:00 Uhr war Türöffnung und um 9:15 bereits die ersten Interessenten am Messestand. Das ging über 2 Tage kontinuierlich so weiter.“ Statt nur ein Stack zu zeigen, gab es einen Hands-on-Bereich, an dem Besucher Hardwarekomponenten einzeln in die Hand nehmen konnten – vom ausgebauten Amp-Modul mit DSP bis zum geöffneten Topteil.

Einblicke Messestand Pronomic auf der LEaT X 2026 in München (Zur Vergrößerung ins Bild klicken)

Einblicke Messestand Pronomic auf der LEaT X 2026 in München (Zur Vergrößerung ins Bild klicken)

Bei intensiveren Gesprächen würden laut Ernst auch Flughardware, Systemkonfiguration, Dolly, Schutzhüllen und Software immer wieder positiv bewertet. Der wunde Punkt bliebe der fehlende Höreindruck: „Noch so geniale Features und Software sowie Bilder ersetzen nicht den Eindruck eines selbst gehörten Systems.“ 

Positiv war natürlich sofort immer der Preis.
Doch kritisch war immer wieder ein Punkt – der noch nicht gehörte Sound.

Genau deshalb setzt sein Team auf Systemvorführungen und Events wie zuletzt das Böbinger Open Air  mit Hearing-Session und Meet & Greet. Aufschlussreich ist auch eine Beobachtung, die Ernst selbst zum Nachdenken gebracht hat: „Mir wurde bei Events oder auf der Messe oft der Eindruck vermittelt, je günstiger ein noch unbekanntes, aber professionelles System ist, umso höher sind die Erwartungen, aber auch die Kritik an diversen Punkten, die bei etablierten und wesentlich kostenintensiveren Systemen dann wieder als normal gesehen werden.“  Eine Beobachtung, die sich mit dem deckt, was wir selbst in der Facebook-Diskussion erlebt haben.

Ein echter Belastungstest: Der FOH-Techniker drehte bei 'Turbobier' voll auf © Engelmann Promotion

Ein echter Belastungstest auf dem Böblinger Open Air: Der FOH-Techniker drehte bei ‚Turbobier‘ voll auf © Engelmann Promotion

Ernsts Gesamtbeurteilung: das rollende Labor

Nach Konzerten, Open Airs, Festzelten und Industrie-Einsätzen zieht Ernst ein differenziertes Fazit: „Man muss klar das Preis-Leistungsverhältnis und die Zielgruppe sehen. Digitales Audio über Milan AVB/IP wäre natürlich schön, liegt aber nicht im Hauptfokus. Das würde die Anwendung nur unnötig komplex und auch teurer machen. Für die angestrebte Zielgruppe ist es schlicht nicht relevant.“  Sein Gesamteindruck: „XANA ist trotzdem ein professionelles Beschallungssystem mit modularem Konzept und viel Zubehör. Kostenlose Software für Controlling und Rigging ergänzen den positiven Eindruck nochmals.“

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Auf die Frage, wem er XANA  uneingeschränkt empfehlen würde, antwortet Ernst konkret: „Für preisbewusste Anwender, die Jobs ohne strenge Vorgaben durch einen Tech-Rider haben, eine ganz klare Empfehlung. Der günstige Anschaffungspreis, die professionelle Hardware und Zubehör neben kostenloser Software und zugleich gutem Sound erlauben einen schnellen Return of Investment bei guter Rentabilität und Ertrag im täglichen Einsatz bei Verleihern, Bands oder der Installation.“

Und was fehlt ihm persönlich noch? „Eigentlich nichts Dringendes. Wenn, dann wäre digitales Audio (Milan AVB/IP) ein Nice-to-have, aber kein Muss. Zusätzliche Griffe fürs Handling wären noch schön, sind aber laut Hersteller gehäusebedingt nicht möglich.“  Das deckt sich mit unseren Erfahrungen. Und auch unsere eigenen Renditeberechnungen aus dem letzten Beitrag decken sich mit den Erfahrungen, die Ernst gemacht hat.

Wie geht’s weiter?

Ernsts Antworten zeigen: XANA  hat im Alltag eines Verleihers, der beide Welten kennt, seinen berechtigten Platz gefunden – ohne dass die etablierte Marke deshalb überflüssig werden würde. Genau die Frage, die daraus folgt – „Für welchen Anwender ist welches System wirtschaftlich sinnvoll?“  – haben wir bereits in unserem Rendite-Check mit dem StageAID-Renditerechner durchgerechnet.

Ernst Seider (3. v. links) und das Team vom Musikhaus Kirstein im Showroom. © Promedia Group, Musikhaus Kirstein.

Ernst Seider (3. v. links) und das Team vom Musikhaus Kirstein im Showroom. © Promedia Group, Musikhaus Kirstein

Wer wissen möchte, wer XANA  entwickelt, geprüft und zugelassen hat, findet die Antworten von Manfred Egner  und Ruben Raff  im vorangegangenen Teil unserer Serie: Die Crew und die Entwicklung dahinter . Und der von Ernst mehrfach angesprochene fehlende Höreindruck bleibt weiterhin Thema der Entwicklung. Genau deshalb kann man sich mit Ernst Seider  oder direkt mit Ruben Raff (Musikhaus Kirstein)  in Verbindung setzen und einen Hör- und Hands-on Termin verabreden.


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Jörg Kirschhttp://www.kirsch-veranstaltungstechnik.de
Jörg Kirsch studierte ab 1981 Elektrotechnik in Kaiserslautern. An der Universität leitete er zwei Jahre lang das Kulturreferat und startete parallel dazu seine Firma für Veranstaltungstechnik mit eigener Ingenieur- und Entwicklungsabteilung. Auf sein Konto gehen weit mehr als 10.000 persönlich betreute Veranstaltungen, unter anderem die Realisation eines Bon-Jovi Konzertes zusammen mit Jet-West. Als gefragter Partner für Eventberatung ist er für mehrere Firmen tätig, u.a. als Bühnenmeister für das Kulturreferat Kaiserslautern. Mit seiner Firma betreut er mehrere Eventlocations, entwickelt spannende Veranstaltungsformate und bietet Ausbildungen im Veranstaltungsbereich. Persönlich liegt ihm der Support und die Entwicklung junger Künstler am Herzen. Mit Begeisterung engagiert er sich in mehreren Netzwerken, um auch hier die regionale Kulturszene zu fördern.
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