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    GEMA-Beratung & Abwicklung im Livesektor – ein Interview mit Gabriel Spateneder

    © Wendy Wei für Pexels

    Neben einer Booking-Agentur dessen Inhaber und Geschäftsführer er ist, arbeitet Gabriel Spateneder noch für verschiedene Labels im Bereich GEMA-Beratung und Abwicklung. Grund genug für Nikolai, ihn mal zu einem eingehenden Interview zu bitten. Gabriel erzählt uns was über die Formalitäten, die es zu beachten gilt, wie die Künstler zu ihrem Geld kommen und welche Fehler häufig gemacht werden …

    Die GEMA erscheint da vielen Musikern nicht gerade als die beliebteste “Behörde”. Die häufige Meinung, die GEMA  würde Gebühren einbehalten und meist zu wenig auszahlen ist jedoch falsch. Was viele nicht wissen: Sie muss, bis auf einen festen Tarif, den sie für ihre Kosten einbehält, tatsächlich alles auszahlen.

    Doch das eigentliche Problem ist die „ungerechte“ Verteilung der Tantiemen. Dies liegt aber nicht etwa die Böswilligkeit der Berliner Verwertungsgesellschaft. Denn Ursachen sind häufig Fehler seitens der Künstler und dem Musiklabel  oder Verlag, die dann am Jahresende schon einmal ein paar tausend Euro kosten können.

    Gabriel unterstützt mit seiner GEMA-Beratung und Abwicklung Labels und Verlage und sorgt dafür, dass die Musiker ihr Geld auch tatsächlich bekommen.

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    GEMA-Beratung & Abwicklung – wie es funktioniert

    Nikolai: Du bist im Bereich der GEMA-Beratung und Abwicklung im Livesektor tätig. Wie genau kann ich mir das vorstellen?

    Gabriel: Ich arbeite mit Musikern und mittlerweile auch mit einem Label/Verlag als freier Mitarbeiter für deren Bands zusammen. Dort kümmere ich mich, ganz einfach gesagt darum, dass die Tantiemen der GEMA, welche Ihnen zustehen, auch bei ihnen ankommen.

    Nikolai: Aber sollte die GEMA-Abwicklung und Auszahlung nicht „automatisch“ passieren?

    Gabriel: Das ist richtig. Nur leider kommt es in der Liveabwicklung, nicht nur seitens der Veranstalter, auch seitens der Künstler und Label/Verlagen zu Fehlern. Dies führt häufig dazu, dass die Tantiemen nicht ausbezahlt werden können. Die GEMA macht Ihre Arbeit schon gut, nur müssen die richtigen Informationen einfach da ankommen, wo sie hin sollen, damit es funktioniert.

    Gabriel Spateneder, Musiker bei “The Unduster” / © Gabriel Spateneder

    Oft werden schon Fehler beim melden der Werke gemacht oder bei der Ausarbeitung der Musikfolgenlisten. Da gibt es eine ganze Liste an Dingen, die mir da schon untergekommen sind. Nur leider werden die meist nicht erkannt, da sich die Musiker nicht intensiv mit der Thematik auseinandersetzen.

    Viele Musiker geben sich mit der ausbezahlten Summe zufrieden. Dass diese oft nur ein Bruchteil dessen ist, was Ihnen zustehen würde, wissen dann viele nicht. Ein großer Teil meiner Arbeit besteht darin, die Künstler soweit mit dem Thema in der Abwicklung vertraut zu machen. Ich möchte, dass sie die Hintergründe verstehen und somit auch umsetzen können. Ich schaue mir mit den Bands/Künstlern deren Konstellationen ganz genau an und arbeite mit ihnen ein Konzept aus, was für alle Beteiligten einfach, unkompliziert und gut funktioniert.

    Nikolai: Das mit der GEMA-Beratung kann ich jetzt soweit nachvollziehen, doch wo bist du dann in der Abwicklung aktiv?

    Gabriel: Meist ist es so, dass die Musiker eben Musik machen und sich nicht am Schreibtisch durch Papierstapel wälzen wollen. Das sind dann meine Aufgaben. Ich erarbeite anhand der Setlist eine Musikfolgenliste, fülle diese vorab mit allen benötigen Infos/Nr. aus und lasse diese den Bands zukommen.

    Ich kümmere mich um die Onlinemeldung der Listen und übernehme die Prüfung und Bearbeitung der Einzel- und Nutzungsaufstellungen, welche zu den Auszahlungsterminen bei den Künstlern ankommen. Fehlen Abrechnungen oder sind sie falsch, was leider bisher bei fast jeder Auszahlung meiner betreuten Bands der Fall war, erstelle ich eine Reklamation und kümmere mich um deren Ausbezahlung. Somit kann ich ein Maximum an Auszahlung erwirken.

    Nikolai: Wie kamst du dazu, die GEMA-Beratung und Abwicklung für Bands, Labels und Verlage im Livebereich zu übernehmen?

    „Als mir ein Musiker, der 30-40 Konzerte im Jahr spielt, seine GEMA-Summe genannt hat, habe ich mich intensiver damit auseinander gesetzt!“

    Gabriel: Ich bin selber aktiver Musiker in der Band „The Unduster“, bei welcher ich mich unter anderem um Booking und alle finanziellen Belange kümmere. Somit bin ich auch relativ früh mit dem Thema GEMA in Kontakt gekommen. Anfangs wusste man zwar in etwa, was die so machen und es nicht schlecht sein kann, sich dort anzumelden, hatte aber noch relativ wenig Ahnung von der Materie. Als ich dann mit einem Musiker gesprochen habe und er mir die jährliche Auszahlungssumme der GEMA genannt hat, habe ich mich sehr intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt.

    Unduster Tourplan 2022 / © Gabriel Spateneder

    Er hat zu diesem Zeitpunkt mit seiner Band an die 30-40 Konzerte im Jahr gespielt. Ziemlich schnell fand ich heraus, dass es zwar einen theoretischen Ablauf in der Abwicklung im Livebereich gibt, jedoch die Praxis meist weit komplizierter ist. Man benötigt relativ viel Hintergrundwissen, um diese richtig umzusetzen. Es gibt zu viele Faktoren, welche zu Fehlern führen, so dass es zu keiner Auszahlung der Tantiemen kommt.

    “Kleine Konzerte mit 20 gespielten Songs bringen schon ca. 120 € GEMA.
    Bei Festivals können es auch mal an die 2.000 € sein!”

    Ich habe mich dann durch alle verfügbaren Infos gewälzt, Gespräche mit Profis gesucht und in der Praxis Erfahrung gesammelt. Nachdem es dann zu saftigen Auszahlungen gekommen ist, sind erst befreundete Bands auf mich zugekommen. Mehr als Gefallen habe ich das für sie umgesetzt. Da es da auch gut funktionierte, wurde ich gebeten, ob ich das nicht dauerhaft machen könne. So kam es, dass ich nun schon viele Bands betreue und GEMA-Beratung und Abwicklung mittlerweile professionell anbiete.

    Jedes Konzert bringt Bares von der GEMA / © RegioTV für Pixabay

    So viel Geld können Musiker durch die GEMA verdienen

    Nikolai: Du redest von hohen Auszahlungen. Von wieviel sprechen wir denn da?

    Gabriel: Das hängt ganz davon ab, wieviele und in welcher Größenordnung Konzerte/Festivals gespielt werden. Auch sind die Faktoren wie hoch die GEMA-Gebühren der Veranstalter sind. Diese hängen widerrum von den Eintrittsgeldern und der Fläche der Veranstaltung ab. Entscheidend für die GEMA-Gebühren ist aber auch, wieviele GEMA-gelistete Songs gespielt werden.

    So kommen meine Bands bei kleinen Konzerten mit etwa 20 gespielten Songs auf um 80 bis 120 Euro. Bei größeren Konzerten mit z. B. 1.500 bis 2.000 Besuchern und 5 Euro Eintritt, können es schon mal 500 bis 700 Euro sein. Hat man das Glück auf den großen Festival zu spielen und einen relativ langen Slot zu bekommen, hatte ich auch schon Auszahlungshöhen an die 2.000 Euro.

    © Nikolai Schöbel

    Wie du siehst, ist es relativ schwer eine pauschale Aussage zu treffen, da es auch hier von vielen Faktoren abhängt. Bei Künstler die viel spielen, kommt da aber oft einiges zusammen. Ich bin aber der Meinung, dass es sich auf jeden Fall lohnt, die GEMA-Abwicklung so gut wie möglich umzusetzen. Der finanzielle Part ist für jede Band, Label und Verlag extrem wichtig, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Auch für Bands, die noch weniger Konzerte spielen, ist das eine interessante Geschichte und sie sollten sich also genauer damit beschäftigen.

    Nikolai: Wenn eine Band deine Unterstützung haben möchte, wie können sie dich erreichen und was verlangst du für deine Arbeit?

    Gabriel: Gabriel: Mich kann man per Mail unter info(at)gabrielspateneder.com  oder gerne auch auf Facebook kontaktieren. Ich biete immer einen Deal an, bei dem ich von der Auszahlungssumme, der von mir bearbeiteten Abwicklungen, einen bestimmten Prozentsatz in Rechnung stelle. Ich bin also nicht direkt an den Tantiemen beteiligt.

    Autor: Nikolai Schöbel, Herausgeber des Musik Marketing Magazins , Songwriter & Marketer mit Spezialisierung auf Musik Marketing.

    Nikolai Schöbel
    Nikolai Schöbel
    Nikolai Schöbel arbeitet als Musik- und Onlinemarketer. Er ist Werbekaufmann mit Spezialisierung auf Musik- und Onlinemarketing. 2012 gründete er das Musik-Marketing-Magazin musik-marketing.net. Mit seinem Magazin unterstützt, berät und informiert er Einzelkünstler und Bands über Entwicklungen, Ereignisse und interessante News der Musikbranche. Nikolai arbeitet als Journalist und als gelisteter Referent bei der IHK Niederbayern und Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz zu den Themen Online Marketing, Social Media und Suchmaschinenmarketing. Er ist Online Marketing Manager seiner eigenen Marketing-Agentur. Hier berät er große und mittelständische Unternehmen, entwickelt Internetauftritte und hält Workshops im Auftrag der Communiacs GmbH & Co.KG. Nicolai betreibt ein Musiklabel mit Studio: pronicsmusic.de, ist Mitglied der Rockband “Kopfkino”, schreibt Songs und ist als Musikproduzent tätig.
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