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Samstag, Oktober 24, 2020
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    Die Beschallungsanlage: Mieten oder Kaufen?

    Wann kaufe ich eine PA, und wann leihe ich sie besser aus? / © Adobe

    Corona everywhere!

    ich hab´ lange überlegt, ob ich diesen Artikel zur Zeit überhaupt veröffentlichen soll. Angefangen hatte ich ihn noch vor dem Lockdown. Doch ich bin Optimist. Es kommen auch wieder “normale” Zeiten! Die Konzerte in den Club´s fangen langsam und in überschaubarem Rahmen wieder an, Hygienebeauftragte mit einem entsprechenden Hygieneplan machen solche Live-Veranstaltungen wieder möglich. Daher entschloss ich mich, diesen Artikel fertig zu schreiben und jetzt zu veröffentlichen …

    Der Kauf einer PA – Eine schwere Entscheidung

    Jede Band und jeder Einzelperformer steht irgendwann vor dieser Entscheidung. Doch wie entscheide ich mich richtig? So ´ne PA kostet ja ein bißchen was. Die zahlt Ihr ja nicht einfach so aus der Portokasse.

    Wir wollen hier mal für Euch die einzelnen Aspekte beleuchten, die einen Kauf ab einem gewissen Zeitpunkt sinnvoll machen und bis wann es besser und durchaus bequemer ist, sich für einen Gig eine PA auszuleihen. Was es kosten kann eine PA zu kaufen, welche Größe Sinn macht und welche Art von PA in Frage kommt, sind ebenfalls Bestandteil dieses Artikels.

    PA´s in kleinen Clubs

    Grundsätzlich wird der Veranstalter in den meisten Engagementverträgen verpflichtet, für eine der Location angepasste Verstärkeranlage inkl. Mischpult, Mikrofone plus sonstige gewünschte Technik zu sorgen. Denn das erspart Euch den Transport und Aufbau.

    Regelmäßig bespielte Club´s haben in der Regel eine auf´s Haus abgestimmte PA-Festinstallation. Eventuell noch einen Mikrokoffer mit den gebräuchlichsten Mikrofonen. Bei kleinen Bühnen aus Platzgründen ein In-Ear Pult (lest dazu unseren Artikel über In-Ear-Monitoring: In-ear-monitoring: Der Knopf im Kopf 2 und – einen Haustechniker.

    Diese Anlagen sind in aller Regel standardmässig ausgestattet. Sonderwünsche sollten da explizit vorab besprochen werden. Gerade wenn Ihr bei der Verarbeitung und Optimierung des Live-Sounds spezielle Wünsche habt, ist eine detaillierte Bühnenanweisung unerlässlich.

    Computer und Software übernehmen die Führung im Livegeschäft

    Die üblichen FX Racks mit den eingebauten analogen Effektgeräten (Multi-Effektgeräte, Noisegates, Kompressoren, Limiter) kommen dabei immer mehr aus der Mode. “State of the art” sind heute entsprechende Plugins der Computer-/Softwaretechnologie. Es sind “Waves”, “Cubase”, “Mainstage” (nur Mac) oder auch das kostengünstige “LiveProfessor” von “audioström”  um mal die wichtigsten Plugins zu nennen.

    “Hausmusik” in Coronazeiten – Livestreaming vom Wohnzimmer aus. / © Rene Asmussen für Pexels

    Wen der Gedanke umtreibt, sich eine PA zuzulegen, doch das nötige Kleingeld noch nicht zusammen hat, kann mit einem digitalen Mischpult anfangen, das die entsprechenden Effekte eingebaut hat, resp. bei dem es möglich ist, über eine Verknüpfung via Rechner auf die entsprechende Software zuzugreifen.

    Auf jeden Fall muss sich Euer Techniker bei Clubanlagen oder geliehenen PA´s immer wieder neu auf ein anderes Equipment einstellen. Ob es im Einzelnen auch genau das ist, was laut Bühnenanweisung gewünscht war, ist erfahrungsgemäß nicht immer der Fall. Gerade wenn es sich um kleine Clubs handelt, die in der Regel budgetmäßig am Limit laufen sind Kompromisse alltäglich.

    Mieten bei einem Verleiher Eures Vertrauens

    Diesem Umstand, dass Euer Techniker immer wieder vor neuen Herausforderungen steht, könnt Ihr jedoch begegnen. Mit einem Verleiher, den Ihr persönlich kennt und den Ihr für Eure Technik immer in Anspruch nehmt, könnt Ihr vereinbaren, dass Ihr immer wieder dasselbe Equipment, auf das Eurer Techniker geeicht ist, ausgeliehen bekommt.

    Dazu gestaltet ihr den Engagementvertrag so, dass Ihr die PA mitbringt. Dass das bei der Gage berücksichtigt wird, versteht sich von selbst. Die Kosten der PA plus Aufbau plus vereinbarte Gage sind dann Euer Preis.

    Damit Euch dieselbe PA auch immer zur Verfügung steht, solltet Ihr sie rechtzeitig ordern. Eine etwas längerfristige Planung Eurer Auftritte kann da hilfreich sein.

    Der Transport der PA zu jedem Gig

    Egal, ob es nun Euer eigenes Beschallungssystem oder ein geliehenes ist, es muss transportiert werden. Da erstehen wieder Kosten, die Ihr in Eurer Kalkulation berücksichtigen müsst. Ich mach´ Euch mal eine einfache Kostenaufstellung auf, die ihr als Checkliste nutzen könnt:

    • Leihgebühr PA, Mischpult, Mikrofone und Zusatzgeräte. Macht dazu mal Eure eigene Bühnenanweisung (Auch bei eigener PA: Was wäre normalerweise die Leihgebühr?).
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    • Techniker und eventl. Aufbauhelfer. Entweder der Veranstalter stellt Euch die Aufbauhelfer oder Ihr macht es selbst. Das Ganze ist schlicht eine Zeit- und natürlich auch Kostenfrage.
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    • Transportkosten, also die Leihgebühr eines ausreichend großen Transporters und die Spritkosten.
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    • Lagerkosten. Jede Anlage nimmt Raum ein. Wo stellt Ihr sie unter und wieviel kostet das? Oder nutzt Ihr einen Proberaum, der groß genug ist, Eure Live-PA aufzunehmen? Diese Kosten können anteilig in die Konzertgage mit eingerechnet werden.
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    • Eure Gage natürlich
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    • Nicht vergessen: MwSt. auf alles (die könnt Ihr absetzen. Lest dazu unseren Artikel: Zeit zu Handeln! – BWL und Steuerrecht den 2. Abschnitt Umsatzsteuer.

    Sängerin spielt E-Piano / © Roy Reyna für Pexels

    3 gute Gründe eine PA zu kaufen

    Bei so einem kleineren Equipment rate ich in jedem Fall über kurz oder lang zum Kauf. Denn sobald Ihr ins semiprofessionelle Geschäft vorstosst, und Ihr die Marke von 20 Gigs pro Jahr reißt, macht das absolut Sinn.

    1. Ihr seit mittlerweile “gut im Geschäft” Die Auftittsangebote kommen regelmäßig und die Gagen sind ordentlich. Die Finanzierung stellt kein Problem dar denn die Gigs sind zahlreich genug, dass es für Euch kein Problem ist, die Ratenzahlung eines kleinen Kreditvertrages zu bedienen.
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    3. Und über kurz oder lang rechnet sich die Anschaffung: eine komplette 10.000 Euro PA kostet im Verleih etwa 500,- € inkl. Mischpult mit der entsprechenden Prozessorensektion. Das ist ein zwanzigstel des Kaufpreises. D.h. ab dem 20. Gig ist die Anlage bezahlt und dann fangt Ihr an Geld zu verdienen.
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    5. Eine Übersicht über Komplett-Angebote kleinerer PA Anlagen für Clubs bis zu 350 Personen könnt Ihr Euch hier bei Thomann verschaffen.
    1. Euer Techniker kann sich in die PA einarbeiten, so das er sie im Schlaf beherrscht. Er kann die Anlage mit zusätzlichen Geräten optimieren und Euch dann einen individuellen Sound verschaffen, der mit einer geliehenen PA so nur schwerer möglich wäre.
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    3. Auch der Aufbau kann schneller und routinierter ablaufen, denn Ihr habt diese PA in Flightcases eingebaut und vorverkabelt. Sie besteht jetzt aus Modulen, die schnell angeschlossen sind. Genauso schnell geht auch der Abbau.
    1. Du bist Einzelkünstler oder DeeJay und Dein Equipment ist überschaubar. Oder Du benötigst i.d.R. keine so große Beschallungsanlage mit vielen Kanälen und hast immer wieder das gleiche Setup. (Alleinunterhalter).

    DeeJay Liveset / © Adobe

    Das gehört zu den Überlegungen, die ihr anstellt, bevor Ihr Euch die Anlage kauft. Hierbei hilft Euch eine persönliche Statistik: Wie groß sind die Locations, in denen Ihr auftretet im Allgemeinen? 200 bis 300 Personen? Oder mehr? Dementsprechend solltet Ihr die PA dimensionieren. Auch Euer Stil ist entscheidend. (Doom-)Metal, Hardcore, Coverband, DeeJay oder eher Singer/Songwriter?

    Die Anforderungen sind hier höchst unterschiedlich. Beratet Euch am besten mit dem Verleiher (Tontechniker) Eures Vertrauens. Der kennt die PA, die Ihr Euch immer ausleiht und kann wertvolle Tipps geben. Denn für die Dimensionierung gibt es leider keine wirkliche Faustregel.

    Ein paar Anhaltspunkte möchte ich Euch trotzdem mitgeben:

    • Einem DeeJay für Hochzeiten bis 200 Gästen beispielsweise, mit einem Mikro für gute Sprachwiedergabe, bei dem ansonsten keine exzessive Leistung benötigt werden sollten etwa 800 Watt (2 x 400 W) reichen.
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    • Eine Coverband wiederum ohne übertriebene Bässe, Mitten oder Höhen. Sie sollte bei ca. 250 – 300 Zuschauern etwa eine Verstärkerleistung von 1.400 Watt (2 x 700 W) besitzen.
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    • Die denkbar lauteste Variante ist die Metalband. Starke Bässe und klare Mitten bzw. Höhen benötigen dann schon die doppelte Leistung einer Coverband bei einem Raum, der mit 250 – 300 Zuschauern gefüllt ist.
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    • Eine sehr starke PA wird in Hallen oder Zelten oder bei Open Air´s benötigt. Das geht dann von bis. Unmöglich auch nur ungefähr zu sagen wie so eine Anlage dimensioniert werden muss …
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    • Solch´ große Dimensionen werden jedoch immer ausgeliehen. Ihr legt Euer Augenmerk “nur” noch auf die Mikrofonierung, den Mixer und Effektgeräte bzw. die dafür nötigen Plugins.

    Wie gesagt, das sind nur Anhaltspunkte. Die Raumhöhe ist genauso entscheidend, ebenso wie der Raum dimensioniert ist: Ist er lang und schmal oder breit mit wenig Tiefgang? Es ist also völlig unterschiedlich.

    Wenn ihr eine Band seid, die eine große Bandbreite an verschiedenen Stilen in ihrem Portfolio hat, dimensioniert Eure PA lieber etwas großzügiger. Dann habt Ihr auch noch Reserven, wenn der Raum mal größer ausfällt.

    Der Kauf des eigenen PA-Systems

    Ihr habt die Vorüberlegungen abgeschlossen, und Euch entschieden wie groß Euer PA-System werden soll. Ihr nehmt an, für Euren Bedarf reichen 4.000 Watt mit den passend dimensionierten Lautsprechern. Groß genug auch mal in etwas größeren Club´s (so bis 400 – 500 Zuschauer) zu spielen plus noch etwas Reserve. Das soll unser Rechenbeispiel werden.

    Ich empfehle einen modularen Aufbau so eines Beschallungssystems, denn es können erstmal die grundlegenden Komponenten gekauft werden und dann suksessive die Erweiterungen, die für einen guten individuellen Sound dann richtig Spass machen.

    Zum Grundlegenden:

    • Verstärkeranlage ca. 4x 1.000 Watt: Links und rechts jeweils 2×1.000 Watt Aktivspeaker (Bässe + Mittelhochton) Bei kleinen Club´s reichen dann auch links/rechts 1×1.000 Watt. Kostenpunkt für die Aktivboxen ca. 6.000,- €. Dazu ein Beispiel-Angebot von Thomann: HK Audio Linear 5 – Big Venue Pack für unter 6.000,- €
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    • Monitoranlage: Ihr habt Euch für das In-Ear-Monitoring entschieden – die moderne Form des Monitoring (Lest dazu unseren Artikel: https://www.stageaid.de/in-ear-monitoring-der-knopf-im-kopf-2/) Kostenpunkt für ein Funkset (In-Ear UHF-Sender, In-Ear UHF-Taschenempfänger und In Ear Hörer) ca. 500,- €. Auch hier ein Angebot von Thomann für Euch: Shure PSM-200 – SE112 Set H2
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    • Mischpult: Ausgehend von einer 4-köpfigen Band, bei der bis zu 4 Mitglieder singen und das Schlagzeug mit 6 Mikros abgenommen wird plus 2 Reservekanäle brauchen wir einen 16 Kanalmixer. Kostenpunkt bis ca. 1.500 €. Ein digitaler Mixer aus einer der großen Auswahl bei Thomann: das Behringer X32 Compact.
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    • Equalizer, Noisegate und Compressor: Hier sind Geräte und Preise so unterschiedlich wie deren Leistungen. Der Kostenpunkt stellt einen absoluten Mittelwert dar: Für jedes dieser Geräte könnt Ihr mal ca. 300,- € veranschlagen. Amazona  hat im April diesen Jahres ein Multigerät, ein sog. Digitales Lautsprecher Management System getestet und für “Gut” befunden: das the t.racks FIR DSP 408 – “the.t …” ist die Hausmarke von Thomann.
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    • Echo und Hallgerät: Für einen individuellen Sound. Bei einem digitalen Mixer sind die Geräte als Plugin erhältlich.
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    • Diese Auflistung hat nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Jede Band besitzt ihre eigenen soundspezifischen Vorlieben und braucht das ein oder andere zusätzliche Gerät. Diese Liste ist ein Beispiel für eine einfache Standard-PA.

    Summa Summarum bewegen wir uns bei knapp 10.000,- € inkl. des In-Ear Monitorings für 4 Personen. Grundlage dieser Berechnung sind natürlich Markengeräte, wofür es auf dem deutschen Markt auch jederzeit Ersatzteile gibt.

    Frontsänger in Äktschn / © Anderson Guerra für Pexels

    Die Versicherung des eigenen PA-Systems

    Ein Thema, das immer wieder gerne vergessen wird: Wie schütze ich meine Werte nicht nur vor Diebstahl, sondern auch vor Beschädigungen?

    Es gibt speziell für Musiker abgestimmte Versicherungspolicen wie die  “I´M SOUND” – Police  zum Beispiel. Sie schützt Dein Equipment vor den meisten relevanten Gefahren, die einer PA so “passieren” kann. Z.B. Diebstahl, Fahrlässigkeit, Feuer- und Wasserschäden. Auch wenn die PA mal in Eurem Bandbus “übernachten” muss, ist sie versichert.

    Der Wiederverkaufswert des eigenen PA-Systems

    Ich will kurz mal auf die gesetzl. Abschreibungsstaffelung zu sprechen kommen. Ihr seit beim Finanzamt gemeldet und damit verpflichtet größere Anschaffungen oberhalb 800,- € netto über zwei oder mehrere Jahre abzuschreiben.

    Die Formel für die lineare Abschreibung lautet: Abschreibungsbetrag = Anschaffungskosten / Nutzungsdauer . In unserem Beispiel von 10.000,- Euro sind das bei einer Nutzungsdauer von 5 Jahren 2.000,- € pro Jahr, mit dem die Anlage in einem Jahr absetzbar ist.

    Etwa der Betrag, der pro Jahr abschreibungsfähig ist, verliert Eure PA auch pro Jahr an Wert. Vorausgesetzt es handelt sich um Markengeräte und nicht irgendwelche China-Billig-Ware. Die verliert deutlich schneller an Wert.

    Andreas Cattarius
    Andreas Cattarius hat an der Fachhochschule Kaiserslautern Innenarchitektur studiert. Im Jahr 1995 gründete er mit Freunden den Live-Club „Fillmore Kaiserslautern“ und in den darauffolgenden Jahren machte sich dieser Liveclub überregional einen Namen mit erfolgreichen Konzerten für die Alternativszene. Als DeeJay und Talentscout entwickelte er eine Nase für Musik-Trends der alternativen Szene und förderte die lokale Musik- und DeeJay-Szene. In dieser Zeit erwarb er erste Kenntnisse im Schreiben von Bandbeschreibungen der Künstler, die in seinem Club auftraten. Er lernte was erfolgreiches Eventmarketing bedeutet und machte sich einen Namen als überregionaler Veranstalter für innovative Bands. Als Redakteur für das Kaiserslauterer Stadtmagazin „Pavillon“, hier zuständig für die Rubrik „Szene“, entwickelte er seine journalistischen Fähigkeiten. 2002 ließ er sich zum „Internetapplikationsentwickler“ ausbilden und erlernte das „Handwerk“ des Webdesigns. Er entwickelte bereits 2003 im Team einen Online-Lieferservice für Pizzas in Worms. Seit 2018 gehört er fest zum „Kunstgriff-Event“ Team.

    3 KOMMENTARE

    1. Hallo Andreas,

      herzlichen Dank für Deinen aus meiner Sicht hochaktuellen Artikel. Gerade jetzt, wo wegen Covid-19 das Geld knapp ist, muss man sich genau überlegen, wofür man es ausgibt.

      Ich kenne Bands, die haben sich nicht zuletzt wegen der Diskussion um die PA getrennt. Eine von denen besaß sogar selbst eine, aber am Schluss gab es heftigen Streit wegen der “Wer macht’s?”-Frage (Transport, Schlepperei, Aufbau etc.) und die unabgestimmte Anmietung von Fremdgerät (um all dem aus dem Weg zu gehen).

      Wir versuchen nur noch in Clubs zu spielen, die über eine eigene PA verfügen. Das in einer qualitativ hochwertigen Anlage gebundene Kapital, der Wertverlust, die Mehrkosten durch Transport, Lagerung und Instandhaltung sind in Anbetracht der geringen Einkünfte einer Durchschnitts-Band aus meiner Sicht nur selten zu rechtfertigen. Mein Tipp: Ein sympathischer Tontechniker, der das (Verleih-)Geschäft hauptberuflich betreibt und Euch vernünftige Konditionen einräumt oder gar gleich Bandmitglied wird, ist zwar nicht immer einfach zu finden, aber die ideale Lösung.

      Allerdings würde ich heutzutage jeder Band raten, sich ein eigenes, kleines Digital-Mischpult zu kaufen – so kompakt wie möglich, am besten gleich mit eingebautem oder separatem Router. So kann man in Ruhe (im Proberaum oder zuhause) an den Einstellungen, den Effekten und dem Sound tüfteln. Für geringes Geld lassen sich viele Digitalpulte sogar zum Mehrspur Recorder ausbauen, mit dem man dann auf Knopfdruck anspruchsvolle Live Aufnahmen mit bis zu 32 Tracks im CD Qualität machen kann. Und mit einem preisgünstigen 4-, 6- oder 8-Kanal Kopfhörerverstärker kann man schon mal im Proberaum üben, wie das mit dem Musizieren via Headset funktioniert, bevor man eventuell deutlich mehr Kohle für drahtlose IEM Systeme ausgibt.

      Herzliche Grüße, Chris

    2. Hi Chris,

      da hast du sicherlich recht! Schnell kommt es zum Streit, wenn im Vorfeld nicht eindeutige Absprachen getroffen wurden! Kommunikation ist alles! Ich möchte da auf deinen Artikel “10 Regeln für die erfolgreiche Zusammenarbeit in Bands” verweisen. Beim Punkt “Aufgaben zuordnen” schreibst du, dass die “… technische(n) und administrative(n) Aufgaben (…) einzelnen Bandmitgliedern zugeordnet werden …” sollten. Wenn jedes Bandmitglied mit einer entsprechenden Regelung einverstanden ist, kann das durchaus klappen …

      Zu deiner Empfehlung sich in jedem Fall einen digitalen Mixer zuzulegen, damit man in aller Ruhe an den Sounds tüfteln kann: Wäre das nicht ein schönes Thema für einen neuen Artikel von dir? Denn du hast doch Ahnung gerade mit dem “tüfteln” …

      LG,
      Andreas

    3. Das Thema ist topaktuell, danke Andreas. Grade jetzt ist es für Musiker extrem wichtig, wirtschaftlich sinnvoll zu arbeiten. Das heisst, kleine Veranstaltungen möglichst auch mit eigenen Gear zu betreuen, um die ohnehin meist schmalen Gagen auch selbst verwerten zu können. Bei grösseren Gigs eigenes Pult mit Moni-/FOH Split, eigenem In-Ear, ggf. die Hauptmikrofonie, Rest an der Location. so würde ich das auch machen.

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