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Mittwoch, Januar 20, 2021
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    Test: Molly Sub-Sat DSP Lautsprechersystem

    Molly-6 Sub-Sat Audiosystem © Steinigke

    Sub-Sat Anlagen gibt es wie Sand am Meer. In allen Größenordnungen, als Linienstrahler oder mit „normalen“ Satelliten – Topteilen. Jetzt bringt das Unternehmen Steinigke  unter seinem Audio Markennamen Omnitronic  ein System mit dem lustigen Namen MOLLY  auf den Markt. Das Molly Sub-Sat System besteht in der Basisversion aus einem DSP – kontrollierten 12″ Bass Lautsprecher mit 2 6″ Topteilen …

    Ich werde Molly einem gründlichen Test unterziehen und beurteilen, was das kompakte PA-System bietet und wo seine Besonderheiten liegen. Um es vorneweg zu sagen: Es gibt einige interessante Überraschungen, die den Gebrauch mit Molly sehr angenehm gestalten.

    Molly im Grundaufbau © Steinigke

    Für DeeJays und Gastronomen

    Primär hat man hier Musiker, DJs und Bars oder auch sonstige Festinstallationen im Visier, bei denen es auch mal etwas mehr sein darf als die üblichen Subminiatur Anlagen. Natürlich hat man bei allem Qualitätsanspruch auch einen guten Preis im Auge, so liegt der Marktpreis für das getestete System bei ca. 500 €.

    Doch bevor ich starte, stelle ich Euch kurz das Unternehmen Steinigke aus Waldbüttelbrunn vor. Steinigke begann im Jahr 1979 den Handel mit Produkten der Veranstaltungstechnik. Mittlerweile ist Steinigke weltweit als Distributor erfolgreich unterwegs und vertreibt seine Produkte unter verschiedenen Markennamen wie Eurolite, Omnitronic und einigen mehr.

    Bei Steinigke orientiert man sich am Bedarf seiner Kunden und bringt entsprechend auch viele eigenständig entwickelte Produkte auf den Markt. Persönlich hervorheben möchte ich, dass in der gesamten Company Service und Freundlichkeit groß geschrieben werden.

    Jetzt aber ran an das Molly Sub-Sat Audiosystem

    Was hier so lustig klingt, ist das zweite Produkt einer eigenständigen Lautsprecherreihe, die in Sachen Variabilität neue Wege erlaubt. Vorreiter der neuen Reihe ist das Sub- Sat System „Bob“, das im Kompaktformat vom kleinen Stereo System für Musiker und Privatanwendungen stufenlos bis zur Gastroanlage mit 8 verteilten Satelliten ausgebaut werden kann.

    Weil das System sich sehr erfolgreich etabliert hat, hat Steinigke nach dem Motto „darf es etwas mehr sein“ Molly auf den Markt gebracht – für größere Events, die auch soundmäßig mehr Pegel brauchen.

    Kurzbeschreibung

    Molly ist ein Sub-Sat Audiosystem, das in der Grundausstattung aus einem 12“ Basslautsprecher und zwei 6” Satelliten besteht. Die komplette Elektronik ist im Subwoofer eingebaut und liefert an Dauerleistung 500W an den Bass und 100W pro Satellit.

    Das System ist DSP kontrolliert mit eingebauten Schutzlimitern und verfügt über 4 eingebaute Sound-Presets. Zusätzlich zu den üblichen analogen Anschlüssen XLR / Klinke / Cinch / Miniklinke ist das System per Bluetooth bespielbar. Die Eingänge und das Bassverhältnis sind separat frei regelbar.

    Der Lieferumfang des Molly Basissystems besteht aus einem Bass und 2 Topteilen mit Installationsbügeln. Mehr brauche ich zum Test nicht, da ich Stative und Speakon Kabel im Lager habe.

    Das Äußere

    Der Molly Basslautsprecher wiegt bei den Abmessungen 47 x 40 x 57 cm3 22 kg , durch die beiden seitlich angebrachten Tragegriffe lässt er sich auch von einer einzelnen Person gut tragen. Die Topteile des Molly 6 bringen bei 23 x18 x 20 cm3 ca 4 kg auf die Waage.

    Molly 6 Topteile mit Bügeln © Steinigke

    Die Gehäuse sind aus Multiplex gefertigt und mit einem strapazierfähigen Strukturlack, wahlweise in weißer oder schwarzer Farbe überzogen. Frontseitig sind alle Lautsprecher mit einem klapperfreien Streckgitter geschützt, das zusätzlich mit einer Gaze als Feinstaubschutz hinterlegt ist.

    Der Bass verfügt auf der Oberseite über einen M20 Flansch zur Befestigung einer Distanzstange. Die Molly Satelliten verfügen rechts und links jeweils über M8 Gewinde zur Aufnahme des Schwenkbügels und an der Unterseite über einen eingelassenen M10 Flansch zur Befestigung von Stativadaptern.

    An der Rückseite sind jeweils die Anschlussfelder versenkt auf einer Metallplatte eingebaut.

    Molly 12″ Bass mit Blick auf die rückseitige Elektronik und das Anschlussfeld © Steinigke

    Anschlüsse des Molly Sub-Sat

    Im Molly Bass ist rückseitig die gesamte Elektronik samt Anschlussfeld und den Status-LEDs integriert. Wichtig ist hier, dass im Stereobetrieb alle wichtigen Steckernormen vorhanden sind, das sind Kombibuchsen XLR/ Klinke, Cinch und Miniklinke. Um die Signale im Bedarfsfall an weitere Systeme zu koppeln, sind XLR Buchsen vorhanden.

    Außer dem Netzschalter gibt es 4 weitere Schalter:

    • Phase reverse
    • .
    • Mono/Stereo
    • .
    • 4 abrufbare DSP Soundeinstellungen mit zugeordneten LEDs
    • .
    • Bluetooth Kopplungsschalter mit Status LED.

    Die drei Potis auf der Rückseite erlauben stufenlose Lautstärkeanpassungen für Rechts, Links, Subwoofer Level. 4 LEDs informieren über: On, Signal, Limiter und Fehler.

    Das Anschlussfeld der Molly Satelliten verfügt jeweils über einen Klemmblock mit Schraubklemmen für die Festmontage und einen Speakon Anschluß, der hauptsächlich im mobilen Betrieb eingesetzt wird.

    Innere Werte

    Der Bass ist die Zentrale des Molly Systems. Hier werden alle Signale verarbeitet, verstärkt und überwacht. Steinigke geht davon aus, dass der jeweilige Anwender schon ein Mischpult oder eine zu seinem Anspruch passende Audio-Quelle hat und bietet dementsprechend eine systemoptimierte Gesamtverstärkung an, bei der man zwischen 4 Grundsounds wählen kann: Flat, Musik, Sprache und DeeJay.

    Zusätzlich kann man das System mit einer zuverlässig arbeitenden Bluetooth Schnittstelle mal eben mit Musik aus dem Handy befeuern, was in der Praxis gut funktioniert.

    Verstärkt wird mit drei eingebauten leichtgewichtigen Endstufen, die den Bass mit 500 W versorgen und für die Topteile jeweils 100 W Dauerleistung bieten. Pro Seite kann der Bass 2 Topteile antreiben, damit wäre das Gesamtsystem schon bei 900 W RMS.

    Eine Besonderheit schauen wir uns noch bei den Topteilen an:

    Hier haben wir es mit einer etwas außergewöhnlichen Bestückung zu tun. Anstelle eines preiswerten Hochonhorns hat man hier coaxial einen  1” Neodym Hochtöner mit Metallkalotte eingesetzt. Prinzipiell sorgt das für ein sehr gleichmäßiges Abstrahlverhalten und für einen kompressionsfreien sauberen Klang. Das macht neugierig auf den Hörtest.

    Molly Topteil mit coaxial angeordnetem Hochtöner © Engelmann Promotion

    Klang, Pegel, Dauerperformance

    Ich habe mir das System 2 Tage in meinem Arbeitsraum mit unterschiedlichen Signalen und in vielen Lautstärkevariationen angehört. Ein Eindruck über die ganze Zeit: Sehr deutlich und klar. Molly spielt im Bass konturiert und unauffällig, also nicht der typische Blubberbass. Wenn tiefe Frequenzen im Signal vorhanden sind, werden sie auch gut wiedergegeben und zwar ohne zusätzlichen Bassboost bis ca 45 Hz.

    Die Topteile klingen sehr präsent und durchsichtig und das bei allen Musikrichtungen und Sprache. Für mein Empfinden trägt der Kalottenhochtöner einen wesentlichen Teil zum positiven Gesamtsound bei. Erhalten bleibt der saubere Gesamtklang bis auch bis zur Leistungsgrenze, die durch den Limiter und ohne gravierende Artefakte begrenzt wird.

    Dabei erzeugt das System tatsächlich Pegel von über 115 dB – das hätte ich nicht erwartet.

    Frequenzgang Molly Topteil mit gehörfreundlicher Präsenzsenke im DJ Modus © Engelmann Promotion

    Frequenzgang Bass © Engelmann Promotion

    Noch ein bisschen Backgroundwissen

    Der 12“ Molly Basslautsprecher ist in einem relativ großen Gehäuse eingebaut, deswegen kann er auch mit vernünftigem Wirkungsgrad arbeiten. Das heißt: er kann laut.

    Die Molly Topteile verfügen über langhubige 6“ Lautsprecher, was eine tiefe Ankopplung an den Bass ermöglicht. Das ist sehr wichtig bei verteilten Installationen und bringt insgesamt einen homogeneren Sound gegenüber höheren Trennfrequenzen. Wie sich die einzelnen Nutzungsbereiche aufteilen, sieht man schön in den Frequenzmessungen, da arbeiten die Topteile bis ca. 100 Hz herunter gut mit.

    Die 4 digitalen Soundpresets sind alle brauchbar. Im DJ Modus gibt es eine extra Portion Bass, im Sprachmodus entsprechend weniger Low End.

    Langzeitverhalten

    Die Elektronik wurde auch im Dauergebrauch nur etwas mehr als handwarm. Im Bedarfsfall schaltet sich der eingebaute Lüfter relativ unauffällig dazu.

    Installationsmöglichkeiten und Variationen

    Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten die Satelliten zu installieren: einmal über den eingebauten M10 Bodenflansch und dann, nochmal deutlich variabler, über den robusten U-Bügel. Ich stelle beide Möglichkeiten vor.

    Befestigung über M10 Bodenflansch

    • Auf anschraubbaren Stativadapter 35mm (passt auf jedes Lautsprecherstativ)
    • .
    • TV Zapfen Lichtstativ 28mm ( für Lichtstative)

    Befestigung über U-Bügel

    • Lautsprecherflansch Adapter 35mm für Lautsprecher Stative
    • .
    • TV-Adapter Licht 28mm
    • .
    • Halfcoupler zur Befestigung am Truss
    • .
    • Anschraubbar an Wänden oder Dekorationen
    • .
    • Box auf Box

    Der Bügel kann auch gut genutzt werden, um das Molly Topteil als Bühnenmonitor schräg aufzustellen. So hat man die Möglichkeit, die Lautsprecher fast überall einzusetzen.

    Molly Topteile “Box-auf-Box” © Engelmann Promotion

    Besonders für den Bühneneinsatz, bei Konferenzen oder im DeeJay Einsatz bietet sich die Möglichkeit „Box auf Box“ an: Senkrecht übereinander montiert, lassen sich die Lautsprecher so ausrichten, dass man dadurch praktisch in jeder Raumgeometrie optimale Ergebnisse erreichen kann: Durch vertikales und horizontales Verschwenken wird jeder Zuhörer erreicht. Oder eben auch Plätze, die nicht beschallt werden sollen, können so berücksichtigt werden.

    Für einen Box-auf-Box Einsatz sollte man sich ein Speakon Y-Kabel zum leichteren Anschluß zulegen.

    Einsatz und Anwendungsmöglichkeiten

    Mir fallen sofort viele Anwendungen und Nutzer ein, die ich hier gerne aufliste:

    • Festinstallationen Im Gastronomie und Bar Bereichen, für die allgemeine Beschallung und wenn es bei Party-Events auch mal lauter zugehen soll. Das System ist durch den Zukauf weiterer Komponenten beliebig erweiterbar. In Festinstallationen gilt: Pro Bass jeweils 4 Top, in diesem Verhältnis kann auch weiter skaliert werden.
    • .
    • Mobiler Einsatz für Party- oder Hochzeits-DeeJays bis ca. 100 Personen mit dem Basissystem. Für Hochzeiten kommt Molly auch gerne ganz in Weiß daher.
    • .
    • Musiker, die im mittleren Lautstärkebereich unterwegs sind und ein flexibles, natürlich klingendes System brauchen.
    • .
    • Konferenz-, Kommunikations- und Geschäftsräume.

    Fazit

    Mit Molly bietet Steinigke ein interessantes Sub-Sat Audiosystem an, das gut klingt und auch für gehobene Pegelansprüche in Frage kommt. Es deckt die Lücke zwischen Kleinsystemen und großformatigeren PA-Systemen gut ab.

    Bei Festinstallationen oder auch im mobilen Betrieb punktet Molly vor allen Dingen in Sachen Variabilität und Erweiterungsmöglichkeiten. Die Preise sind für die gebotene Qualität absolut angemessen. Besonders günstig sind die Molly Topteile, die im Paar lediglich ca. 130 € kosten und auch in Anwendungen außerhalb des Molly Verbundes ab ca. 100 Hz variabel eingesetzt werden können.

    Alle aktuellen Preise, Zubehörteile und Kombinationsmöglichkeiten gibt es hier: www.steinigke.de/molly-1.html

    Link zum Hersteller Steinigke: www.steinigke.de/

    Jörg Kirschhttp://www.kirsch-veranstaltungstechnik.de
    Jörg Kirsch studierte ab 1981 Elektrotechnik in Kaiserslautern. An der Universität leitete er zwei Jahre lang das Kulturreferat und startete parallel dazu seine Firma für Veranstaltungstechnik mit eigener Ingenieur- und Entwicklungsabteilung. Auf sein Konto gehen weit mehr als 10.000 persönlich betreute Veranstaltungen, unter anderem die Realisation eines Bon-Jovi Konzertes zusammen mit Jet-West. Als gefragter Partner für Eventberatung ist er für mehrere Firmen tätig, u.a. als Bühnenmeister für das Kulturreferat Kaiserslautern. Mit seiner Firma betreut er mehrere Eventlocations, entwickelt spannende Veranstaltungsformate und bietet Ausbildungen im Veranstaltungsbereich. Persönlich liegt ihm der Support und die Entwicklung junger Künstler am Herzen. Mit Begeisterung engagiert er sich in mehreren Netzwerken, um auch hier die regionale Kulturszene zu fördern.
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