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Bau´ dir dein Netzwerk als Hebel auf – für mehr Gigs, bessere Deals und Reichweite

Business Network © Pete Linforth, Pixabay

In diesem Artikel geht es um eine einfache Wahrheit im Musikerbusiness: Ohne Netz­werk wird’s unnötig schwer. Mit einem guten Netzwerk entstehen Jobs, Empfehlungen, Abkürzungen, Kooperationen und gemeinsame Erfolge – weil du nicht alleine bist. Sondern gemeinsam mit anderen Kollektivressourcen aufbaust, von denen alle etwas haben; eine Win-Win Situation, in der jeder profitieren kann.

Doch aufgepaßt – auch Netzwerken will gelernt sein. Und dafür sind deine Benefits nach Lesen dieses Beitrags:

  • Du weißt, welche Netzwerke du als Musiker wirklich brauchst – je nach Anlass.
  • Du erkennst, welche Akteure lokal wichtig sind und wie du sie sinnvoll ansprichst.
  • Du kannst Win-Win-Kooperationen aufbauen und die Tauschlogik in Verhandlungen nutzen.
  • Du nutzt Kollektivwissen gezielt, statt alles selbst herauszufinden.
  • Du setzt Social Media als Vernetzungs-Tool ein, ohne dich zu verzetteln.
  • Du hast einen klaren Startpunkt, auch wenn du noch wenig Kontakte hast – lokal und online.
  • Und da kannst du dein Netzwerk Schritt für Schritt aufbauen und pflegen, sodass daraus echte Chancen entstehen.

Warum Netzwerke so wichtig sind, erläutern dir die folgenden 9 Empfehlungen, mit denen du erfolgreich netzwerken kannst:

1. Warum ein Netzwerk kein „Nice-to-have“ ist

Als aktiver Künstler oder Soloselbständiger ohne Netzwerk zu existieren, ist extrem schwer. Nicht, weil du ohne Netzwerk schlechter spielst, sondern weil viele Chancen in dieser Branche über Vertrauen laufen. Und Vertrauen entsteht nicht durch ein Profilbild oder einen Pressetext, sondern durch echte Kontakte, saubere Zusammenarbeit und Verlässlichkeit.

Ein Netzwerk ist doch recht simpel:
Menschen, die wissen, was du kannst, wie du arbeitest –
und die dich im richtigen Moment empfehlen oder reinholen.

Ohne Netzwerk bist du schnell „only the lonely“: Du machst dein Ding, aber keiner kriegt’s mit oder keiner setzt dich auf seine Liste. Auch, wenn du der technisch bessere Musiker bist. Denn Netzwerkmitglieder werden normalerweise bevorzugt. Gute Netzwerke sind wie exklusive Clubs: Nicht jeder kommt rein. Mitmachen geht über Empfehlungen und einen „Qualitätscheck“.

Ein funktionierendes Netzwerk aufzubauen ist gar nicht so schwer ... © Pete Linforth, Pixabay

Ein funktionierendes Netzwerk aufzubauen ist gar nicht so schwer … © Pete Linforth, Pixabay

2. Netzwerk = Arbeit (und zwar konstant)

Das muss man klar sagen: Netzwerkpflege ist Arbeit. Nicht nur einmal. Nicht nur dann, wenn du gerade einen Gig brauchst. Sondern kontinuierlich. Und das bedeutet „Pflege“ in der Praxis:

  • Kontakt halten (kurz reicht oft)
  • zuverlässig liefern (Qualität, Timing, Absprachen)
  • sichtbar bleiben (ohne zu nerven)
  • Mehrwert geben (Info, Support, Empfehlung, Verbindung)
  • nicht nur nehmen, sondern auch sinnvoll geben. Auch, wenn man davon nicht selbst sofort etwas hat.

Wer nur auftaucht, wenn er etwas braucht, wird langfristig nicht ernst genommen. Wer aber regelmäßig präsent ist und sauber liefert, baut echte Beziehungen auf.

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3. Was ein gutes Netzwerk dir konkret bringt

Ein starkes Netzwerk sorgt nicht nur dafür, jede Menge neuer Menschen kennenzulernen, sondern hat auch handfeste Vorteile:

  • Möglichkeiten: Du erfährst früher, wo etwas entsteht
  • Abkürzungen: Du sparst dir Umwege, weil andere schon wissen, wie es läuft.
  • Gemeinsame Erfolge: Kooperationen machen Dinge möglich, die alleine teuer oder langsam wären.
  • Kollektivwissen: Wer ist fair, wer zahlt, was lohnt sich, was nicht?
  • Stabilität: Wenn sich Rahmenbedingungen ändern, kannst du schneller reagieren.

Es gibt da einen Unterschied zwischen
„ich hoffe, dass was passiert“  und
„ich bin jetzt im Spiel“

4. Zusammenarbeit und Win-Win: So funktioniert es in der Realität.

Viele Kolleginnen und Kollegen im Kulturbereich sind nicht zufällig relevant: Booker, Veranstalter, Locationbetreiber, Producer, Techniker, Kulturvereine, Dienstleister – die sind an Jobs interessiert und offen für konstruktive Zusammenarbeit, wenn sie merken, dass du professionell bist. Dann kann eine Kooperation gelingen, weil alle einen Mehrwert für sich entdecken, den sie alleine nicht oder nur mit viel Aufwand hätten.

Beispiel: In der Praxis hat eine Person die Beschallungsanlage und kann Technik zuverlässig liefern. Jemand anderes wiederum hat gute Veranstalterkontakte und weiß, wie man in Reihen/Locations reinkommt. Das ist kein Zufall, so läuft das System: Einer nutzt die Stärken des anderen.

Die Tauschlogik dahinter:
„Gibst du mir etwas, das dich wenig oder nichts kostet, aber mich weiterbringt, gebe ich dir etwas, das mich wenig oder nichts kostet, dich aber weiterbringt.“

Das kann heißen:

  • Technik/Equipment gegen besseren Slot oder feste Zusammenarbeit
  • Kontakt/Empfehlung gegen Verlässlichkeit und sauberen Ablauf
  • Content (Foto/Video) gegen Promo/Booking-Zugang
  • Reichweite gegen Programmbeitrag oder Kooperation

Wichtig: Klar kommunizieren, fair bleiben, zuverlässig liefern. Dann wird aus einem Deal schnell eine langfristige Verbindung. Egoisten fallen in einem guten Netzwerk schnell negativ auf auf. Wer nur partizipiert, ohne eigenen Mehrwert an die Partner zu liefern, wird schnell geoutet und gemieden. Gegenseitige Unterstützung sollte in einem funktionierenden Netzwerk selbstverständlich sein …

5. Unterschiedliche Anlässe, unterschiedliche Netzwerke

Es gibt nicht das eine  Netzwerk. Du brauchst verschiedene – je nachdem, was du erreichen willst. Und ja: Die überlappen sich auch gerne mal. Genau das macht sie oft noch stärker.

a) Gig- und Booking-Netzwerk

Das sind Veranstalter, Booker, Locations, Kulturvereine, Reihenmacher, Technikdienstleister / Ziel: Auftrittsmöglichkeiten, Wiederbuchungen, faire Konditionen.

b) Kollegennetzwerk

Hierzu gehören regionale Musiker, Bands, Techniker, Substitutes, Producer / Ziel: Empfehlungen, gemeinsame Abende, Vertretungen, Mitwirkungen. Hier sitzt oft das beste Kollektivwissen.

c) Produktions- und Output-Netzwerk

Da wären Producer von Studios, Mixing/Mastering, Videoproduktionen, Fotografie, Grafik und Content-Cutter / Ziel: Qualität, Tempo, professioneller Auftritt.

d) Medien- und Reichweiten-Netzwerk

Dazu gehört die lokale/regionale aber auch überregionale Presse, lokale Radiostationen, Kulturportale, Eventkalender, Podcasts und ähnliche Multiplikatoren / Ziel: Sichtbarkeit, Publikum, eine Story (Legende).

e) Business-, Förder- und Struktur-Netzwerk

Kulturreferat, Förderstellen, Kulturpiloten, Stadtmarketing, Werbegemeinschaften, politische Gremien, Sponsoren / Ziel: Förderung, Räume, Genehmigungen, langfristige Möglichkeiten.

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6. Beispiel Corona: Warum lokale Netzwerke plötzlich entscheidend wurden und was wir daraus gelernt haben

Die Corona-Zeit hat vielen gezeigt, wie schnell vorausschauende Planbarkeit nichts mehr wert sein kann. Große Veranstaltungen, internationale Acts, lange Vorläufe – häufig schwierig oder gar nicht kalkulierbar. Reiserichtlinien, reduzierte Besucherzahlen und dynamische Maßnahmen haben dazu geführt, dass viele nur eine realistische Strategie hatten: schnell reagieren, Kosten klein halten, lokal arbeiten. Doch wer gut vernetzt war, konnte eher:

  • kleine Formate und Reihen starten,
  • kurzfristig umplanen,
  • mit Locations kooperieren, die jetzt neue Konzepte brauchten,
  • hybride Lösungen benutzen und
  • zusätzliche Dienstleistungen rund um Musik anbieten.

Kurzum: Netzwerke machen beweglich. Und Beweglichkeit war damals entscheidend. Es gab bekanntlich viele traurige Fälle, in denen ganze Existenzen zusammenbrachen. Im Gegensatz dazu kamen gute vernetzte flexible Kollegen mit frischen Ideen meist (ausreichend) gut über die Runden.

7. Lokale Netzwerke: Diese Akteure sind in der Region wichtig

Netzwerke sind die Basis für Zusammenarbeit. Eine erfolgreiche Kooperation erkennst du daran, dass jeder Beteiligte etwas gewinnt, was er allein nicht so leicht bekommen hätte. Wenn du dein Netzwerk lokal ausbauen willst, sind diese Punkte für die Praxis besonders interessant:

  • Leite Konzerttipps mit Beschreibung an die Presse weiter (lokal/regional, aber auch Online-Portale).
  • Engagier´dich in Kulturvereinen / Vereinigungen / Interessengemeinschaften – und wenn du nichts Passendes findest und genügend Power hast: gründe oder initiiere doch selbst etwas.
  • Jede Verwaltung hat ein Kulturreferat oder einen Ansprechpartner für Kultur. Kontakte hierhin können sehr wertvoll sein. 
  • Nimm´ Kontakt zum Lokalradio auf. Lies dazu auch unseren Beitrag: Radio Promotion & Radio-Airplay.
  • Wichtig ist auch deine Kontaktaufnahme zu regionalen Musikerkollegen,
  • regionalen Werbegemeinschaften / Stadtmarketing und zu
  • Veranstaltern allgemein (nicht nur klassische Konzertveranstalter).
  • Kennst du Kulturpiloten oder Förder-Scouts (oft sehr gut vernetzt und informiert)?
  • Du kannst auch Vernetzungen mit politischen Gremien nutzen (statt sie oft zu ignorieren …)

Netzwerke bilden die Basis für eine fruchtbare Zusammenarbeit.
Eine erfolgreiche Kooperation erkennst du daran, dass jeder Beteiligte etwas gewinnt, was er allein nicht so leicht bekommen hätte.

8. Social Media: Werkzeug für Sichtbarkeit und Vernetzung

Social Media ersetzt keine echten Beziehungen. Aber es hilft dir, sichtbar zu bleiben und Kontakte warm zu halten – wenn du es konsequent nutzt. Doch was du auf jeden Fall hier tun kannst ist:

  • deinen Bekanntheitsgrad zu steigern und passende Leistungen vorzustellen,
  • online deine Dienstleistungen anzubieten (Musikunterricht, Technik (FOH), Studioproduktion, Workshops),
  • in Gruppen/Communities aktiv zu werden und produktiv zu vernetzen und
  • Kooperationen anzustoßen

Du kannst auch schon mal unprofessionell rüberkommen oder einen (kleinen) Fehler machen. Das wichtigste dabei ist: Regelmäßigkeit schlägt Perfektion.

Gewinnbringende Vernetzung © civilservicelocal, Pixabay

Gewinnbringende Vernetzung © civilservicelocal, Pixabay

9. Einsteiger-Tipp: Wo anfangen, wenn du kaum Kontakte hast?

Viele wissen nicht, wie sie den ersten Schritt machen sollen – vor allem, wenn sie wenig physische Kontakte haben. Hier sind ein paar Startpunkte für den Anfang.

Schritt 1: Mitgliedschaft und Mitwirken bei (lokalen) Organisationen

  • In Kultur- und Musikvereinen, in Initiativen und Kollektiven
  • offene Bühnen und Jam-Sessions besuchen
  • Mitwirken bei Stadt- und Gemeindeveranstaltungen
  • Ehrenamtliche Kulturarbeit übernehmen. Das wird oft unterschätzt, ist aber extrem wirksam
  • Besuch von und Kontakte knüpfen auf Musiker- und Instrumentenmessen (Hier geht’s zum aktuellen Beitrag über Musikermessen 2026)
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Da entstehen echte Beziehungen, weil man sich regelmäßig sieht. Du musst nicht sofort „groß“ auftreten. Wichtig ist, so präsent zu sein, dass du gesehen wirst und dich an verbindenden Aktionen beteiligst und zuverlässig bist.

Schritt 2: Werde aktiv in Online-Interessengruppen

  • In regionale Musikergruppen,
  • in Veranstalter-/Eventgruppen,
  • in Technik-, Recording-, Producer-Communities oder
  • in Genre-Gruppen.

Online funktioniert gut als Einstieg, wenn du sinnvoll mitmachst: Fragen stellen, Erfahrungen teilen, anderen helfen, passende Leute verbinden – nicht nur „Wer kann uns Gigs verschaffen?“

Netzwerken auf der LEaT con 2025: Vivien Grott, vom Marketing der LeaT im Gespräch mit Jörg Kirsch, dem CEO von StageAID. © Engelmann Promotion

Netzwerken auf der LEaT con´25: Vivien Grott, vom Marketing der LeaT im Gespräch mit Jörg Kirsch, dem CEO von StageAID. © Engelmann Promotion

Schritt 3: Kleine Routine für die Netzwerkpflege

Voraussetzung für´s Netzwerken ist schon eine Mitgliedschaft in den gängigen Social Networks  wie YouTube, Facebook, TicToc  oder Instagram. Die routinierte Bedienung deines Accounts gehört zur grundlegenden Netzwerkpflege. Ohne eine permanente Versorgung mit News und Facts aus deinem Business schläft deine Communityarbeit und Interaktivität schnell ein. Eine einfache Praxis:

  • Je nach Anlass jede Woche 2–3 kurze Nachrichten an Kontakte (ohne Druck)
  • jede Woche ein sichtbares Update (Gig, Probe, Release, Referenz)
  • jeden Monat ein neuer echter Kontakt (Event, Jam, Vereinsabend)

Eine dauerhafte und engagierte Pflege der sozialen Netzwerke
ist notwendig um dort Erfolg zu haben

Die Punkte wirken jetzt nicht so spektakulär – sind aber genau die Konstanz, die ein Netzwerk aufbaut. Wir haben übrigens schon darüber berichtet wie du dir einen YouTube-Kanal aufbaust, über eine erfolgreiche Vermarktung auf Instagram und den Aufbau einer Facebook-Fanpage.

Geht in alle sozialen Netzwerke und erzeugt Reichweite / © Anna, Pixabay

Geht in alle sozialen Netzwerke und erzeugt Reichweite / © Anna, Pixabay

Epilog

Networking ist die geheime Zutat um Jobs, Empfehlungen, Abkürzungen, Kooperationen und gemeinsames Wachstum zu generieren. Es ist aber auch Arbeit: konstant aufbauen, konstant pflegen, verlässlich liefern. Unterschiedliche Anlässe brauchen unterschiedliche Netzwerke, die sich überlappen dürfen. Und wer bei Null startet, kann sehr konkret beginnen: lokal in Vereine/Kollektive rein, online in passende Gruppen – und dann – dranbleiben. Wenn du das sauber machst, wird aus deinen einzelnen Kontakten schon bald ein tragfähiges System. Und das macht dich langfristig stärker, unabhängiger und erfolgreicher.


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Jörg Kirschhttp://www.kirsch-veranstaltungstechnik.de
Jörg Kirsch studierte ab 1981 Elektrotechnik in Kaiserslautern. An der Universität leitete er zwei Jahre lang das Kulturreferat und startete parallel dazu seine Firma für Veranstaltungstechnik mit eigener Ingenieur- und Entwicklungsabteilung. Auf sein Konto gehen weit mehr als 10.000 persönlich betreute Veranstaltungen, unter anderem die Realisation eines Bon-Jovi Konzertes zusammen mit Jet-West. Als gefragter Partner für Eventberatung ist er für mehrere Firmen tätig, u.a. als Bühnenmeister für das Kulturreferat Kaiserslautern. Mit seiner Firma betreut er mehrere Eventlocations, entwickelt spannende Veranstaltungsformate und bietet Ausbildungen im Veranstaltungsbereich. Persönlich liegt ihm der Support und die Entwicklung junger Künstler am Herzen. Mit Begeisterung engagiert er sich in mehreren Netzwerken, um auch hier die regionale Kulturszene zu fördern.
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