StartOrgaErfahrungenWarum sind Tribute Bands so erfolgreich?

Warum sind Tribute Bands so erfolgreich?

„The Chain“ präsentiert die Songs von Fleetwood Mac © Chris Hinz

Wenn ich mir die Programme von kleinen bis mittleren Clubs so anschaue, muss ich feststellen, dass darin eher wenig Bands mit eigenen Produktionen zu finden sind. Bands, die neben ein paar eigenen Songs auch viele Covers in ihrer Playlist haben, werden dagegen öfter in Liveclub-Programmen angeboten. Und so­ge­nann­te Tribute-Bands, die sich eine spezielle Band vornehmen und kopieren, werden tendenziell am häufigsten gebucht. Solche, die sich zur Aufgabe gemacht haben ausschließlich eigene Tracks zu präsentieren haben es dagegen denkbar schwer. Doch warum ist das so?

Im allgemeinen mögen Menschen die Musik von Bands zu der sie einen Bezug haben. Die sie kennen und lieben, und am besten so, wie sie sie in Erinnerung behalten haben. Dieses ziemlich starke menschliche Bedürfnis bedienen Tribute-Bands. Dahinter stecken psychologische, emotionale und wirtschaftliche Faktoren, die wir jetzt näher beleuchten wollen …

Nostalgie ist ein unglaublich starker Motor

Viele Menschen verbinden große Bands wie Queen, Pink Floyd, AC/DC, David Bowie oder die Toten Hosen mit bestimmten Lebensphasen wie der Jugend. Die ersten erlebten Konzerte oder die erste großen Liebe, ist oft mit einer bestimmten Musik verknüpft. In jungen Jahren feierte man Partys mit Freunden und empfand Freiheit zur der bestimmte Tracks der Klangkunst sehr erfolgreich waren. Eine Zeit, die man dann für einen Moment lang zurückholen kann.

Eine Newcomer Band feiert Erfolge mit Bowie Covers © Engelmann Promotion

Eine Newcomer Band feiert Erfolge mit Bowie Covers © Engelmann Promotion

Wenn eine Tribute Band genau diese Musik zelebriert, weckt das Erinnerungen und damit verbundene Emotionen. Da kauft man nicht einfach nur eine Konzertkarte, sondern auch ein Stück Vergangenheit …

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Die Originale sind oftmals nicht mehr verfügbar

Manch ein Musiker ist bereits verstorben oder die Band deiner Begierde hat sich lange aufgelöst. Es wird keine neuen Songs von ihr mehr geben. Original­be­set­zun­gen existieren nicht mehr oder die verbliebenen originalen Stars treten selten und nur zu sehr hohen Preisen auf – siehe Rolling Stones, Bon Jovi und Co. Die Verknappung des Originals läßt Preise in irre Dimensionen steigen. Eine gute Tribute Band schließt diese Lücke. Sie bietet die Möglichkeit, die Musik weiterhin als Live-Erlebnis zu genießen.

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Das Publikum kennt jeden einzelnen Song

Das ist ein enormer Vorteil gegenüber Bands mit Eigenkompositionen. Bei einer Tribute Band weiß das Publikum bereits welche Songs es zu hören bekommt. Es kennt die Stellen an denen der große (Mitsing-)Refrain kommt. Und es ahnt bereits, wann die Performance auf den emotionalen Höhepunkt zusteuert.

Top-Stimmung mit einer Cover Band © KI-generiert, Andy C.

Top-Stimmung mit einer Cover Band © KI-generiert, Andy C.

Es gibt zwar kaum musikalische Überraschungen, doch genau das ist Teil des Konzepts und des Erfolgs. Denn die Menschen kommen gerade wegen der Songs, die sie seit Jahrzehnten kennen und mögen.

Das Publikum möchte eine bekannte Show erleben

Erfolgreiche Tribute Bands kopieren nicht einfach nur Musik. Sie reproduzieren ein Gesamterlebnis mit den Kostümen und Bühnenoutfits, die auch die Originalband zelebrierte. Auch werden Instrumente und Sounds, Bühnenbilder und Licht und die Dramaturgie des Originalkonzerts täuschend echt nachempfunden.

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Showelemente, typische Bewegungen und Gesten und die Ansagen werden kopiert – die Fans tauchen ein in eine originale Show des kopierten Künstlers. Und je authentischer das gelingt, desto stärker wird die Illusion.

A Tribute to Kiss in Originalkostümen mit Originalschminke © Engelmann Promotion

A Tribute to Kiss in Originalkostümen mit Originalschminke © Engelmann Promotion

Epilog

Wenn man unter „erfolgreich“ den wirtschaftlichen Erfolg, regelmäßige Auftritte und gut besuchte Konzerthäuser versteht, haben Tribute-Bands häufig bessere Karten als Bands mit ausschließlich eigenen Songs. Das klingt zunächst seltsam und ein bisschen weird, ist allerdings auch nachvollziehbar. Tribute-Bands verkaufen dem Publikum nämlich etwas, das es bereits (lange) kennt und liebt. Eine Band mit eigenen Songs muss dagegen erst einmal ein Publikum aufbauen und durch ihre Musik überzeugen.

Bands bzw. Musiker mit eigenen Kompositionen müssen sich Popularität und Publikum erst erarbeiten. Auch an Gigs zu kommen ist für Newcomer mit eigenen Songs ungleich schwieriger als wenn sich eine Truppe im Club bewirbt, die sich „Queen live“  oder „Pink Floyd Tribute“  nennt. Eine unbekannte Band mit eigenen Songs muss erst mal erklären, warum man sie hören sollte. Ein Veranstalter kann die Publikumsresonanz einer bekannten Musikmarke oft besser einschätzen.

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Meine Einschätzung

Betrachten wir diese zwei unterschiedlichen Performance-Modelle Tribute-Band und Original-Band, betreibt man im ersten Fall in gewisser Weise ein relativ gut kalkulierbares Live-Un­ter­hal­tungs­un­ter­nehmen. Eine gute Tribute-Band kann durchaus mehr Geld verdienen und mehr Auftritte absolvieren als eine sehr gute Originalband.

Die Original-Band andererseits versucht, eine eigene musikalische Marke und ein eigenes Werk aufzubauen. Das ist wirtschaftlich zwar riskanter, bietet aber potenziell deutlich mehr Ent­wick­lungs­mög­lich­keiten. Die sozialen Medien (YouTube , Instagram , Facebook ) bieten heute auch die reele Chance durch geschickte Selbstvermarktung über seinen Kiez hinaus Bekanntheit und letzten Endes Berühmtheit zu erlangen.

Dieser Beitrag wurde teilweise mit KI-Unterstützung erstellt.


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Andreas Cattarius
Andreas Cattarius hat an der Fachhochschule Kaiserslautern Innenarchitektur studiert. Im Jahr 1995 gründete er mit Freunden den Live-Club „Fillmore Kaiserslautern“ und in den darauffolgenden Jahren machte sich dieser Liveclub überregional einen Namen mit erfolgreichen Konzerten für die Alternativszene. Als DeeJay und Talentscout entwickelte er eine Nase für Musik-Trends der alternativen Szene und förderte die lokale Musik- und DeeJay-Szene. In dieser Zeit erwarb er erste Kenntnisse im Schreiben von Bandbeschreibungen der Künstler, die in seinem Club auftraten. Er lernte was erfolgreiches Eventmarketing bedeutet und machte sich einen Namen als überregionaler Veranstalter für innovative Bands. Als Redakteur für das Kaiserslauterer Stadtmagazin „Pavillon“, hier zuständig für die Rubrik „Szene“, entwickelte er seine journalistischen Fähigkeiten. 2002 ließ er sich zum „Internetapplikationsentwickler“ ausbilden und erlernte das „Handwerk“ des Webdesigns. Er entwickelte bereits 2003 im Team einen Online-Lieferservice für Pizzas in Worms. Seit 2018 gehört er fest zum „Kunstgriff-Event“ Team.

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