Thomas Blug stellt seine neuste Entwicklung vor © BluGuitar
Lange erwartet, groß gedacht: Mit dem AMP X will Thomas Blug Verstärker, Effektboard und Recording-Setup in einem Gitarrensystem zusammenbringen. Ein System, das derzeit weltweit einzigartig ist und auf das viele Gitarristen sehnsüchtig gewartet haben. Hier geht es nicht um die Entscheidung zwischen Profiling und Modelling. Programmierbare analoge Amp-Sounds, eine intuitive Bedienung, integrierte Effekte und ein direkter Weg zur PA sollen den eigenen Sound von der Bühne bis ins Studio begleiten. Ein ambitionierter Launch – und ein Projekt, auf dessen weitere Entwicklung wir bei StageAID besonders gespannt sind.
Ein vertrauter Röhrensound unter den Fingern, die Lieblingssounds auf Knopfdruck und die Freiheit, mit Gitarrenbox oder direkt ins Mischpult zu spielen: Der AMP X bündelt vieles, was Gitarristen sonst auf mehrere Geräte verteilen. Hinter dem kompakten Format steckt ein großer Anspruch. Thomas Blug möchte die Reaktion eines analogen Amps mit der Flexibilität eines programmierbaren Gitarren-Rigs verbinden.
Nach Jahren der Entwicklung geht es damit um weit mehr als einen weiteren Verstärker. Der AMP X soll zur Schaltzentrale für den eigenen Gitarrensound werden: Amp-Charaktere wechseln, Effekte passend kombinieren, Boxensounds speichern und auf der Bühne trotzdem schnell an die entscheidenden Regler kommen. Ob das für dich den entscheidenden Unterschied macht, hängt vom eigenen Spiel und Setup ab. Das Konzept verdient auf jeden Fall einen genaueren Blick.
Wir freuen uns besonders, Thomas auf diesem Weg begleiten zu dürfen:
Er bringt sich künftig auch bei StageAID mit seinem Wissen
rund um Gitarre, Sound und Verstärkertechnik ein.
Zum Launch seines neuen BluGuitar AMP X schauen wir deshalb auf die Ideen hinter dem Gerät – und freuen uns darauf, euch auch in Zukunft weitere spannende Einblicke aus der Praxis zu geben.
Thomas Blug zeigt, was im AMP X steckt
Im Video „Academy of Tone“ Folge 333 führt Thomas gemeinsam mit seinem Entwicklungspartner Julian ausführlich durch das System. Die beiden demonstrieren Amp-Sounds, Effekte, Boxensimulation und die Bedienung im Live-Alltag. Immer wieder vergleichen sie Klänge und erklären, welche musikalische Idee hinter einer Funktion steht. Wir haben die wichtigsten Punkte aus dem englischsprachigen Livestream für dich aufbereitet. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, die beim Spielen zählen: Wie entstehen die Sounds? Wie funktioniert der direkte Weg zur PA? Und wie passt du dein vorbereitetes Setup an einen anderen Raum oder eine andere Gitarre an?
Das Video: Thomas Blug stellt den AMP X vor
Im rund zweieinhalbstündigen englischsprachigen Livestream hörst du die Soundbeispiele und erlebst die Bedienung direkt am Gerät. Die inhaltliche Vorstellung beginnt nach dem musikalischen Intro bei etwa 6:32 Minuten.
Wie arbeitet der AMP X?
Beim AMP X werden die Verstärkerklänge nach Erklärung der Entwickler durch eine programmierbare analoge Schaltung erzeugt. Digitale Steuerung macht deren Einstellungen speicherbar und abrufbar. Hinzu kommen analoge und digitale Effekte sowie die digitale Lautsprechersimulation. Ein BlugPRINT beschreibt dabei die Einstellungen, mit denen die analoge Plattform einen bestimmten Verstärker- oder Pedalcharakter erzeugt. Das Konzept verbindet damit eine veränderbare analoge Klangerzeugung mit dem Komfort gespeicherter Sounds. Die offizielle BluGuitar-Wissensdatenbank bietet ergänzend einen Einstieg in das Gerät und seine Bedienung.
Eine wichtige Grenze nennen Thomas und Julian ausdrücklich: Einen eigenen Verstärker zu Hause automatisch einzumessen und als Capture in den AMP X zu übertragen, gehört nicht zum vorgestellten Konzept. Die Amp-Sounds entstehen durch die Arbeit des Entwicklungsteams. Auch zwei unterschiedliche Amp-Sounds gleichzeitig zu betreiben, ist in der gezeigten Architektur nicht vorgesehen.
wie ein Gerät seinen Klang erzeugt.
Beim AMP X werden analoge Amp-Schaltungen digital gesteuert;
die Boxensimulation arbeitet digital.
Vertraute AMP1-Sounds mit zusätzlichen Möglichkeiten
Einen großen Teil der Sendung nehmen die Sounds von AMP1 Mercury Edition und Iridium Edition ein. Thomas und Julian zeigen jeweils Clean, Vintage, Classic und Modern und vergleichen sie mit den entsprechenden AMP1-Geräten. Damit bilden acht bekannte Grundsounds einen Ausgangspunkt des vorgestellten Systems.

Es bleibt jedoch nicht beim Abrufen dieser Klangcharaktere. Funktionen wie Bright, unterschiedliche Shape-Einstellungen und Power Drive erweitern die Möglichkeiten, Anschlag, Verzerrung und Klangformung zu beeinflussen. Thomas beschreibt beispielsweise straffere Einstellungen für Riffs und weichere Varianten für Leads. Solche Eindrücke sind seine Einschätzungen während der Vorführung, keine unabhängig bestätigten Testergebnisse.
Für dich ist daran vor allem die Speicherbarkeit interessant: Ein Grundsound kann zur Basis mehrerer eigener Varianten werden. Du musst eine gefundene Einstellung nicht aufgeben, um anschließend mit einer anderen Gain-Struktur oder Klangregelung zu experimentieren. Weitere gezeigte oder angesprochene Amp-Vorbilder reichen vom Vox AC30 über Marshall-Klänge bis zum Fender Tweed Deluxe und einem Peavey-High-Gain-Amp. Eine vollständige Liste samt Lizenzumfang lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Im Gespräch werden enthaltene Grundsounds und kostenpflichtige Ergänzungen unterschieden.

Direkt ins Mischpult – auch ohne Gitarrenbox
Schon beim Intro spielt Thomas nach eigener Aussage ohne angeschlossenen Gitarrenlautsprecher direkt ins Studiomischpult. Später wechselt die Vorführung zwischen Lautsprecherbetrieb und Direktsignal. Der AMP X soll also sowohl eine klassische Gitarrenbox antreiben als auch einen fertig aufbereiteten Sound für Mischpult, Recording und Monitoring liefern können. Das ist praktisch, wenn du unterschiedliche Arbeitsweisen verbinden möchtest: eine Gitarrenbox als persönliche Schallquelle auf der Bühne und parallel ein Direktsignal für die PA. Bei einer Aufnahme kann die Mikrofonierung der Box entfallen, wenn der gewünschte Klang bereits über den entsprechend aufbereiteten Ausgang anliegt.

Im Livestream betont Thomas, dass für ihn dabei auch das Spielgefühl zählt. Wie unmittelbar ein Sound auf Anschlag und Lautstärkeregler reagiert, lässt sich anhand eines Transkripts allerdings nicht beurteilen. Die Vorführung liefert Einblicke in das Konzept; ein eigener Vergleich mit Gitarre, Monitoren und Band bleibt die sinnvollste Grundlage für eine persönliche Bewertung.
Warum die Boxensimulation mehr als den Frequenzgang berücksichtigt
Eine Impulsantwort, kurz IR (Impulse Response), bildet den Klangcharakter einer Lautsprecher- und Mikrofonkonstellation ab. Beim AMP X demonstrieren die Entwickler darüber hinaus eine Funktion namens Dynamic IR und unterschiedliche Impedanz- beziehungsweise Feedback-Kurven. Diese sollen zusätzliche Aspekte der Wechselwirkung zwischen Endstufe und Lautsprecher berücksichtigen.
Thomas verändert in der Sendung die Dynamic-Einstellung, ohne den Amp-Grundsound neu einzustellen. Er beschreibt das Ergebnis als lebendiger und ausdrucksstärker. Die Feedback-Kurven wiederum demonstriert er als weiteren Einfluss auf Klang und Reaktion des Direktsignals. Beide Funktionen sind deshalb getrennt von der bloßen Auswahl einer anderen Boxen-IR zu betrachten. Bei der Boxenauswahl zeigt der Livestream denn auch mehrere Arbeitsweisen:
- Eine gemeinsame Boxensimulation bleibt für unterschiedliche Presets erhalten.
- Verschiedene Boxensounds werden mit den jeweiligen Presets gespeichert.
- Zwei IRs werden gemischt oder für unterschiedliche Stereoseiten eingesetzt.
Thomas empfiehlt, zunächst mit einer einfachen Konfiguration anzufangen. Eine gemeinsame virtuelle Box kann dabei helfen, die klangliche Basis über mehrere Sounds hinweg zusammenzuhalten. Unterschiedliche Boxen pro Preset ermöglichen dagegen gezieltere Klangwechsel.
Beim Mischen fremder IRs weisen die Entwickler auf mögliche Phasenauslöschungen durch unterschiedliche zeitliche Ausrichtung hin. Wenn ein voller Sound nach dem Zusammenmischen dünn wird, lohnt deshalb zuerst ein Blick auf die Kombination der IRs. Im Stream wird außerdem der Import eigener IRs als WAV-Dateien mit 48 kHz per USB-Datenträger beschrieben. Weitere Formatdetails sollten anhand des aktuellen Handbuchs geprüft werden.
Stage Mode: Den Raum anpassen, die Presets behalten
Eine der praxisnächsten Funktionen ist der Stage Mode . Die Klangregler übernehmen dabei die Aufgabe eines globalen EQs für die gespeicherten Sounds. So kannst du auf einen anderen Raum reagieren, ohne jedes Preset einzeln anzufassen. Stell dir vor, Clean-, Rhythmus- und Lead-Sound passen gut zueinander, wirken am Veranstaltungsort aber insgesamt zu scharf. Eine gemeinsame Korrektur kann die Anpassung erleichtern und die bewusst angelegten Unterschiede zwischen deinen Sounds erhalten.
Eine ähnliche Idee steckt hinter dem Eingangsregler „Git In“ . Thomas empfiehlt, die Sounds zunächst in dessen rastender Mittelstellung vorzubereiten. Bei einem Gitarrenwechsel lässt sich die Eingangsempfindlichkeit dann schnell nachjustieren. Das kann etwa helfen, wenn du während eines Auftritts von einer Singlecoil-Gitarre auf ein Instrument mit kräftigeren Pickups wechselst. Identisch klingen die Gitarren dadurch natürlich nicht. Auch den Effektanteil für unterschiedliche Ausgänge zeigen die Entwickler als anpassbar. Damit lässt sich berücksichtigen, dass du auf der Bühne möglicherweise eine andere Mischung aus direktem Signal, Delay und Hall benötigst als die PA.
Effekte vor und hinter dem Amp
Die vorgestellte Effektstruktur umfasst unter anderem Noise Gate, Wah, Boost, Drive, Modulation, Delay und Reverb. Entscheidend ist dabei auch ihre Position im Signalweg. Effekte vor dem Amp beeinflussen das Signal, das anschließend verzerrt wird. Effekte dahinter bearbeiten den bereits geformten Amp-Sound.
An Tremolo-Varianten wird das besonders anschaulich: Die Entwickler zeigen ein analoges Tremolo im Boost-Bereich und erläutern digitale Möglichkeiten vor beziehungsweise hinter dem Amp. Hinzu kommen unter anderem Screamer-artige Boost-Sounds, verschiedene Chorus-Charaktere und Hallvarianten. Diese Beispiele sind ein Einblick in die Vorführung, keine verbindliche Aufstellung aller enthaltenen Effekte. Für vorhandene Lieblingspedale wird ein Hardware-Effektweg beschrieben, der sich seriell oder parallel sowie mono oder stereo konfigurieren lässt. Damit kann der AMP X auch Teil eines bestehenden Setups werden.
Von Mono bis Wet-Dry-Wet
Neben Mono- und Stereoanwendungen enthält die Sendung ein Beispiel für Wet-Dry-Wet. Dabei steht ein weitgehend trockenes Gitarrensignal in der Mitte, während zwei zusätzliche Wege die räumlichen Effekte wiedergeben. Ziel ist eine Kombination aus direktem Kernsound und breiten Effekten. Dafür braucht es allerdings die passende zusätzliche Verstärkung beziehungsweise aktive Lautsprechersysteme. Die Vorführung bedeutet nicht, dass der AMP X allein drei passive Boxen unabhängig antreibt. Die Ausgabewege müssen zum jeweiligen Aufbau passen.
Für viele Anwendungen dürfte ein kleineres Setup der sinnvollere Einstieg sein: erst einen überzeugenden Grundsound einstellen, danach die tatsächlich benötigten Effekt- und Ausgangswege ergänzen. Das entspricht auch Thomas’ wiederholter Empfehlung, sich trotz vieler Möglichkeiten auf die eigenen musikalisch brauchbaren Sounds zu konzentrieren.
Was im gezeigten Stand noch offen ist
Die Sendung zeigt ein System in Weiterentwicklung. USB-Audio wird noch als in Arbeit bezeichnet. Ein PC-Editor ist zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar, und eine Favoritenfunktion wird angekündigt. Auch zusätzliches Steuerungszubehör befindet sich teilweise noch im Prototypenstadium.
Außerdem sprechen Thomas und Julian über den Unterschied zwischen mitgelieferten Sounds, zusätzlichen BluPRINTs und der Möglichkeit, weitere Inhalte auszuprobieren. Konkrete Preise, Freischaltungen und Auslieferungstermine lassen sich aus dem fehleranfälligen Transkript nicht verlässlich als aktuelles Angebot übernehmen. Wenn eine dieser Funktionen für deinen Einsatz entscheidend ist, prüfe deshalb vorab den aktuellen Stand bei BluGuitar . Die offizielle AMP X -Wissensdatenbank bündelt Quick Guide, Handbuchbereiche und weitere Produktinformationen.
Ein großes Projekt – mit dem eigenen Sound im Mittelpunkt
Der Livestream zeigt, welchen Ansatz Thomas Blug mit dem AMP X verfolgt: unterschiedliche analoge Amp-Charaktere speichern, Effekte integrieren und das Ergebnis sowohl über eine Gitarrenbox als auch direkt nutzen. Besonders greifbar wird der Nutzen dort, wo globale Regler die Anpassung an Gitarre, Raum und Monitoring erleichtern sollen.
Für die Praxis bleibt eine einfache Frage: Kommst du mit wenigen Handgriffen zu den Sounds, die deine Musik braucht? Die Zahl verfügbarer Amp- und Effektvarianten ist dafür nur ein Teil der Antwort. Wie sich das System im eigenen Setup bewährt, muss ein praktischer Einsatz zeigen. Thomas‘ Vorstellung macht neugierig auf das, was mit dem AMP X musikalisch möglich wird. Wir freuen uns, ihn bei StageAID auf diesem Weg zu begleiten und künftig weitere Themen rund um seinen Gitarrensound aufzugreifen – verständlich erklärt und immer mit Blick auf Bühne und Studio.
Zuordnung und Quellen
Zuordnung: Dieser Artikel basiert auf dem uns zur Verfügung gestellten Transkript der Herstellervorführung und beschreibt den dort dokumentierten Entwicklungsstand. Ein eigener StageAID-Praxistest liegt ihm nicht zugrunde. Verfügbarkeit, Liefertermine und der aktuelle Funktionsumfang sind direkt bei BluGuitar zu prüfen. Weitere Quellen:
- Hauptquelle: bereitgestelltes Transkript von „Academy of Tone“, Folge 333; relevante Abschnitte ab 6:32, 18:10, 52:24, 1:10:24, 1:18:55 und 1:25:09. Das Originalvideo wurde anhand des Titels, der Folgenummer und des offiziellen BluGuitar-Kanals zugeordnet: AMPX Guide – „Is AMPX Complete?! .
- Offizielle AMPX-Wissensdatenbank mit Quick Guide und Handbuchbereichen
- AMPX-Einführung von Thomas Blug
Transparenz: Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage des bereitgestellten Transkripts und ergänzender Herstellerinformationen erstellt. Die fachliche Schlussprüfung durch die Redaktion beziehungsweise Thomas Blug steht aus.
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