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Macklemore raus, weitere Acts steigen aus: Ed Sheerans Tour zeigt die Folgen eines Booking-Konflikts

Nach propalästinensischen Aussagen von Macklemore bei zwei Konzerten in New Jersey strichen die Veranstalter ihn aus dem Vorprogramm von Ed Sheerans „Loop Tour“. Weitere Musiker zogen sich aus Solidarität zurück. Der Fall zeigt, wie schnell eine Entscheidung über einen Support-Act die gesamte Tourproduktion betrifft.

Bei seinen Auftritten am 4. und 5. September 2026 im MetLife Stadium sagte Macklemore „Free Palestine“. Er sprach über die Menschen in Gaza und im Westjordanland und spielte seinen Protestsong „Hind’s Hall“. Der Israeli American Council forderte anschließend in einer Petition, ihn von den weiteren Tourterminen zu nehmen.

Die Entscheidung über seine Absetzung wird von den Beteiligten unterschiedlich beschrieben. Macklemore erklärte, Ed Sheeran und dessen Team hätten ihn von der Tour genommen. Sheeran widersprach: Die Entscheidung sei beim US-Tourveranstalter Messina Touring Group gefallen; Macklemores Vertrag habe mit dem Veranstalter bestanden. Dieser teilte mit, Spielstätten hätten weitere Konzerte mit Macklemore im Line-up abgelehnt. Damit hätten nach seiner Darstellung Absagen gedroht, von denen Hunderttausende Ticketinhaber betroffen gewesen wären.

Damit war der Konflikt nicht beendet. Aaron Rowe, Lukas Graham und Finneas zogen ihre zugesagten Support-Auftritte zurück. Auch die irische Band Beoga, die Sheerans Live-Show begleitet hatte, stieg aus. Beim nächsten Konzert in Philadelphia stand Sheeran ohne diese Begleitbesetzung auf der Bühne. Er entschuldigte sich für Fehler im Umgang mit der Situation und bezeichnete das Geschehen in Gaza als „katastrophal und nicht zu rechtfertigen“. Zugleich äußerte er Sorge darüber, dass Spielstätten Einfluss auf Inhalte einer Performance nehmen könnten.

Was Veranstalter daraus mitnehmen können

Bei einer Tour hängt das Line-up an mehr als einer künstlerischen Zusage. Verträge, Spielstätten, Produktionsabläufe, Ticketversprechen und die Arbeit der Crews greifen ineinander. Fällt ein Act weg, müssen Veranstalter schnell klären, wer entscheidet, welche weiteren Auftritte betroffen sind und was dem Publikum verbindlich mitgeteilt werden kann.

Der Fall zeigt auch, dass Druck aus verschiedenen Richtungen kommen kann: von Spielstätten, Interessengruppen, anderen Künstlern und dem Publikum. Für die Praxis hilft eine klare Abstimmung vor der Tour: Welche Freiheiten haben Support-Acts bei Ansagen und Bildinhalten? Wer spricht bei einem Konflikt zuerst mit Künstlern und Spielstätten? Und wer informiert Crew und Ticketkäufer, wenn sich das Programm ändert?

Politische Aussagen auf der Bühne lassen sich nicht allein als Kommunikationsproblem behandeln. Hier standen zugleich die Haltung eines Künstlers, die Entscheidungen von Spielstätten und die Fortsetzung einer großen Tour zur Debatte. Gerade deshalb müssen die Beteiligten ihre Entscheidungen selbst erklären. Eine knappe Mitteilung über ein geändertes Line-up reicht bei einem solchen Konflikt kaum aus.

Quellen: Variety zur Entscheidung über Macklemore und Variety zu Sheerans Auftritt in Philadelphia.

Jörg Kirschhttp://www.kirsch-veranstaltungstechnik.de
Jörg Kirsch studierte ab 1981 Elektrotechnik in Kaiserslautern. An der Universität leitete er zwei Jahre lang das Kulturreferat und startete parallel dazu seine Firma für Veranstaltungstechnik mit eigener Ingenieur- und Entwicklungsabteilung. Auf sein Konto gehen weit mehr als 10.000 persönlich betreute Veranstaltungen, unter anderem die Realisation eines Bon-Jovi Konzertes zusammen mit Jet-West. Als gefragter Partner für Eventberatung ist er für mehrere Firmen tätig, u.a. als Bühnenmeister für das Kulturreferat Kaiserslautern. Mit seiner Firma betreut er mehrere Eventlocations, entwickelt spannende Veranstaltungsformate und bietet Ausbildungen im Veranstaltungsbereich. Persönlich liegt ihm der Support und die Entwicklung junger Künstler am Herzen. Mit Begeisterung engagiert er sich in mehreren Netzwerken, um auch hier die regionale Kulturszene zu fördern.
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