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Freitag, Juni 12, 2026
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Stagehand werden: Ein Inter­view mit Lea Mellentin über Ein­stieg und Mög­lich­keiten in der Event­branche (mit Video)

Das Gründerfoto der „Geisterfamilie“ © Geisterfamilie

Lea Mellentin  ist Mitgründerin der Geister Familie  mit den Unternehmen Event Geist , Crew Geist  und Rental Geist . Ihren Einstieg in die Veranstaltungsbranche fand sie selbst über die Stagehand- und Crewarbeit, bevor sie später in die operative Produktions- und Führungsrolle wechselte. Heute arbeitet sie vor allem in den Bereichen Touring, örtliche Produktionsleitung, Veranstaltungsleitung und Crewmanagement. Gemeinsam mit ihrem Team begleitet sie Produktionen unterschiedlichster Größenordnungen – von einzelnen Konzertshows bis hin zu großen Tourneen, Festivals und Venueproduktionen.

Besonders prägend für ihre Arbeit ist der enge Bezug zur operativen Realität der Ver­an­stal­tungs­bran­che. Viele Themen, über die sie heute schreibt, stammen direkt aus dem Produktionsalltag. In unserem Interview erklärt Lea Mellentin  von der Geister Familie, warum Stagehands in der Ver­an­stal­tungs­bran­che weit mehr tun als Kisten schieben.

Kurz und knapp: Darum geht es

Im Gespräch mit Jörg Kirsch (CEO StageAID)  wird klar, welche Chancen, Anforderungen und Karrierewege die Branche bietet. Auch noch abseits der Bühne gibt es Jobs in Planung, Disposition, Marketing, Verwaltung, Lager und Organisation und mehr.

Wer abends dann auf dem Konzert im Publikum steht und begeistert mitsingt, bekommt in der Regel gar nicht mit, was hinter den Kulissen passiert.
Die Bühne steht, der Vorhang fällt, Echt krasse Lightshow, der Sound drückt ordentlich, Backstage ist auch alles vorbereitet …

Es wirkt alles so selbstverständlich – ist es aber nicht: Hinter dieser scheinbaren Mühelosigkeit steckt eine riesige Maschine: Planung, Logistik, Personal, Material, Zeitdruck und jede Menge Menschen, die genau dann arbeiten, wenn andere feiern. Genau darüber spricht Lea von der Geister Familie im StageAID-Gespräch mit Jörg. Auch Jörg kennt die Branche seit Jahrzehnten aus eigener Erfahrung. Er ist jemand, der selbst unzählige Produktionen, Crews, Aufbauten und logistische Grenzfälle erlebt hat. Das Gespräch ist dadurch nicht nur ein Porträt der Geister Familie, sondern auch ein ziemlich ehrlicher Blick auf eine Branche, die dringend Nachwuchs braucht – und gleichzeitig viel mehr zu bieten hat als die meisten ahnen.

Das Interview mit Jörg im Video:

Was steckt hinter der Geister Familie?

Lea Mellentin: „Der Name fällt auf. Klingt ein bisschen geheimnisvoll – und das passt eigentlich ganz gut zu einer Branche, die fürs Publikum oft unsichtbar bleibt. Hinter der Geister Familie  stecken mehrere Bereiche, die zusammen ein breites Bild der Veranstaltungsarbeit abdecken.“

Lea: „Die Event Geist  ist der operative Teil der Geister Familie. Hier geht es um alles, was eine Produktion braucht: Vorbereitung, Durchführung, örtliche Produktionen, Touring, Hallenumbauten, Festivals, Logistik, Veranstaltungsleitung. Gerade bei großen Konzerten und Festivals sorgt Eventgeist dafür, dass Infrastruktur, Abläufe und lokale Anforderungen sauber zusammenspielen.“

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Lea: „Dann gibt es die Crew Geist. Die kümmert sich um Personalvermittlung und Personalverlassung im Veranstaltungsbereich – also um Stagehands, Crew Chiefs, Staplerfahrer, Cateringhilfen und weiteres operatives Personal für lokale Shows, Festivals oder Hallenproduktionen. Wir sprechen hier von rund 200 Leuten in der Crew, zur Sommersaison auch mehr. Bei Eventgeist kommen im Jahr etwa 250 bis 300 Produktionstage zusammen. Das ist also keine kleine Nebenstruktur, sondern ein ernsthafter Produktionsapparat. Die Range reicht von kleineren Aufträgen bis hin zu riesigen Produktionen, die Monate an Vorbereitung erfordern. Neben vielen anderen wäre hier z.B. Rock am Ring zu nennen.“

Inspektion einer zukünftigen Event Area mit der Crew © Geisterfamilie

Inspektion einer zukünftigen Event Area mit der Crew © Geister Familie

Neu: Die Rental Geist

Lea: „Ganz neu dazugekommen ist die Rental Geist. Sie kümmert sich um Backstage- und Pro­duk­tions­aus­stat­tung. Die Idee dahinter ist sehr praxisnah: Künstlerinnen, Künstler und Crews sollen nicht in irgendeine kalte, lieblose Sportumkleide landen, sondern einen Ort kriegen, wo man kurz run­ter­kom­men kann. Eine gemütliche Garderobe, Handtuch, Bürostuhl, Schreibtisch, ein paar praktische Kleinigkeiten für die Produktion – das macht einen größeren Unterschied als man denkt.“

Jörg bringt hier seine ganz eigene Erfahrung ein: „Der erste Eindruck zählt. Wenn ein Künstler nach langer Fahrt, Stau und Stress ankommt, macht es eben was aus, ob da Kaffeemaschine, Obst und Snacks warten – oder eine heruntergerockte Umkleidekabine mit kaltem Licht und ungastlicher Atmosphäre.“

Wie wird aus einem Nebenjob ein beruflicher Mittelpunkt?

Ganz typisch: Leas Weg in die Branche hatte keinen großen Plan dahinter. Sie studierte, suchte einen Nebenjob und stieß auf eine Stellenausschreibung, in der stand, dass man auf Konzerten arbeiten könne. Für jemanden, der privat gern Konzerte besucht und die Jugend in kleinen Clubs und bei Hard-Rock-Veranstaltungen verbracht hat, klingt das erst mal ziemlich verlockend.

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Lea: „Die Realität war dann deutlich nüchterner. Mein erster Job führte mich nicht vor die Bühne, sondern ins Catering. Teller spülen, Kartoffeln schälen, Zwiebeln schneiden. Nicht gerade ei romantisches Konzertbild. Aber da war sofort dieses Gefühl: Hier öffnet sich eine neue Welt.“

„Später kamen Stagehand-Jobs dazu, dann Projektassistenz – alles noch neben dem Studium. Doch irgendwann wurde der Veranstaltungssommer größer, die Jobs spannender, die Verantwortung greifbarer. Ich machte die Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau, stieg schnell als Projektleiterin ein und legte noch den Veranstaltungsfachwirtin drauf.“

Ein rasanter Aufstieg: Von der Stagehand zur Projektleiterin – und zusätzlich dann „nebenher“ eine Ausbildung als Veranstaltungsfachwirtin

Lea: „Im Rückblick klingt das sogar fast geradlinig – es war aber harte Arbeit. Lange Tage, Wochenenden, Feiertage, die Bereitschaft, Verantwortung nicht nur zu wollen, sondern wirklich zu tragen. Lea sagt sinngemäß: Sie hatte damals Menschen, die ihr Türen geöffnet haben. Heute möchte sie selbst so eine Türöffnerin für junge Menschen sein.“

Was macht ein Stagehand genau?

Lea: „Beim Wort Stagehand denken viele noch immer an jemanden, der nur Kisten von links nach rechts schiebt. Dieses Bild passt allerdings gar nicht. Klar gehören Lkw entladen, Cases schieben, beim Aufbau helfen natürlich dazu. Aber zwischen einem unerfahrenen Helfer und einem guten Stagehand liegt ein gewaltiger Unterschied.“

Links: Aufbau einer OpenAir Bühne / Rechts: Trucks liefern ein Haufen Equipment an ... © Geisterfamilie

Links: Aufbau einer OpenAir Bühne / Rechts: Trucks liefern ein Haufen Equipment an … © Geister Familie

Lea: „Ein Helfer braucht am Anfang genaue Anweisungen: Nimm diese Kiste, bring sie dorthin, öffne den Deckel, hol dieses Teil raus. Ein erfahrener Stagehand erkennt dagegen die Zusammenhänge. Er weiß, welcher Truck welches Material geladen hat, wohin Lichtmaterial gehört, wann Cases geöffnet werden, wie Traversen vorbereitet werden, wo man sicher anpackt und was als Nächstes gebraucht wird.“

„Ich unterscheide deshalb klar zwischen Helfer und Stagehand. Alle fangen irgendwo als Helfer an. Stagehand wird man durch Erfahrung, Wissen, Praxis und Haltung. Weil der Job in Deutschland kein klassischer Ausbildungsberuf ist, setzt Crewgeist auf interne Schulungsmodelle. Grundlagen wie Stage Left und Stage Right, Traversen, Cases, richtiges Heben, Materialkunde und praktische Abläufe vor Ort.“

Lea: „Besonders wichtig ist das Patensystem. Neue Leute kriegen bei ihren ersten Jobs erfahrene Kolleginnen oder Kollegen an die Seite. Mitlaufen, zuschauen, mitanpacken, Schritt für Schritt lernen, was auf einer Produktion wirklich passiert.“

Jörg beschreibt ein ähnliches Prinzip aus seiner eigenen Praxis: „Erst läuft der Neue hinter dem erfahrenen Betreuer her, dann arbeitet man nebeneinander, und irgendwann übernimmt der Nachwuchs vorne, während der Betreuer nur noch absichert. Genau so wächst Verantwortung.“

Warum dieser Job einen so schnell begeistern kann

Kaum ein Beruf zeigt sein Ergebnis so direkt. Morgens kommst du noch in die leere Halle. Stunden später steht dort eine Bühne, Licht hängt, Ton ist aufgebaut, Videowände laufen, Backline steht, Barrikaden sind gesetzt, Stühle sind gestellt. Aus einem leeren Raum wird ein Ort, an dem dann abends die Menschen feiern, singen, staunen.

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Dieses sichtbare Ergebnis zieht. Man sieht sofort, was die eigene Arbeit gebracht hat. Dazu kommt der Zusammenhalt in der Crew. Wenn alle unter Zeitdruck auf dasselbe Ziel hinarbeiten, entsteht eine besondere Verbindung. Wer pünktlich ist, mitdenkt, zuverlässig arbeitet und lernen will, ist schnell dabei.

Lea: „Natürlich ist nicht jeder Tag glamourös. Manchmal sieht man vom Konzert nichts. Manchmal steht man im Regen am Truck. Manchmal ist der Job hart, laut und chaotisch. Aber genau diese Mischung aus körperlicher Arbeit, Teamgeist, Adrenalin und sichtbarem Ergebnis sorgt dafür, dass viele Menschen dranbleiben.“

Jörg bringt es sehr persönlich auf den Punkt: „Auch nach Jahrzehnten spürt er noch immer diese Energie. Er erzählt von unzähligen Veranstaltungen und von Tagen, an denen logistisch alles extrem eng wurde. Wer in dieser Branche bleibt, tut das selten aus Bequemlichkeit. Man bleibt, weil einen diese Welt packt.“

Blut, Schweiß und Tränen:
Du bleibst dabei – nicht aus mangelnder Entscheidungsfreude –
sondern weil dich diese Welt gepackt hat …

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um in der Veranstaltungsbranche erfolgreich zu sein?

Lea: „Wer neu einsteigen will, braucht keine perfekte Vorerfahrung. Die Sorge „Ich kann das bestimmt nicht“ nimmt Lea vielen Interessierten direkt. Viel wichtiger sind Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Lust an körperlicher Arbeit. Denn die Branche verzeiht wenig, wenn es um Termine geht. Eine Show startet nicht morgen, weil heute jemand keine Lust hat. Wenn Einlass um 19 Uhr ist und Showbeginn um 20 Uhr, muss vorher alles stehen. Das erzeugt Druck – aber auch Klarheit.“

„Dazu kommt Wetterfestigkeit. Auch bei Hallenshows stehen die Lkw meistens draußen. Regen, Hitze, Kälte oder Schnee gehören dazu. Als Stagehand muss man damit klarkommen, acht bis zehn Stunden körperlich aktiv zu sein. Es geht nicht ums sinnlose Schleppen – Arbeitsschutz und Grenzen sind wichtig. Aber trotzdem bedeutet der Job harte Arbeit.“

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„Die Arbeitszeiten sind speziell. Frühschichten bauen auf, Spätschichten ab, Nachtschichten kümmern sich um Umbauten. Festivals, Wochenenden, Feiertage und Abendveranstaltungen gehören dazu. Wer einen klassischen Nine-to-five-Job sucht, wird als Stagehand wahrscheinlich nicht glücklich. Wer aber flexibel ist, Lust auf Bewegung hat und ein bisschen Chaos aushalten kann, ist hier richtig.“

Wenn der Ton auch manchmal ziemlich rau ist

Lea spricht auch offen über die weniger romantischen Seiten. Produktionen stehen oft unter massivem Zeitdruck. Tourcrews kommen manchmal direkt aus einer Nachtschicht, haben wenig geschlafen und müssen am nächsten Morgen wieder funktionieren. Da kann der Ton rau werden. Nicht jeder Satz kommt weich verpackt daher.

Lea: „Das ist keine Einladung zu schlechtem Umgang, aber ein ehrlicher Blick auf die Realität. Wer neu ist, darf sich davon nicht abschrecken lassen. Es gibt gute und schlechte Tage. Doch an schwierigen Tagen lernt man oft am meisten – über Abläufe, über Menschen, über Belastbarkeit und über sich selbst.“

Jörg nennt hier einen Begriff, der ziemlich genau passt: „Resilienz. Wer in dieser Branche arbeitet, braucht die Fähigkeit, Druck auszuhalten, sich nicht bei jedem rauen Moment wegzuducken und trotzdem sauber weiterzuarbeiten. Das heißt nicht, dass man alles hinnehmen muss. Aber Tempo, Verantwortung und Stress sind nun mal Teil des Jobs.“

Ist Stagehand nur ein Job oder ein Sprungbrett für eine Karriere?

Lea: „Beides ist möglich. Für manche ist es ein Sommerjob. Für andere der Einstieg in eine lange Laufbahn. Aus dem Helfer kann ein erfahrener Stagehand werden. Daraus eine Showcrew-Hand, die während der laufenden Veranstaltung auf der Bühne Umbauten macht. Andere werden Spot-Operator, machen einen Staplerschein, gehen ins Catering, werden Crew Chief oder Vorarbeiter. Von dort aus öffnen sich weitere Wege: Rigging, technische Leitung, Produktionsleitung, Disposition, Crewing oder Veranstaltungsmanagement. Die Branche bietet viel mehr Berufsbilder, als man von außen vermutet. Horizontal in andere Bereiche wechseln oder vertikal mehr Verantwortung übernehmen – beides geht.“

Lea betont aber auch: „Das passiert allerdings nicht über Nacht. Niemand ist heute Helfer und leitet übermorgen eine Großveranstaltung. Es braucht Geduld, Praxis, Wissen und manchmal den Weg durch frustrierende Phasen. Aber wer dranbleibt, findet viele Türen.“

Links: Die Maskottchen der „Geisterfamilie“ / Rechts: Lea Mellentin im Funkgespräch auf der Bühne © Geisterfamilie

Links: Die Maskottchen der „Geisterfamilie“ / Rechts: Lea Mellentin im Funkgespräch auf der Bühne © Geister Familie

Doch die Branche braucht nicht nur Leute auf der Baustelle

Wichtig zu wissen: Veranstaltungsbranche bedeutet nicht nur Stagehand, Truck, Nachtschicht und Festivalacker. Neben den körperlichen Jobs auf Produktionen gibt es nämlich jede Menge ganz normale Arbeitsplätze.

Und genau hier hakt Jörg im Gespräch ein: „In Veranstaltungsfirmen, Produktionsbüros, Tech­nik­dienst­leis­tern, Agenturen, Locations und Crew-Unternehmen arbeiten Menschen in Disposition, Per­so­nal­pla­nung, Buchhaltung, Lagerverwaltung, Einkauf, Social Media, Marketing, HR, Kun­den­be­treu­ung, Pro­jekt­assis­tenz oder Verwaltung. Auch Werkstätten, Fuhrparks und Lager brauchen verlässliche Leute. Nicht jeder muss nachts um drei eine Halle umbauen, um Teil dieser Branche zu sein …“

Lea: „Klar, wer gut organisieren kann, gern kommuniziert, sorgfältig plant, Zahlen im Griff hat oder Inhalte für Social Media erstellen kann – auch für solche Leute gibt es einen Platz bei uns in der EventCrew. Gerade wachsende Teams brauchen Menschen, die im Hintergrund Strukturen schaffen, damit draußen auf der Produktion alles funktioniert.“

Darum muss die Branche sichtbarer werden

Eines der größten Probleme der Veranstaltungsbranche sind ihre Aufgaben im kaum wahrnehmbaren Hintergrund. Die Leute in Schwarz verschwinden im Backstage, bauen nachts ab, arbeiten hinter Absperrungen und sind weg, bevor das Publikum überhaupt richtig begreift, was passiert ist. Festivalbesucher sehen selten, dass nach ihrem Heimweg manchmal hunderte Menschen aufs Gelände gehen, um alles wieder abzubauen.

Lea: „Genau, und deshalb wissen viele junge Menschen gar nicht, welche Chancen es hier gibt. Sie suchen nicht nach Jobs, deren Namen und Funktionen sie nicht richtig kennen. Technische Leitung, Crew Chief, Produktionsleitung, Disposition, Stagehand – das sind Begriffe, die man erst versteht, wenn man mit der Branche in Berührung kommt.“

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Hier treffen sich Lea Mellentin und Jörg Kirsch in einem gemeinsamen Anliegen: „Die Branche muss ehrlicher und deutlicher über sich selbst reden. Nicht jammern, nicht verklären, sondern zeigen, was wirklich passiert. Ja, die Arbeit ist hart. Ja, Wochenenden und Feiertage gehören oft dazu. Aber die Branche ist lebendig, vielseitig und voller Möglichkeiten. Und dafür sollten wir alle trommeln.“

Das muss der Leitgedanke werden:
Macht eure Arbeit mit Leidenschaft und redet drüber

Wie gelingt ein Einstieg in die „Geister Familie“?

Lea: „Wer im Rhein-Main-Gebiet Lust hat, als Stagehand einzusteigen, kann sich bei der Geisterfamilie melden. Gerade im Sommer, wenn Festivals, Stadionshows und große Produktionen laufen, werden motivierte Leute gebraucht. Bewerbungen laufen über die Website und die dort verlinkten Stellenausschreibungen.“

„Bei Crew Geist beginnt der Einstieg mit einer Bewerbungsrunde, in der der Beruf vorgestellt wird. Danach können Interessierte ihre Kontaktdaten hinterlassen und der Einstellungsprozess startet. Zusätzlich bildet die Geister Familie auch aus – zum Beispiel im Bereich Veranstaltungskaufleute oder Personaldienstleistungskaufleute. Die interessierten unter euch melden sich direkt über die Formulare auf der Homepage der Geisterfamilie: geister-familie.de

Schlussgedanken: Für wen passt die Veranstaltungsbranche – und für wen eher nicht?

Die Branche ist nichts für Menschen, die feste Abläufe, frühe Feierabende, planbare Wochenenden und möglichst wenig Stress suchen. Wer keinen Bock auf körperliche Arbeit, wechselnde Einsatzzeiten, Wetter, Zeitdruck oder manchmal auch rauere Kommunikation hat, ist im operativen Pro­duk­tions­be­reich fehl am Platz. Und wer erwartet, ständig Stars zu treffen und Konzerte gratis zu sehen, bekommt schnell einen Realitätscheck.

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Lea: „Geeignet ist die Branche für Menschen, die anpacken wollen, neugierig auf neue Heraus­for­de­run­gen sind, schnell dabei lernen, im Team funktionieren und kein Problem damit haben, wenn der Tag anders läuft als geplant. Wer zuverlässig ist, Fragen stellt, mitdenkt und auch nach einem harten Tag wiederkommt, kann hier sehr schnell wachsen. Man sieht Ergebnisse, sammelt Erfahrung, bekommt Verantwortung und kann sich in viele Richtungen entwickeln.“

Die Chancen sind enorm

Lea: „Ähnlich wie bei mir: vom Helfer zum Stagehand, vom Stagehand zum Crew Chief, weiter in Richtung Rigging, Technik, Produktionsleitung, Disposition, Touring, Veranstaltungsmanagement oder Ausbildung.

Jörg: „Und genauso gibt es Platz für Menschen, die lieber im Büro, in der Planung, in der Verwaltung, im Marketing, in der Buchhaltung, im HR-Bereich, im Lager oder in der Organisation arbeiten möchten.“

Am Ende zeigt das Gespräch zwischen Lea und Jörg vor allem eines: Diese Branche ist nicht bequem, aber sie kann unglaublich erfüllend sein. Wer hier einsteigt, bekommt keinen gewöhnlichen Job. Man bekommt die Chance, Teil von etwas zu werden, das am Abend für´s Publikum magisch aussieht – und morgens mit einem leeren Saal beginnt …


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Lea Mellentinhttps://geister-familie.de/
Lea Mellentin selbst kommt aus der Stagehand- und Crewarbeit und ist die Mitgründerin der "Geisterfamilie" mit den Unternehmen Event Geist, Crew Geist und Rental Geist. Ihre Themen sind Touring, Produktionen (auch Rock am Ring) sowie Personal- und Crewthemen im Livebereich. Verwaltet über 200 Mitarbeiter. Lea Mellentin ist Mitgründerin der Geisterfamilie mit den Unternehmen Event Geist, Crew Geist und Rental Geist. Ihren Einstieg in die Veranstaltungsbranche fand sie selbst über die Stagehand- und Crewarbeit, bevor sie später in operative Produktions- und Führungsrollen wechselte. Heute arbeitet sie vor allem in den Bereichen Touring, örtliche Produktionsleitung, Veranstaltungsleitung und Crewmanagement. Gemeinsam mit ihrem Team begleitet sie Produktionen unterschiedlichster Größenordnungen – von einzelnen Konzertshows bis hin zu Tourneen, Festivals und Venueproduktionen.
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