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Das ist DIE Chance! Oder? Warum eine gute Mög­lich­keit nicht auto­ma­tisch eine gute Kar­riere­ent­schei­dung ist

© KI generiert, Engelmann Promotion

Eine Anfrage kommt rein. Spannendes Projekt. Gute Leute. Genau Dein Ding. Dein erster Gedanke: „Oh, da hätte ich richtig Lust drauf.“  Doch auch gleich eine zweite Überlegung: „Aber wie soll ich das jetzt auch noch unterkriegen?“  Oder vielleicht auch: „Wenn ich absage, fragen die mich nie mehr an.“  Also zusagen? Nicht unbedingt. Denn eine gute Möglichkeit ist nicht automatisch auch eine gute Entscheidung …

Im ersten Teil dieser Serie ging es darum, einmal genauer hinzuschauen, wohin uns die vielen kleinen Entscheidungen unseres Berufslebens eigentlich führen. Nehmen wir an, du hast dabei festgestellt: Da gibt es etwas, das du schon lange realisieren möchtest. Endlich hast du dir dafür zwei Wochen freigeschaufelt. Und genau dann kommt natürlich eine Anfrage, die du nur ungern ablehnen würdest. Nur verschwinden mit deinem Ja genau die zwei Wochen, die du dir für das reserviert hattest, was du schon so lange realisieren möchtest.

Gut, aber passt es jetzt auch? Was tun?

Schauen wir uns die Entscheidung einmal aus drei verschiedenen Perspektiven an. Stell´ dir drei Fragen, bevor du dich entscheidest und möglicherweise Ja sagst:

1.) Will ich das wirklich?

Nicht so: Sollte ich das machen? Auch nicht: Wäre das vernünftig? Sondern zunächst ganz schlicht: Will ich das?

2.) Passt das zu dem, was ich beruflich gerade erreichen oder verändern möchte?

Vielleicht möchtest du wieder mehr spielen. Weniger reisen. Finanziell stabiler werden. Mehr eigene Projekte realisieren. Dich in einem neuen Bereich etablieren. Hilft dir diese Möglichkeit dabei?

3.) Was kostet mich mein Ja?

Hier geht es nicht nur um Geld. Auch die Zeit und Energie sowie andere Möglichkeiten sind ein Entscheidungsgrund. Wenn dein Kalender bereits voll ist, kommt ein neues Projekt nicht einfach so dazu. Etwas anderes bekommt zwangsläufig weniger Raum. Und spätestens hier wird es interessant.

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Vielleicht ist das Problem gar nicht die Entscheidung

Du möchtest das Projekt unbedingt machen, kannst dir das niedrige Honorar gerade aber eigentlich nicht leisten. Eine feste Stelle würde dir endlich Sicherheit geben, nimmt dir aber genau den Freiraum, den du für deine eigene kreative Arbeit brauchst. Die Tournee wäre eine großartige Chance, bedeutet aber schlechtes Essen, miese Betten und sechs Wochen weg von deiner Familie.

Genau solche Situationen meine ich mit Spannungsfeldern: Künstlerische Entwicklung und wirtschaftliche Sicherheit. Freiheit und Planbarkeit. Beruf und Privatleben. Ein attraktiver Auftrag heute und ein eigenes Ziel, das erst später Früchte trägt. Beides kann wichtig sein. Beides kann berechtigt sein. Und manchmal lässt sich nicht beides gleichzeitig haben. Das hat nichts damit zu tun, dass du dich schlecht organisierst, nicht professionell genug bist oder nicht weißt, was du willst.

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Du musst entscheiden, was jetzt mehr Gewicht bekommt

Und genau dieses Jetzt ist wichtig. Eine Tournee, die heute nicht in dein Leben passt, kann in einem halben Jahr genau richtig sein. Ein zusätzlicher Lehrauftrag kann heute dringend benötigte finanzielle Sicherheit schaffen und nächstes Jahr genau die Zeit blockieren, die du für etwas anderes brauchst. Es gibt deshalb nicht für jede berufliche Möglichkeit ein für alle Mal „richtig“  oder „falsch“ . Es gibt Deine Situation, Deine Richtung und Deine Prioritäten. Jetzt.

Und wenn ich mich falsch entscheide?

Wir sehnen uns alle nach einer Garantie, dass unsere Entscheidung „die richtige“  ist. Nur, diese Garantie gibt es nicht. Du kannst Informationen sammeln. Du kannst verschiedene Faktoren berücksichtigen. Du kannst prüfen, was dir wichtig ist, wohin du möchtest und was eine Entscheidung tatsächlich bedeutet. Vor allem kannst du wissen, warum du dich wofür entscheidest. Aber mehr kannst du zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht tun.

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Deshalb bin ich überzeugt: Wenn du eine Entscheidung bewusst und nach Prüfung und bestem Wissen und Gewissen triffst, ist sie in diesem Moment „die richtige“ . Vielleicht stellt sich später heraus, dass das Projekt ganz anders verlaufen ist als erwartet. Der versprochene Folgeauftrag kam nicht. Eine Zusammenarbeit funktioniert nicht. Oder ausgerechnet der unscheinbare Auftrag, bei dem du gezögert hast, öffnet plötzlich eine neue Tür. Das kannst Du vorher natürlich nicht wissen. Im Nachhinein sind wir immer schlauer …

Es ist unfair, eine frühere Entscheidung mit Informationen zu beurteilen,
die wir damals noch gar nicht hatten.
Berufliche Selbstführung bedeutet nicht, die Zukunft vorhersehen zu können.
Sie bedeutet, auch unter Unsicherheit bewusst entscheidungsfähig zu sein.

Probier´ es aus

Wenn die nächste Anfrage kommt, bei der du nicht sofort weißt, was Du tun sollst, stell dir zunächst diese drei Fragen:

  1. Will ich das wirklich?
  2. Passt es zu dem, was ich beruflich gerade erreichen oder verändern möchte?
  3. Was kostet mich mein Ja an Zeit, Geld, Energie und anderen Möglichkeiten?

Wenn die Antworten zusammenpassen: umso besser. Wenn nicht, schau´ genauer hin: Was steht hier eigentlich gegeneinander? Und dann: Was hat für mich jetzt Priorität und warum? Das nimmt dir die Entscheidung nicht ab. Aber es macht sichtbar, was Du eigentlich entscheidest.

Du drehst dich bei einer Entscheidung im Kreis?

Dann nimm sie mit in den Artist360° Entscheidungsnavigator . Er führt dich Schritt für Schritt durch deine konkrete Situation und hilft dir, herauszufinden, was dich eigentlich zögern lässt, was dir noch fehlt und was für dich jetzt wirklich zählt. Damit aus „Ich weiß gerade einfach nicht“  Klarheit darüber wird, was du entscheiden möchtest und warum. Den Artist360° Entscheidungsnavigator  kostenfrei hier  anfordern.

Grafik zu einer guten Entscheidung (Zur Vergrößerung ins Bild klicken) © Nicola Buckenmaier, KI-unterstützt

Grafik zu einer guten Entscheidung (Zur Vergrößerung ins Bild klicken) © Nicola Buckenmaier, KI-unterstützt

Entschieden. Und jetzt?

Du hast dich entschieden. Du weißt, was du möchtest. Du weißt auch, warum. Sehr gut. Nur interessiert das deinen Kalender leider überhaupt nicht. Die Aufträge sind noch da. Der Unterricht auch. Die E-Mails sowieso. Und für das eigene Projekt, dem du gerade bewusst mehr Raum geben wolltest, ist noch immer kein zusätzlicher Nachmittag aufgetaucht.

Denn: Eine Entscheidung allein verändert noch keinen Berufsalltag

Wie aus „Das will ich“  tatsächlich „Das tue ich“  wird und welche Werkzeuge dir dabei helfen, darum geht es im dritten und letzten Teil dieser Serie.


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Nicola Buckenmaierhttps://www.buckenmaier.ch
Als ehemalige professionelle Klarinettistin, promovierte Musiksoziologin und Mitgründerin eines Beratungsunternehmens im Bereich Luft- und Raumfahrt kennt sie berufliche Entwicklung aus sehr unterschiedlichen Perspektiven – einschließlich der Erfahrung, die eigene Musikerkarriere zu verlassen und beruflich völlig neue Wege einzuschlagen. Mit Artist360° begleitet sie heute professionelle Musiker:innen dabei, ihre berufliche Situation möglichst umfassend zu verstehen, bewusste Entscheidungen zu treffen und ihre Karriere aktiv zu gestalten.
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