Audio-Technica, Allen & Heath, Clear-Com und Martin Audio – vier starke Marken, ein gemeinsames Roadshow-Konzept. Beim vorletzten Stopp der Mix-and-Grill-Tour in Heppenheim präsentierte Brand Manager Daniel Lauer mit seinem Kollegen Martin Keller die aktuellen Highlights aus dem Live-Portfolio. Zwischen Grill, Getränken und Gesprächen ging es um digitale Mischpulte, Wireless-Systeme, Intercom-Lösungen und Lautsprechertechnik für den professionellen Live-Alltag.
Wir zeigen die aktuellen Neuheiten im Detail. Zuerst immer das Video und danach die wichtigen Produktdetails.
Auf einen Blick
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Kategorie
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Details
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Ort
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Heppenheim
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Roadshow-Stopp
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Gesprächspartner
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Daniel Lauer, Brand Manager
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Marken
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Audio-Technica, Allen & Heath, Clear-Com, Martin Audio
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Themen
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Digitalmischpulte, Wireless, In-Ear-Monitoring, Intercom, Lautsprecher, Systemendstufen
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Zwölf Stopps, vier Marken und ein entspanntes Konzept
Mit der Mix-and-Grill-Roadshow hat Audio-Technica in diesem Jahr eine Tour durch Deutschland absolviert, die bewusst nicht wie eine klassische Produktpräsentation angelegt war. Statt nüchterner Demo-Situation gab es eine lockere Abendveranstaltung mit Technik, Austausch, Essen und Getränken. Genau dieser Mix war Programm: Produkte zeigen, ins Gespräch kommen und gleichzeitig die Hemmschwelle niedrig halten.

Daniel Lauer, Brand Manager für Audio-Technica, Allen & Heath, Clear-Com und Martin Audio, beschreibt den Ansatz entsprechend unkompliziert: Man wollte Networking pflegen, den Leuten etwas Leckeres zu essen und ein Getränk anbieten und dabei die aktuellen Produkte aus dem Portfolio zeigen. Der Name „Mix and Grill“ passt also ziemlich gut: vorne der technische Mix, hinten der Grill und leckere Getränke.

Der vorletzte von insgesamt zwölf Stopps fand in Heppenheim statt. Dort hatten wir Gelegenheit, gemeinsam mit Daniel Lauer und einer einem gut gefüllten Auditorium an PA-lern durch die Ausstellung zu gehen und uns die wichtigsten Neuheiten und Produktlinien erklären zu lassen. Die Bandbreite war groß: von kompakten Digitalpulten über große Live-Konsolen, analoge Funkstrecken und ein neues In-Ear-System bis hin zu Intercom-Matrix, aktiven Lautsprechern und kardioiden Subwoofern.
Interessant war dabei vor allem, dass die gezeigten Marken nicht isoliert nebeneinanderstanden. In der Praxis greifen diese Bereiche oft direkt ineinander: Mikrofone und Funkstrecken gehen ins Pult, das Pult liefert Signale für Monitoring und Beschallung, die Crew kommuniziert über Intercom, und am Ende muss das Ganze über ein Lautsprechersystem sauber beim Publikum ankommen. Genau diese komplette Signalkette machte die Roadshow greifbar.
Allen & Heath: Konsolen-Familie vom Kompaktpult bis zum Flaggschiff
Bei Allen & Heath lag der Fokus auf den drei wichtigen Live-Serien des Herstellers: SQ Plus, Avantis Ultra und dLive. Damit zeigte Audio-Technica praktisch die komplette Bandbreite vom kompakten, transportfreundlichen Digitalpult bis zum großen modularen Touring-System.
Ein zentrales Thema war dabei der gemeinsame technische Unterbau. Daniel Lauer betonte, dass Allen & Heath in den Pulten auf den proprietären XDSP-Core setzt. Entscheidend ist dabei: Laut Lauer wird bei den kleineren Serien nicht auf einer billigeren oder abgespeckten Plattform programmiert. Die Audioverarbeitung sei im Kern über die Serien hinweg identisch.
Das ist mehr als nur ein nettes Detail für Datenblätter. Für Anwender bedeutet es, dass sich ein Allen-&-Heath-System in kleineren und größeren Setups konsistent anfühlt. Wer auf einer SQ Plus arbeitet und später auf einer Avantis oder dLive steht, bewegt sich zwar in einer größeren Oberfläche und mit mehr Möglichkeiten, aber nicht in einer völlig anderen Audiowelt.
Gerade für Verleiher, Festival-Dienstleister, Clubs und Bands ist so eine durchgängige Plattform wichtig. Shows lassen sich besser vorbereiten, Bedienkonzepte bleiben vertraut und auch bei wechselnden Produktionsgrößen bleibt die technische Denke ähnlich.
Avantis Ultra: Mehr Leistung für die Mittelklasse
Die Avantis Ultra war einer der zentralen Punkte im Allen-&-Heath-Bereich. Die Avantis sitzt im Portfolio zwischen der kompakten SQ-Serie und dem großen dLive-System. Mit dem Ultra-Upgrade wird sie noch einmal deutlich aufgewertet.
Bereits integriert ist das Deep Pack, also ein Plug-in-Bundle aus der großen dLive-Serie. Damit wandern hochwertige Processing-Tools in eine Konsole, die für viele mittlere bis größere Live-Jobs ohnehin schon sehr interessant ist.
Dazu kommt die neue Ultra FX Engine. Sie bringt acht neue Effekt-Slots mit und erweitert die Möglichkeiten deutlich. Genannt wurden unter anderem:
- Vocal Tuner
- Rhythm Delay
- Amp Distortion und Amp Simulation
- Saturator
- neue Spaces-Reverb-Engines
- neue Plate-Reverb-Engines
Gerade bei Live-Produktionen wird der interne Effektbereich immer wichtiger. Natürlich lassen sich externe Plug-ins, Waves-Setups oder zusätzliche Effektgeräte einbinden, aber viele Produktionen wollen heute möglichst kompakt und zuverlässig arbeiten. Wenn Hallräume, Delays, Sättigung, Amp-Simulation und Vocal-Bearbeitung direkt im Pult zur Verfügung stehen, spart das Aufbauzeit, Verkabelung und potenzielle Fehlerquellen.
Mit Firmware 2.0 wächst die Avantis außerdem auf 96 Processing-Kanäle und 52 Busse. Das öffnet sie für komplexere Produktionen mit vielen Inputs, mehreren Monitorwegen, Broadcast-Abgriffen oder zusätzlichen Zonenmischungen. Besonders erfreulich: Das Frame-Upgrade steht auch bestehenden Avantis-Usern zur Verfügung. Man muss also nicht zwingend ein neues Pult kaufen, um von den Neuerungen zu profitieren.
Im Roadshow-Kontext wurde die Avantis Ultra damit als sehr vielseitige Live-Konsole positioniert: stark genug für größere Jobs, aber noch kompakter und zugänglicher als ein voll ausgebautes dLive-System.
dLive: Das modulare Flaggschiff bleibt die große Lösung
Oberhalb der Avantis steht weiterhin die dLive. Sie ist das Flaggschiff im Allen-&-Heath-Portfolio und richtet sich an große Produktionen, Touring, Theater, Broadcast, Festivals und überall dorthin, wo viele Kanäle, hohe Flexibilität und modulare Systemarchitektur gefragt sind.
Mit 128 Processing-Kanälen bietet die dLive reichlich Reserven. Noch wichtiger ist aber die Struktur des Systems. dLive arbeitet modular: Jedes Surface lässt sich mit jedem MixRack kombinieren. Das erlaubt sehr unterschiedliche Konfigurationen. Ein großes Surface kann mit einem passenden Rack auf Tour gehen, kleinere Oberflächen lassen sich für kompaktere Jobs nutzen, und das System bleibt trotzdem innerhalb derselben Familie.
Ein weiterer Praxisvorteil ist die Showfile-Kompatibilität quer über alle Surfaces. Shows müssen nicht erst umständlich konvertiert werden. Wer in wechselnden Situationen arbeitet, weiß genau, wie wichtig das ist. Ob Festival, Tour oder Verleihbetrieb: Je weniger Zeit beim Übertragen und Anpassen von Showfiles verloren geht, desto besser.
Auch bei der dLive spielt die Ultra FX Engine eine Rolle. Sie bringt dieselben neuen Effekte mit, die nun auch in der Avantis Ultra und der SQ Plus auftauchen. Damit zieht Allen & Heath die Effektwelt innerhalb der Produktfamilie enger zusammen.
Für große Produktionen bleibt die dLive damit das System, das maximale Kanalzahl, hohe Bus-Struktur, modulare Hardware und starke interne Bearbeitung verbindet. Sie ist nicht das Pult für den schnellen Kneipenjob, sondern die große Zentrale für komplexe Live-Setups.
SQ Plus: Neues Kompaktpult mit Profi-Unterbau
Besonders viel Aufmerksamkeit dürfte die neue SQ Plus bekommen haben. Sie wurde laut Roadshow-Info erst rund eine Woche vor dem Termin offiziell vorgestellt und schließt eine Lücke für Anwender, die ein kompaktes, transportfreundliches Pult suchen, aber nicht auf professionelle Audioverarbeitung verzichten wollen.
Die Eckdaten klingen bewusst praxisnah: Die SQ Plus ist 19-Zoll-fähig, etwa 40 Zentimeter breit, besitzt 17 Fader und lässt sich alleine tragen. Damit passt sie genau in den Bereich, in dem viele Bands, kleine Verleiher, Clubs, Stadtfeste, Corporate-Jobs oder Festival-Nebenbühnen unterwegs sind.
Trotz kompakter Bauform bekommt sie ein großes 9-Zoll-Display mit komplett neuem, flüssigem GUI. Gerade bei kleinen Pulten ist die Bedienoberfläche entscheidend. Wenn zu viele Funktionen in Untermenüs verschwinden oder das Display zu klein ist, wird es im Live-Betrieb schnell nervig. Ein großes, gut reagierendes Display ist deshalb kein Luxus, sondern ein echter Arbeitsvorteil.
Auch die SQ Plus nutzt die Ultra FX Engine. Damit stehen die neuen Effektmöglichkeiten nicht nur im großen dLive-System oder in der Avantis Ultra zur Verfügung, sondern auch im kompakten Bereich. Dazu kommen bis zu 12 Stereo-Aux-Mixe. Das ist vor allem für In-Ear-Monitoring interessant, denn viele moderne Bands arbeiten heute mit mehreren Stereo-Mischungen auf der Bühne.
Zusätzlich wurde auf kostenlose Plug-ins hingewiesen, die bei Registrierung im Allen-&-Heath-Webshop verfügbar sind. Das macht die SQ Plus gerade für kleinere Produktionen spannend, die ihr System Stück für Stück erweitern wollen.
Die SQ Plus wirkt damit wie ein Pult für Leute, die nicht viel Platz haben, aber trotzdem sauber und flexibel arbeiten wollen. Für Bands, Technikdienstleister und semiprofessionelle Anwendungen dürfte sie ein sehr interessantes Werkzeug werden.
Ultra FX Engine: Gemeinsame Effektwelt für SQ Plus, Avantis und dLive
Ein verbindendes Element aller drei vorgestellten Allen-&-Heath-Serien ist die Ultra FX Engine. Ursprünglich aus der dLive-Welt kommend, stehen die neuen Effekte nun auch in Avantis Ultra und SQ Plus zur Verfügung.
Das ist aus Anwendersicht ein cleverer Schritt. Effekte sind längst nicht mehr nur Beiwerk. Sie prägen den Live-Mix stark mit: Vocal-Tuning, Delay-Rhythmen, Amp-Simulationen, Sättigung und hochwertige Reverbs gehören in vielen Produktionen zum Klangbild dazu.
Wenn diese Werkzeuge über mehrere Pultklassen hinweg verfügbar sind, erleichtert das den Alltag. Ein Techniker kann Sounds auf einer größeren Konsole vorbereiten und auf einer kleineren Plattform in ähnlicher Form weiterdenken. Auch Rental-Firmen profitieren, weil sie ihren Kunden über verschiedene Preis- und Größenklassen hinweg ein vertrautes System anbieten können.
Audio-Technica: Wireless mit analoger Stärke
Neben den Pulten standen natürlich auch Audio-Technica-Produkte selbst auf der Roadshow. Gezeigt wurden zwei Funkbereiche: die 3000er-Analogserie auf der Sendeseite und ein neues In-Ear-System auf der Empfangsseite.
Gerade im Live-Bereich bleibt Funktechnik ein sensibles Thema. Reichweite, Stabilität, Frequenzmanagement, Handling und Klang müssen zusammenpassen. Ein System kann auf dem Papier gut aussehen, aber erst im Alltag zeigt sich, ob es wirklich zuverlässig funktioniert.
3000er-Analogserie: Handsender, Wechselköpfe und bewährtes Setup
Die 3000er-Serie wurde mit zwei Empfängern und Handsendern mit Wechselköpfen gezeigt. Vor Ort gab es außerdem ein breites Sortiment an Wechselkapseln.
Das ist in der Praxis wichtig, weil unterschiedliche Stimmen und Anwendungen unterschiedliche Kapseln verlangen. Ein Sänger braucht vielleicht eine andere Abstimmung als ein Moderator, eine laute Rockstimme stellt andere Anforderungen als eine leise Sprachbeschallung. Wechselköpfe machen ein System flexibler und verlängern im besten Fall auch die Nutzungsdauer, weil man nicht für jede Anwendung einen komplett neuen Sender braucht.
Daniel Lauer verwies im Gespräch auch auf prominente Einsätze von Audio-Technica-Systemen, unter anderem bei Elton John und Robbie Williams. Dabei kommt vorrangig das größere 6100er-System zum Einsatz. Solche Referenzen sind natürlich keine Garantie dafür, dass ein System für jede kleine Bühne perfekt passt, zeigen aber, dass Audio-Technica im professionellen Touring-Umfeld durchaus präsent ist.
Die 3000er-Serie steht in diesem Kontext eher für den bodenständigen, robusten Wireless-Bereich: analog, vertraut, flexibel und mit verschiedenen Kapseloptionen anpassbar.
Neues In-Ear-System: Analog, latenzfrei und mit breiter Schaltbandbreite
Auf der Empfangsseite zeigte Audio-Technica ein neues In-Ear-System. Besonders hervorgehoben wurde, dass es vollständig analog arbeitet. Das bedeutet vor allem: keine Latenz.
Für Musiker ist das ein entscheidender Punkt. Wer sich selbst über In-Ear hört, reagiert sehr empfindlich auf Verzögerungen. Schon kleine Latenzen können das Spielgefühl beeinflussen. Besonders Sänger, Drummer und rhythmisch stark eingebundene Musiker merken das sofort. Ein analoges System nimmt diese Baustelle aus dem Spiel.
Technisch bietet das System 50 mW Sendeleistung und eine Schaltbandbreite von 120 MHz. Die breite Schaltbandbreite bringt Flexibilität beim Frequenzmanagement. Gerade bei Produktionen mit mehreren Funkstrecken, wechselnden Veranstaltungsorten oder schwierigen HF-Umgebungen ist das ein echter Vorteil.
Vor Ort wurde laut Bericht ein Praxistest gemacht: Rund 90 Meter Reichweite ohne Abbruch waren möglich. Das ist für viele Live-Situationen mehr als ausreichend. Natürlich hängt Reichweite immer von Umgebung, Antennenaufbau, Störungen und Sichtverbindung ab. Aber als Demo-Wert ist das ein klares Signal: Das System will nicht nur auf kleinen Bühnen funktionieren, sondern auch auf größeren Flächen zuverlässig bleiben.
Für Bands, Verleiher und Produktionen, die ein analoges In-Ear-System mit flexibler Frequenzwahl suchen, dürfte diese Neuheit daher interessant sein.
Clear-Com Arcadia: Intercom als zentrale Bühnenkommunikation
Im Clear-Com-Bereich stand die Arcadia im Mittelpunkt. Daniel Lauer formulierte es deutlich: Clear-Com sei mehr als nur eine Marke, sondern im professionellen Umfeld praktisch ein Standard.
Wer schon einmal auf größeren Produktionen gearbeitet hat, weiß, wie wichtig saubere Kommunikation ist. Ohne funktionierendes Intercom wird es schnell chaotisch: Regie, FOH, Monitorplatz, Stage Manager, Licht, Video, Backline, Rigger oder Produktion müssen zuverlässig miteinander sprechen können. Je größer die Show, desto weniger reicht ein einfacher Funkkanal.
Die Arcadia versteht sich hier als zentrale Intercom-Matrix, die drahtlose und kabelgebundene Systeme in einem Gerät zusammenführt.
Arcadia: Wireless und kabelgebunden in einem System
Die Arcadia kann FreeSpeak und FreeSpeak 2 Beltpacks drahtlos anbinden. Gleichzeitig lassen sich kabelgebundene Systeme über HelixNet integrieren. Damit deckt sie die typischen Kommunikationswege einer Live-Produktion ab.
Dazu kommen PGM-Inputs über Dante, die empfangen und ausgegeben werden können. Auch Stage Announce, Partylines und dedizierte Einzelkreise gehören zum Funktionsumfang. Die Konfiguration läuft webbasiert über den Browser.
Gerade dieser Browser-Zugriff ist im Alltag praktisch. Man muss nicht zwangsläufig an einem bestimmten Bediengerät hängen, sondern kann das System flexibel konfigurieren. Für Produktionen mit wechselnden Anforderungen ist das hilfreich, weil Kommunikationsstrukturen oft sehr individuell sind.
Vernetzung und Remote-Teilnehmer
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Möglichkeit, mehrere Arcadia-Systeme global zu vernetzen. Dazu kommt App-Integration für Remote-Teilnehmer.
Das passt zu einer Live-Branche, die immer vernetzter arbeitet. Produktionen sind nicht mehr zwangsläufig nur an einem Ort organisiert. Remote-Regie, externe Produktionsleitung, zusätzliche technische Ansprechpartner oder hybride Setups kommen immer häufiger vor. Eine Intercom-Lösung, die solche Szenarien mitdenken kann, ist deshalb mehr als nur ein Komfortthema.
Daniel Lauer sieht die Arcadia besonders im Live-Rental-Bereich als starke Lösung. Dort werden Budgets oft knapp kalkuliert, gleichzeitig müssen Systeme flexibel einsetzbar sein. Eine zentrale Plattform, die drahtlose und kabelgebundene Kommunikation kombiniert und sich erweitern lässt, kann genau dort viel Sinn ergeben.
Martin Audio: Lautsprechertechnik vom kompakten Fullrange-Würfel bis zum kardioiden Subwoofer
Mit Martin Audio war auch der Lautsprecherbereich auf der Roadshow vertreten. Die britische Marke passt laut Daniel Lauer sehr gut ins Portfolio. Das liegt auf der Hand: Allen & Heath deckt die Mischpultseite ab, Audio-Technica liefert Mikrofone und Wireless, Clear-Com kümmert sich um Kommunikation, und Martin Audio bringt das Signal zum Publikum.
Gezeigt wurde ein breiter Querschnitt durch das Programm: kompakte Fullrange-Lautsprecher, größere Systeme, aktive Lautsprecher, Systemendstufen und ein kardioider Subwoofer. Mit dabei waren auch die Martin LE-100 Monitore, die wir möglicherweise in einem separaten Artikel behandeln.
FlexPoint FP4: Kompakter Koaxial-Lautsprecher
Der FlexPoint FP4 ist ein kompakter koaxialer 4-Zoll-Lautsprecher. In der Praxis sind solche kleinen Boxen oft deutlich wichtiger, als man im ersten Moment denkt. Sie kommen als Frontfill, Delay, Nahfeldlösung, dezente Beschallung, Konferenzlautsprecher oder in Installationen zum Einsatz.
Der Vorteil eines koaxialen Aufbaus liegt darin, dass Hoch- und Tiefton aus einer sehr kompakten Quelle kommen. Das kann gerade auf kurzen Distanzen und bei unauffälligen Beschallungslösungen hilfreich sein.
Der FP4 ist also kein Lautsprecher für brachialen Pegel, sondern eher ein kleines Werkzeug für saubere, gezielte Beschallung.
FlexPoint FP12: Größer, flexibler und mit drehbarem Horn
Mit dem FlexPoint FP12 zeigte Martin Audio eine deutlich größere Lösung. Interessant ist hier das drehbare Horn, mit dem sich der Abstrahlwinkel an die jeweilige Anwendung anpassen lässt.
Das ist im Live-Alltag wichtig, weil Lautsprecher selten unter perfekten Bedingungen stehen. Mal hängt eine Box horizontal, mal vertikal, mal muss eine breite Fläche versorgt werden, mal ein enger Bereich. Ein drehbares Horn gibt dem Anwender mehr Freiheit, ohne direkt das komplette System wechseln zu müssen.
Die FlexPoint-Serie deckt damit einen Bereich ab, der für viele Dienstleister spannend ist: universelle Lautsprecher, die sich für verschiedene Jobs einsetzen lassen und nicht nur für einen einzigen Spezialfall gebaut sind.
CDD Live 8: Aktiv, Dante-fähig und schnell konfigurierbar
Die CDD Live 8 war als selbstverstärkte Lösung vor Ort. Sie bringt Dante on Board mit und bietet auf der Rückseite eine Preset-Auswahl.
Das ist besonders für Setups interessant, bei denen es schnell gehen muss. Aktive Lautsprecher sparen externe Endstufenwege, Dante erleichtert die digitale Signalführung, und Presets auf der Rückseite helfen dabei, das System an verschiedene Anwendungen anzupassen.
Gerade bei kleineren Produktionen, Konferenzen, Nebenflächen oder Installationen kann so ein Lautsprecher viel Zeit sparen. Man muss weniger Rack-Technik mitnehmen, hat weniger Verkabelung und bekommt trotzdem eine durchdachte Systemlösung.
SXC118: Kardioider Single-18-Zoll-Subwoofer
Ein besonderes Thema war der SXC118, ein vollkardioides Single-18-Zoll-Subwoofer-System.
Kardioide Subwoofer sind in der Live-Technik längst kein exotisches Spezialwerkzeug mehr. Sie helfen dabei, Tieftonenergie gezielter nach vorne zu bringen und rückwärtige Abstrahlung zu reduzieren. Das kann auf der Bühne, hinter der PA oder in schwierigen Locations enorme Vorteile bringen.
Weniger Bass auf der Bühne bedeutet oft auch bessere Bedingungen für Musiker, Mikrofone und Monitor-Mixe. Gleichzeitig kann ein gerichteteres Basssystem helfen, Lärmschutzvorgaben einzuhalten oder störende tieffrequente Energie in angrenzenden Bereichen zu reduzieren.
Dass Martin Audio diese Technik in einem Single-18-Zoll-System anbietet, macht den Ansatz auch für kleinere und mittlere Produktionen interessant. Nicht jede Veranstaltung hat Platz oder Budget für große Subwoofer-Arrays. Ein kompakter kardioider Sub kann hier eine praktische Lösung sein.
Martin Audio Icon: Systemendstufen für die Lautsprecher
Zur Lautsprecherseite gehörten außerdem die Martin Audio Icon Systemendstufen. Sie sind auf die Lautsprecherserien abgestimmt und bilden damit die passende Antriebs- und Kontrollzentrale.
Systemendstufen sind heute mehr als reine Leistungsverstärker. Sie liefern Presets, Schutzfunktionen, Systemkontrolle und oft auch Netzwerkfunktionen. Für Dienstleister bedeutet das: weniger Rätselraten, mehr reproduzierbare Ergebnisse und ein Setup, das sich sauber dokumentieren und wiederholen lässt.
Live-Demos als wichtiger Teil des Roadshow-Konzepts
Für den Abend waren Live-Demos mit verschiedenen Setups angekündigt. Genau das ist bei einer solchen Roadshow entscheidend. Technische Daten und Produktbeschreibungen sind wichtig, aber am Ende wollen Anwender hören und erleben, wie sich ein System verhält.
Bei Mischpulten geht es um Bediengeschwindigkeit, Übersichtlichkeit, Klangbearbeitung und Workflow. Bei Funkstrecken zählen Stabilität und Handling. Bei In-Ear-Systemen kommt das Spielgefühl dazu. Bei Lautsprechern interessiert natürlich der Klang, aber auch Abstrahlung, Pegelreserven und Systemverhalten.
Der Mix-and-Grill-Ansatz brachte diese Dinge in eine entspannte Umgebung. Statt einer reinen Vorführung von oben herab gab es die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Geräte anzufassen und Produkte im Zusammenhang zu sehen.
Ein Portfolio, das im Live-Alltag zusammenpasst
Spannend an der Roadshow war weniger, dass vier Marken gleichzeitig gezeigt wurden. Spannend war, wie gut diese vier Bereiche zusammenpassen.
Audio-Technica liefert Mikrofone, Funkstrecken und In-Ear-Systeme.
Allen & Heath stellt die Mischpult- und Processing-Zentrale.
Clear-Com sorgt für Kommunikation auf und hinter der Bühne.
Martin Audio übernimmt die Wiedergabe über Lautsprecher und Subwoofer.
Das sind genau die Bausteine, die in vielen Produktionen ohnehin gemeinsam gebraucht werden. Für Händler, Verleiher und Anwender entsteht dadurch ein recht rundes Bild: Von der Schallquelle über Funk und Mischung bis zur Beschallung und Kommunikation lässt sich ein großer Teil der Live-Kette aus einem Vertriebsportfolio abdecken.
Natürlich ersetzt eine Roadshow keine intensive Systemplanung. Aber sie hilft dabei, Produkte nicht nur als Einzelgeräte zu sehen, sondern als Werkzeuge innerhalb einer kompletten Produktion.
Einschätzung: Lockeres Format mit technischem Tiefgang
Die Mix-and-Grill-Roadshow hat gezeigt, dass Produktpräsentationen nicht trocken sein müssen. Der Abend in Heppenheim verband Networking mit Technik zum Anfassen und praxisnahen Gesprächen. Gerade für Anwender, die nicht nur Prospekte lesen wollen, ist so ein Format sinnvoll. Das bestätigten auch alle Teilnehmer, die sich am Grill und während der Hands-on Phasen angeregt austauschten.

Besonders stark wirkte der Allen-&-Heath-Block, weil dort mit SQ Plus, Avantis Ultra und dLive eine klare Linie sichtbar wurde: gleiche Denkweise, gemeinsamer Core, skalierbare Systeme. Die neue SQ Plus dürfte in der semiprofessionellen Szene, bei Bands und kleineren Dienstleistern für Aufmerksamkeit sorgen. Die Avantis Ultra wird durch Firmware 2.0 und Ultra FX noch interessanter, während die dLive als großes modulares System gesetzt bleibt.
Audio-Technica zeigte mit dem neuen analogen In-Ear-System eine praxisrelevante Ergänzung. Die Kombination aus 50 mW Sendeleistung, 120 MHz Schaltbandbreite und latenzfreier analoger Übertragung trifft genau die Punkte, die im Monitoring-Alltag zählen.
Clear-Com Arcadia überzeugte als zentrale Kommunikationslösung, die kabelgebundene und drahtlose Welten zusammenführt. Und Martin Audio rundete das Bild mit Lautsprechern ab, die vom kompakten FP4 bis zum kardioiden SXC118 verschiedene Beschallungsaufgaben abdecken.
Fazit
Die Mix-and-Grill-Roadshow war mehr als eine lockere Grillrunde mit Technik im Hintergrund. Sie zeigte ein breit aufgestelltes Live-Portfolio, das viele zentrale Bereiche moderner Produktionen abdeckt: Mixing, Wireless, Monitoring, Kommunikation und Beschallung.

Der vorletzte Stopp in Heppenheim machte deutlich, dass Audio-Technica mit den Marken Allen & Heath, Clear-Com und Martin Audio ein Paket anbieten kann, das im Live-Alltag logisch zusammenpasst. Für Händler, Verleiher, Techniker, Bands und ambitionierte Anwender war die Roadshow damit eine gute Gelegenheit, aktuelle Produkte nicht nur zu sehen, sondern im direkten Gespräch besser einzuordnen.
Oder anders gesagt: ein Abend mit Grill, Getränk und genug Technik, um danach noch lange weiterzureden.
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