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Freitag, Januar 2, 2026
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Equipment sicher lagern, transportieren und bei Regen, Kälte, Hitze & Wind zuverlässig betreiben

Techniker entlädt den Laster © KI-generiert, Engelmann Promotion

Du kennst sie. Diese rostigen Flightcase-Ecken, die irgendwann aussehen wie „gehört halt dazu“ … Spoiler: gehört nicht dazu. Rost ist fast nie Retro Look, sondern zeigt, dass Feuchtigkeit mit im Spiel war oder ist. Und wenn Feuchtigkeit einmal dein Material findet, nimmt sie gern noch Freunde mit: Korrosion an Steckern und Kontakten, Schimmel und Sporen im Schaumstoff, Belag auf Kabeln, „komische“ Aussetzer, die genau dann auftreten, wenn du sie live am wenigsten brauchst …

Wir stellen euch hier ein praxisnahes Basiskompendium für Lagerung, Transport und Einsatz von Equipment unter realen Bedingungen vor. Verständlich, fachlich fundiert und zur Schonung und sicherem Einsatz des eigenen Equipments: Tipps vom langjährigen Verleih- und Lager-Profi. Es gibt Tipps und Kontrollpunkte am Ende jedes Kapitels, die du im Alltag und in Schulungen direkt einsetzen kannst.

Werterhalt

Warum das alles? Der richtige Umgang mit deinem Equipment steigert nicht nur die Zuverlässigkeit und minimiert Stress & Ausfälle, sondern sorgt auch für gepflegteres Aussehen und dient vor allem dem Werterhalt. Hier folgen jetzt acht wertvolle Tipps wie du dein Equipment länger leben läßt …

Das Grundprinzip:
Nicht die Kälte killt – sondern der schnelle Übergang
von kalt nach warm oder hohe Luftfeuchtigkeit.

1. Temperaturunterschiede beachten

Die meisten Schäden passieren nicht im Frost. Sie passieren, wenn kaltes Material in warme, feuchte Luft kommt. Dann bildet sich Kondenswasser auf allem, was kalt ist – zuerst auf Metall: Case-Beschläge, Rackschienen, Steckerhülsen, Schrauben. Und Kondenswasser ist im Grunde ein unsichtbarer Wasserschaden in Zeitlupe. Hohe Luftfeuchtigkeit ist der zweite Dauergegner:

  • Rost an Beschlägen, Stativen, Schrauben
  • Korrosion an Kontakten außerhalb (XLR, Speakon, RJ45, Klinke, PowerCON usw.) und innerhalb deiner Geräte.
  • Schimmel in Schaumstoff, Taschen, Molton, Kabelkisten. Bei Molton kommt noch dazu, dass sich den B1 Schutz verabschieden kann
  • Muffiger Geruch = Feuchte war zu lange drin (und kommt wieder)
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Das Gemeine: Oft gibt’s keinen direkten Schaden. Meistens entstehen die Fehler schleichend und treten dann nur sporadisch auf, nach dem Motto: „Warum spinnt das denn jetzt?“

Techniker im Lager mit nassem Case © KI-generiert, Engelmann Promotion

Techniker im Lager mit nassem Case © KI-generiert, Engelmann Promotion

Tipps und Kontrolle

  • An allem, was kalt ist und in warmer Umgebung abgesetzt wird, entsteht grundsätzlich Kondenswasser. (z.B. bei kaltem Hefeweizen im sommerlichen Biergarten steht das Glas immer in einer Pfütze, oder auf einem nassen Bierdeckel) Was da auf jeden Fall hilft, ist eine langsame Temperatur-Akklimatisation.
  • Alles, was muffig riecht, ist kein „ist halt so“ , sondern ein Warnsignal.
  • Regelmäßig checken: Case-Ecken, Rackschrauben, Steckergehäuse – Korrosion ist immer ein Feuchteproblem.

Zur Beachtung:
Alle Geräte die aus der Kälte kommend in einer warmen Umgebung abgesetzt werden, bilden grundsätzlich auf den Oberflächen Kondenswasser.
Da hilft nur eine langsame Temperatur-Akklimatisation

2. Messen statt raten: der Hygro- und das Thermometer

Wenn du Dein Equipment schonend lagern willst, brauchst du Messwerte. Dazu gibt es günstige Messgeräte für die Luftfeuchte (Hygrometer) oder auch ein profanes Thermometer mit Feuchtigkeitsmesser. Gute Zielwerte für Raumluftfeuchte (rF)  im Lager:

  • Ideal: 40–55 % rF
  • Noch ok: bis ca. 60 % rF
  • Dauerhaft kritisch: > 65 % rF
  • Alarm: > 70 % rF (Rost/Schimmel sind dann nur eine Frage der Zeit)

Übrigens: Auch in der Wohnung oder im Büro kann ein Hygrometer wertvolle Dienste leisten, z.B. um trockenem, ungesunden Raumklima vorzubeugen. Wenn´s ganz billig und schnell sein soll, gibt es für einen ersten schnellen Eindruck die bei Plantern beliebten sehr kompakten Kombigeräte, wie unten im Bild:

Kleines Hygrometer © Engelmann Promotion

Kleines Hygrometer © Engelmann Promotion

Temperatur im Lager

Je konstanter, desto besser. (Schnelle) Schwankungen von kalt nach warm fördern bei entsprechender Luftsättigung die Bildung von Kondenswasser. Wenn du nicht ständig im Lager bist sind WLAN-Hygrometer (z.B. Tapo oder vergleichbar) Gold wert: Du siehst am Handy nicht nur den Momentwert, sondern gelogte Daten und Kurven. Und du kannst in der App einen Alarm bei zu hoher Luftfeuchtigkeit setzen. Wer’s clever mag: Smart Plug + Entfeuchter/Heizung, um gegenzusteuern, bevor es problematisch wird. Auch eine permanente gute Zu- und Abluft ist ebenfalls hilfreich.

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band zone orga-software

Tipps zur Kontrolle

  • Mindestens ein Hygrometer, besser zwei (Bodenhöhe + Regalhöhe).
  • Schau auf Verlauf/Log, nicht nur auf den Momentanwert.
  • Setz dir eine klare Grenze: spätestens bei 65% rF handeln.

3. Lagerung in der Praxis: Keller okay – aber mit Regeln

Ein Keller stellt sich oft als feuchter, kühler Raum mit muffigem Geruch und sichtbaren Feuchtigkeitsschäden wie Schimmel oder Salzausblühungen dar, verursacht durch Kondensation warmer Außenluft an kalten Wänden. Und jetzt kommt der Klassiker, der alles schlimmer macht: Keller lüften, wenn’s draußen warm ist.

Dazu muss man wissen, dass warme Luft viel Feuchtigkeit speichern kann.
Kühlt sie ab, kondensiert Feuchtigkeit aus (Nebel, Beschlagene Scheiben, feuchte Wände)

Je wärmer es draußen wird, desto mehr Feuchtigkeit kann die Luft auch aufnehmen. Holst du die in den kühlen Keller, kühlt sie ab – und Feuchtigkeit kondensiert aus. Ergebnis: Du hast zwar für Frischluft gesorgt doch dein Lager ist jetzt feuchter als vorher; nachhaltig lüften kannst du dann wenn’s draußen kühler ist – in der Morgenfrühe, oder bei fortgeschrittener Nacht. Die „Professoren“ unter euch handeln nach Messwerten: wenn es draußen gemessen wirklich trockener ist als drinnen …

Entfeuchten ist keine Spielerei – und ein Luftentfeuchter ist oft die günstigste Versicherung, die du kaufen kannst – gemessen an dem Ärger, den er verhindert. Dabei ist zu beachten, dass:

  • das Gerät zur Raumgröße passt
  • die Türen nicht dauernd offengelassen werden
  • die Luft im Raum gut zirkulieren kann

Ein Raumluftentfeuchter wie er auch auf Baustellen gebraucht wird © KI-generiert, Engelmann Promotion

Ein Raumluftentfeuchter wie er auch auf Baustellen gebraucht wird © KI-generiert, Engelmann Promotion

Luftzirkulation und Stapeln

Die Geräte bzw. die Transportcases sollten nicht direkt auf dem Boden stehen: Paletten und Regale schaffen Bodenfreiheit und sodass die Raumluft zirkulieren kann. Auch sollte beim Abstellen der Cases darauf geachtet werden, diese mit etwas Abstand an die Wand zu setzen, damit auch dahinter die Luft zirkulieren kann. Gestapelt werden kann dann mit beispielsweise Paletten dazwischen. Wenn du Geräte mal länger lagern willst und mit Folie abdeckst, solltest du darauf achten, dass alle Elemente 100% trocken sind (sonst baust du dir ein Schimmel-Terrarium).

Allgemein gesprochen hat es oberste Priorität, die Geräte in einem
dauerhaften Zustand ohne Feuchtigkeit zu erhalten bzw. unterzubringen

Extra-Schutz für kleine und teure Geräte

Für Funk, IEM, Interfaces, Messgeräte gibt es wiederverwendbare Entfeuchter-Kissen, die du ins Case legen solltest. Das ist jedoch nur ein zusätzlicher Schutz und kein Ersatz für ein trockenes Lager.

Tipps und Kontrolle

  • Keller nicht lüften, wenn draußen warm und feucht ist.
  • Ziel im Lager: unter 60% Raumluftfeuchte, dauerhaft.
  • Nach Jobs: Feuchtes Equipment erst trocknen, nie geschlossen einlagern.
  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Lager mit Temperatur-/Luftfeuchte Messgeräten überwachen.

Nasse Kabel reinigen und trocknen © KI-generiert, Engelmann Promotion

Nasse Kabel reinigen und trocknen © KI-generiert, Engelmann Promotion

4. Transport: Der Laster ist keine neutrale Zone

Transport klingt erst mal so nach „steht im Auto“ . In Wahrheit ist der Laster eine Klima-Achterbahn: Wenn die Sonne auf den Laster scheint, entsteht Kondenswasser im Innenraum. Denn wenn außen die Sonne knallt, wird die Luft im Laster warm. Innen sind viele Oberflächen (Cases, Racks, Metall) noch kalt. Warme und zunehmend feuchte Luft trifft auf kalte Flächen – schnell entsteht Beschlag mit Kondenswasser. Und du bemerkst es auch oft erst später, nämlich dann wenn du das Auto wieder öffnest. Doch du kannst dagegen steuern, wenn:

  • du im Schatten oder einer Halle parkst,
  • berücksichtigst, dass eine Innenisolation im LKW das Aufheizen des Laderaumes verlangsamt oder
  • idealerweise Entfeuchter oder eine Lüftung installiert ist oder sogar geheizt werden kann.

Wie oben im „Grundprinzip“ schon dargestellt wurde, wird Kaltes aus dem Laster direkt in einen warmen Raum zu stellen, zum „Kondenswasser-König“. Das folgende Szenario, sorgt da möglicherweise für sofortige Schäden:

  • Durchgekühltes Material aus einem kalten Laster wird in einen gut gewärmten Raum mit vielen Menschen und damit hoher Luftfeuchtigkeit gebracht. Da entsteht sofort an allen kalten Oberflächen Kondenswasser, wenn sie mit der warmen Luft in der Halle in Verbindung kommen.
  • Vorsicht: Kondenswasser kann auch unsichtbar in den Geräten entstehen! Das kann bei der Elektronik schnell zu Kurzschlüssen und Ausfällen führen.

Ich kann mich dran erinnern, dass wir einmal bei Minusgraden Equipment aus dem Transporter in ein gut geheiztes Hallenbad ausgeladen haben. Am gesamten Material ist die Brühe fast in Strömen heruntergelaufen. Lustig war das nicht. Noch schlimmer wird es, wenn man in solchen Situationen unter Zeitdruck steht.

Wenn möglich: Langsames Akklimatisieren reduziert deutlich die Kondenswasserbildung! Außerdem sollte die empfindliche Elektronik möglichst in verschließbaren Cases oder isolierenden Bags transportiert und aufbewahrt werden

Auch wenn es nervig klingt: Nach Möglichkeit die Cases je nach Temperaturdifferenz und Masse erst mal für 30–90 Minuten (die Zeit dafür mit einplanen) geschlossen halten. Erst dann öffnen, verkabeln, einschalten. Das fühlt sich langsam an, spart aber echte Schäden und nervige Fehler. Für Abhilfe kann auch ein Transporter mit Standheizung sorgen, die vor der Abfahrt das Equipment etwas aufwärmt. Doch nicht nur das „physikalische“ Klima killt. Auch mechanisch passiert viel:

  • Die Stecker können Mikrorisse bekommen und sich lösen. Das führt zu Ausfällen oder extrem nervigen Wackelkontakten.
  • Auch Schraubverbindungen könnten sich über die Zeit lösen. Sowohl außen als auch im Innenleben der Geräte. Deshalb: Regelmäßig kontrollieren. Dort, wo es hilft, mit flüssiger mittelfester Schraubenverklebung wieder befestigen.
  • Platinen/Steckkarten mögen eine Dauer-Vibration nicht: es können schadhafte Lötstellen entstehen, die für sporadische Ausfälle (Wackler) sorgen …

Techniker verklebt Schrauben mit flüssiger Schraubensicherung (Liqui Moly) © KI-generiert, Engelmann Promotion

Techniker verklebt Schrauben mit flüssiger Schraubensicherung (Liqui Moly) © KI-generiert, Engelmann Promotion

Was effektiv gegen die Dauervibration helfen kann, aber eigentlich immer vorteilhaft ist:

  • Das Material im Transporter fest zu verzurren, das leichtes „Wandern“ verhindert
  • Beim Einbau der technischen Geräte in die Transport-Racks diese auch hinten abgestützt zu verbinden (feste Abstandshalter) und nicht, wie sonst üblich, nur vorne zu verschrauben.
  • Kabeltrommeln und andere Kleinteile so sicher zu verpacken, dass sie beim Transport nicht „herumfliegen“ können. Ladungssicherung ist übrigens auch gesetzlich vorgeschrieben nach § 22 StVO u.a. , auch im PKW. Bei Unfällen und Kontrollen kann es dann teuer werden.
  • nach langen und harten Transporten ist ein kurzer Sicht- Stecker- und Schraubencheck sinnvoll …

Tipps und Kontrolle

  • Sonne + kaltes Material = Beschlaggefahr.
  • Bei großen Unterschieden von „kalt zu warm“: Case erstmal geschlossen lassen, Zeit geben.
  • Nach Rüttelstrecken: Lockere Schrauben/Stecker kurz prüfen.
  • Im Laster: Material so sichern, dass nichts arbeiten kann.

5. Outdoor: Achte auf Regen und Wind

Outdoor ist geil. Doch Outdoor ist auch gnadenlos und wird schnell mal Sicherheitsrelevant. Das wissen wir nicht nur von Wacken  oder diversen Videos, in denen ganze Bühnen und Installationen zusammenstürzen oder wegfliegen.

Regen ist nicht nur nass – Regen ist auch der Endgegner
für Stromkreise und abgesoffenes Equipment

Ein bisschen Sprühregen reicht, und die elektronischen Steckverbindungen, Mehrfachverteiler und Anschlüsse werden zum Problem. Der Sprühregen kommt auch gern mal von der Seite – je nach Windrichtung.

Techniker schützt den Stromhauptanschlußkasten vor Regen © KI-generiert, Engelmann Promotion

Techniker prüft die Anschlüsse des Stromhauptanschlusskastens auf eindringende Feuchtigkeit © KI-generiert, Engelmann Promotion

Was sich bewährt:

  • Plane/Überdachung nicht „irgendwo“ hin montieren, sondern die Windrichtung berücksichtigen und straff halten sodass sich keine Wassersäcke bilden.
  • Steckverbindungen nicht am Boden oder gar in einer Pfütze herumlümmeln lassen – hochlegen, abdichten (mit Muffen >/= IP 65), wasserdicht schützen. Nass gewordenes Equipment abtropfen lassen.
  • VDE Vorschriften beachten. U.a. sind RCD Fehlerstromschutzschaltungen (FI-Schutzschalter) vorgeschrieben. Diese müssen vor jedem Einsatz geprüft werden.
  • Kabel wasserfrei so führen, dass das Wasser nicht in die Stecker reinlaufen kann (Tropfschleifen helfen).
  • Zum Mischpult: Wenn du wirklich im Regen arbeiten musst, dann sauber und geschützt, doch trotzdem: Safety First. Lieber mal das Mischpult abdecken und mit dem Tablet mixen.

Nach einem Regenguß bereitet der Techniker das geschützte Mischpult vor © KI-generiert, Engelmann Promotion

Nach einem Regenguß bereitet der Techniker das geschützte Mischpult vor © KI-generiert, Engelmann Promotion

Wind: Nicht nur nervig – manchmal Abbruchgrund

Wind ist nicht „Ach, is´n bissel frisch“  – Nein, Wind fordert Statik, große Segelflächen und andere Lastfälle heraus. Und Wind kann der Punkt sein, an dem man sagt bzw. sagen muss: wir brechen ab. Wichtig für eine stabile „Windvorsorge“ sind:

  • Ballastierung und Abspannungen gewissenhaft aufbauen.
  • Bühnen- und Dachsysteme nach den technischen Vorgaben montieren.
  • Wetterbeobachtung per App: Vorausschauend kann das Equipment nachhaltig geschützt werden.
  • Eine kleine Windmessanlage, ein Anemometer , installieren. Das Tool sollte per WIFI mindestens Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Windböen messen, übertragen und loggen.
  • Für alle Bühnen gibt es technische Vorgaben, die das Verhalten ab vordefinierten Grenzsituationen regeln (u.a DIN EN 1991-1-4 ) wie Planenabwurf u.v.m bis hin zur Evakuierung. Bei den meisten professionellen Events existiert ein Notfallplan, der das Verhalten in Krisensituationen klar regelt. Dieser, kombiniert mit einer zusätzlichen Gefährdungsanalyse der eigenen Bühne und daraus abgeleiteten Maßnahmen sorgt dann für ein sicheres Event.
  • Wichtig: Wind ist nicht linear. Winböen bleiben ein unkalkulierbares Risiko.

Anemometer (Windmesser) zur Messung der Geschwindigkeit eines Strömungsfeldes © KI-generiert, Engelmann Promotion

Anemometer (Windmesser) zur Messung der Geschwindigkeit eines Strömungsfeldes © KI-generiert, Engelmann Promotion

Tipps und Kontrolle

  • Plane immer mit der Windrichtung und nicht „wo es hübsch aussieht“.
  • Stromverbindungen: immer trocken, hoch vom Boden, geschützt und sauberer Zugentlastung.
  • Wind: Ballast/Abspannung nach System, nicht nach Bauchgefühl.
  • Bei kritischem Wind: Lieber früh entscheiden – als spät reagieren zu müssen.

6. Überhitzung der Elektronik

Feuchte ist die eine Baustelle – Hitze ist die Andere. Und Hitze macht moderne Technik nicht sofort kaputt – schleichend macht sie die Geräte instabil und lässt sie schneller altern.

Elektronik überhitzt – jetzt wird’s richtig unerquicklich:
Direkte Sonneneinstrahlung + Betriebswärme = Grillplatte,
Das kann dann schnell zu temporären Ausfällen führen

Bei einer hohen Umgebungstemperatur laufen die Netzteile und Endstufen oft am Limit, die Lüfter drehen hoch, ziehen Staub und verschleißen so schnell. Außerdem kann das Digitalequipment anfangen zu spinnen: Reboots, Aussetzer, „komische“ Fehler sind hier vorprogrammiert. Es kann zur Notabschaltung kommen: Die Geräte drosseln die Leistung oder gehen gar in den Protektmodus.

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Direkte Sonneneinstrahlung: Da werden Mischpulte ziemlich heiß!

Schwarze Pulte in direkter Sonne können so heiß werden, dass du sie kaum noch anfassen kannst. Und ja: Das kann zu temporären Ausfällen führen. Da hilft nur:

  • Schatten schaffen (Dach, Schirm, Cover – aber so, dass Luft noch zirkulieren kann)
  • aktive Kühlung (leiser Ventilator, sinnvoll ausgerichtet)
  • Racks: Luftwege frei, regelmäßig reinigen, keine Lüftungsschlitze zustellen
  • Hotspots vermeiden: schwarzes Case in der Sonne = Backofen

Tipps und Kontrolle

  • FOH/Pulte: Schatten ist Pflicht
  • Racks: ggf. Zusatzkühlung mit Racklüftern
  • Endstufen nicht am unteren Impedanzlimit fahren. Das begünstigt Erwärmung, auch bei Class-D Amps
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7. Equipment im Laster lassen oder ins Lager stellen?

Ganz ehrlich: Das entscheidest du nicht nach Gefühl, sondern nach Risiko. Und Risiko kannst du messen. Denn du kannst das Equipment auch mal eher im Laster lassen, wenn es nur kurz ist (Stunden, nicht Tage/Wochen)und dein Lager z.Z. feuchter ist als der Laster. Oder du läßt deine im Transporter erkaltete Gerätschaften erstmal langsam warm werden, bevor du sie ins Warme holst …

Doch aufpassen:
Steht der Laster in der Sonne, kann er zur Hitze- und Kondensfalle werden.

Allgemein gilt: Das Equipment ist im Lager besser aufgehoben. Gerade auch dann wenn:

  • das Lager kontrolliert trocken ist (Messwerte!)
  • du die Geräte und Kabel länger lagerst oder
  • du dein Equipment dort akklimatisieren und trocknen willst.

Standheizung / Temperatur halten?

Das hilft, wenn du damit extreme Kälte abmilderst. Doch warm ohne Feuchtekontrolle ist auch keine Lösung. Am saubersten ist es fast immer: kontrolliertes Lagern plus Akklimatisierungsroutine.

Überwachung der Akklimatisierung mit Hilfe eines im Lager fest installierten Hygrometers © KI-generiert, Engelmann Promotion

Überwachung der Akklimatisierung mit Hilfe eines im Lager fest installierten Hygrometers © KI-generiert, Engelmann Promotion

Tipps und Kontrolle

  • Hygrometer im Lager und im Außenbereich und wenn möglich auch im Laster – Sie sorgen für kompetente Entscheidungen.
  • Für längeres lagern: ein trockenes Lager schlägt immer das Fahrzeug als Lager.
  • Übergänge managen: Akklimatisieren ist dein bester Freund.

8. Kompakte Checkliste für Alltag und Schulung

 

Aktion
       Beschreibung
Check
Lager (wöchentlich) / Datum:
 
Ist die Raumfeuchte (rF) stabil unter 60%?
 
Richt es muffig oder nicht?
 
Nichts Feuchtes eingelagern
 
Läuft der Entfeuchter, sind seine Auffangbehälter geleert bzw. der Ablauf offen?
 
Bodenfreiheit & Luftzirkulation gecheckt?
Transport (vor Load-In)) / EventDatum:
 
Laster kalt und draußen warm-feucht? → Kondensrisiko
 
Sonne drauf? → Risiko steigt
 
sensibler Kram: Akklimatisierung einplanen
 
Material sicher verzurrt (keine Unfall- oder Materialprobleme)
Outdoor (vor der Show)) / EventDatum:
 
Regen-/Sprühregenschutz nach der Hauptwindrichtung ausrichten
 
Stromverbindungen geschützt, hochgelegt, sauber geführt, RDC.
 
Ballast/Abspannung nach System
 
Wetterlage im Blick? Handlungs- / Abbruchkriterien mit dem Veranstalter besprochen?
Hitze (Sommerbetrieb)) / EventDatum:
 
FOH/Pulte ausreichend verschattet?
 
Ist aktive Luftbewegung möglich?
 
Sind die Racks nicht so „zugestopft“? Kann da ausreichend Luft dran?
 
Notfallplan: Umpositionieren, Ventilator, Abkühlpausen
Die Tabelle könnt ihr euch hier runterladen – zum Download in die Tabelle klicken …

Schlussgedanke

Gute Technik erkennt man nicht nur daran, dass selten was kaputtgeht. Gute Technik erkennt man an der Pflege, die du deinen Geräten zuteil werden läßt. Risiken früh zu erkennen und ohne viel Aufhebens saubere Lösungen zu finden. Lagerung und Transport sind genau dieses stille Profi-Handwerk: unspektakulär, aber entscheidend.

Wenn du Feuchtigkeit, Kondenswasser, Regen, Wind und Hitze im Griff hast,
bist du auf der Gewinnerseite:

Keine mysteriösen Aussetzer, weniger defekte Stecker, weniger Stress – und dein Material bleibt länger zuverlässig, der Werterhalt ist deutlich höher. Genau so soll’s sein.


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Jörg Kirschhttp://www.kirsch-veranstaltungstechnik.de
Jörg Kirsch studierte ab 1981 Elektrotechnik in Kaiserslautern. An der Universität leitete er zwei Jahre lang das Kulturreferat und startete parallel dazu seine Firma für Veranstaltungstechnik mit eigener Ingenieur- und Entwicklungsabteilung. Auf sein Konto gehen weit mehr als 10.000 persönlich betreute Veranstaltungen, unter anderem die Realisation eines Bon-Jovi Konzertes zusammen mit Jet-West. Als gefragter Partner für Eventberatung ist er für mehrere Firmen tätig, u.a. als Bühnenmeister für das Kulturreferat Kaiserslautern. Mit seiner Firma betreut er mehrere Eventlocations, entwickelt spannende Veranstaltungsformate und bietet Ausbildungen im Veranstaltungsbereich. Persönlich liegt ihm der Support und die Entwicklung junger Künstler am Herzen. Mit Begeisterung engagiert er sich in mehreren Netzwerken, um auch hier die regionale Kulturszene zu fördern.
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