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Mittwoch, April 8, 2026
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Batterien und Akkus richtig nutzen – Der ultimative Ratgeber für Ver­an­stal­tungs­tech­nik sowie für die Werkstatt und Alltag 1/2

Im Fokus: Akkus und Batterien © KI-generiert, Engelmann Promotion

Mein privater Prolog zum Thema: Batterien und Akkus richtig nutzen – das Thema er­scheint mir wichtiger als ihr im ersten Eindruck vermuten mögt. Es ist nicht nur die TV-Fernbedienung, der Handyakku oder die Taschenlampe, bei der die Batterie zu­fäl­li­ger­wei­se immer dann leer ist, wenn man sie braucht. Brandmelder, USVs in si­cher­heits­re­le­van­ten Installationen, Notstrom, oder die Autobatterie, die streikt. Batterien und Akkus halten einen Großteil unseres Lebens am Laufen.

ich habe lange recherchiert, ob es einen Ratgeber gibt, der umfassend die wichtigsten Themen leicht verständlich vermittelt, bin jedoch bis jetzt nicht fündig geworden. Also selbst machen. Als Ver­an­stal­tungs­tech­ni­ker, Elekroniker, Wohnmobilfahrer und Photovoltaikfan geht das schon und ich hoffe, dass das Resultat brauchbar ist.

Wer noch gute Ideen oder Fragen dazu hat, kann sich gerne melden:
Dieser Artikel ist jederzeit erweiterbar …

Batterien und Akkus wirken auf den ersten Blick etwas unscheinbar, erscheinen sie einem im Alltag doch als selbstverständlich. Dabei machen Batterien und Akkus in der Praxis aber oft den Unterschied zwischen einem entspannten Arbeitstag und einer nervigen Panne. Dieser StageAID Workshop  zeigt euch, welche Zelltypen es gibt, wann Akkus wirklich sinnvoll sind, worauf man beim Laden, Lagern und Kaufen achten sollte und welche Lösungen sich in der Veranstaltungstechnik besonders bewährt haben.

Außerdem liefert euch dieser umfangreiche Zweiteiler konkrete Tipps zu Funkmikrofonen, InEar-Systemen, Akkulampen, Powerstations, BMS, Laufzeitberechnung und Sicherheit.

Warum dieses Thema wichtiger ist, als man denkt

Batterien und Akkus sind meist kleine Bauteile mit großer Wirkung. Im Alltag versorgen sie Fern­be­die­nun­gen, Werkzeuge, Leuchten, Powerbanks, Smartphones und Tablets. In der Veranstaltungstechnik hängen daran oft deutlich wichtigere Dinge: Funkmikrofone, In-Ear-Systeme, Intercom, Effektgeräte, Akkulampen, mobile Lautsprecher oder komplette Backup-Lösungen für Netzwerk, Steuerung und Regie. Auch in lebenswichtigen Bereichen haben sie ihren festen Platz: Notstrom, Brandmelder u.v.m.

Zusammengefasst formuliert:
Ein Leben im aktuellen Standard ist
ohne Batterie- oder Akkupower kaum noch möglich!

Genau auch deshalb lohnt es sich, das Thema einmal gründlich und ohne Mythen zu beleuchten. Dieser Artikel ist so aufgebaut, dass wir zuerst die Grundlagen kennenlernen: Was ist der Unterschied zwi­schen Batterie und Akku? Welche Bauformen gibt es? Welche Zellchemien sind heute wirklich relevant? Danach dreht sich alles um das, was im Alltag und im professionellen Einsatz entscheidend ist: Laden, Lagern, Selbstentladung, Ladezyklen, Temperatur, Lebensdauer, Sicherheit und Kaufkriterien.

Im zweiten Teil geht es um Gute Ladegeräte und deren Funktionen – und – gerade für Ver­an­stal­tungs­tech­ni­ker besonders interessant: Welche Akkutypen haben sich für Funkstrecken bewährt? Wo ist Disziplin im Handling Pflicht? Welche Akkugeräte solltet ihr nicht sorglos unbeaufsichtigt lassen? Und wann ist eine Powerstation oft die bessere Lösung zu akkubetriebene Einzelkomponenten?

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Wer das Thema im Griff hat, ist im Vorteil

Bei sachgemäßer Verwendung, regelmäßiger Wartung und kontrollierter Übersichtlichkeit entstehen weniger Ausfälle. Die Akkus/Batterien halten in der Regel länger, auch wird weniger Falsches eingekauft und weniger Problemmüll produziert. Das bedeutet: Auf Dauer fallen oft auch spürbar geringere Kosten an – Kurz gesagt: Gute Energieversorgung spart Geld, erhöht die Zuverlässigkeit und schont Ressourcen.

Batterie oder Akku – der grundlegende Unterschied

Die Unterscheidung ist technisch simpel, in der Praxis aber entscheidend:

  1. Batterien sind Primärzellen : Sie liefern Energie einmal und werden danach entsorgt. Faustregel: Sie werden seltener genutzt, ihr Verbrauch ist daher auch geringer und sie müssen möglicherweise länger lagerbar sein.
  2. Akkus sind Sekundärzellen : Sie lassen sich wieder aufladen und viele Male verwenden. Faustregel: Sie werden häufiger genutzt, kommen regelmäßig zum Einsatz und besitzen in der Regel eine höhere Stromlast.

Eine Fernbedienung, die monatelang herumliegt, kommt oft mit einer guten Batterie bestens klar. Ein Brandmelder bekommt eine besonders ausdauernde Batterie. Viele Werkzeuge, ein Funkmikrofon, eine Taschenlampe im Dauereinsatz oder ein In-Ear-Empfänger fährt da mit Akkus in der Regel deutlich besser. In diesem Beitrag werde ich oft die gebräuchlichen Alltagsbezeichnungen verwenden. Beispielsweise die Starterbatterie beim Auto, obwohl es sich laut Definition um einen Akkumulator handelt.

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Die gängigen Bauformen: von AAA bis Powerstation

Viele denken beim Thema zuerst an die üblichen Rundformate AA und AAA. Das ist verständlich, aber nur ein Ausschnitt. In der Praxis gibt es deutlich mehr Formate.

  • Klassische Rundzellen und Blöcke AAA (Micro): Kleine Rundzelle für Fernbedienungen, kleine Leuchten, Sensoren, Messgeräte oder kompakte Sender.
  • AA (Mignon): Der Allrounder. Sehr häufig im Alltag und besonders wichtig in der Veranstaltungstechnik, etwa in Funkmikrofonen, Beltpacks, Intercom-Systemen, Recordern oder Zubehör.
  • 9V-Block: Noch immer relevant in Messgeräten, Pedalen, aktiven DI-Boxen, Rauchmeldern oder älteren Audiogeräten.

AA-, AAA-, 9V Block- Batterien/Akkus inkl. Taschensender © Engelmann Promotion

AA-, AAA-, 9V Block- Batterien/Akkus inkl. Taschensender © Engelmann Promotion
  • Lithium-Ionen-Akkumulator 18650: Einer der wichtigsten Li-Ion-Standards. Weit verbreitet in Akkupacks, Taschenlampen, Powerbanks, Werkzeugen oder Lautsprechern.
  • Lithium-Ionen Akku 21700: Größer als 18650, meist mit mehr Kapazität und oft höherer Belastbarkeit. Heute in Werkzeugen, Powerstations und E-Bike-nahen Anwendungen immer häufiger.
  • C und D: Größere Rundzellen mit mehr Reserve. Heute seltener, aber noch in älteren Leuchten, Spezialgeräten und Industrieanwendungen zu finden.
  • Knopfzellen: Zum Beispiel CR2032, CR2025 oder LR44. Typisch in Autoschlüsseln, Uhren, kleinen Sendern, Backup-Speichern und Sensorik.
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Andere Spezialgrößen

Je nach Hersteller kommen auch andere Formate vor. Gerade hier gilt: Nicht nur auf die Größe schauen, sondern immer das konkrete System prüfen. Komplette Akkupacks und Spezialakkus:

  • Werkzeugakkus, Kameraakkus und Spezialakkus: Fast immer Lithium-Packs mit integrierter Schutz- und Ladeelektronik.
  • Powerbanks: Kompakte Energiespeicher für Smartphones, Tablets und Kleingeräte.
  • Powerstations: Größere mobile Energiespeicher mit USB, 12 Volt und oft 230-Volt-Ausgängen.
  • E-Bike- und Scooter-Akkus: Mehrzellige Hochenergie-Packs mit klar definiertem Ladegerät und integriertem Management.

iION Akkupack aus einer Powerstation © Engelmann Promotion

LiION Akkupack aus einer Powerstation © Engelmann Promotion

AA und AAA sind nicht automatisch „normale“ 1,5-Volt-Zellen

Ein Punkt, der in der Praxis häufig übersehen wird: AA und AAA beschreiben zunächst nur die Bauform, nicht automatisch die elektrische Eigenschaft. Viele Geräte erwarten ganz bestimmte Spannungen und Spannungsverläufe. Deshalb sollte man vor dem Einsatz immer prüfen, was das jeweilige Gerät tatsächlich verträgt. Im Handel gibt es neben klassischen Alkaline-Batterien und NiMH-Akkus auch Spezialvarianten, zum Beispiel:

  • NiMH-Akkus: mit typischer Nennspannung von 1,2 V
  • Klassische Alkaline-Batterien: mit 1,5 V
  • Lithium-Primärzellen: im AA/AAA-Format mit anderem Spannungsverhalten
  • 1,5-V-Li-Ion-AA/AAA-Akkus: mit integrierter Elektronik
  • NiZn-Akkus: die teils bei rund 1,6 V liegen

Viele Geräte erwarten ganz bestimmte Spannungen und Spannungsverläufe:
Demnach immer prüfen, ob die Spannung vom Gerät vertragen wird

Das ist wichtig, weil Geräte sehr unterschiedlich reagieren. Manche laufen mit 1,2-Volt-NiMH völlig problemlos. Andere messen die Spannung relativ simpel und melden mit Akkus viel zu früh „Batterie leer“. Wieder andere sind auf klassische 1,5-Volt-Zellen oder auf ein ganz bestimmtes Spannungsfenster ausgelegt und mögen Spezialtypen mit integrierter Elektronik oder erhöhter Spannung nicht. Gerade bei Audio-, Mess- und Spezialgeräten gilt deshalb:

Nicht nur auf die Größe achten,
sondern immer auch auf Spannung, Chemie und Herstellerfreigabe

Zellchemien im Vergleich: Was heute wirklich relevant ist

Die Bauform ist nur die halbe Wahrheit. Wirklich entscheidend ist die Chemie. Sie bestimmt, wie sich eine Zelle unter Last verhält, wie schnell sie altert, wie sie geladen werden will und wie kritisch sie bei Fehlern werden kann.

1.) Bleiakku, AGM, Gel: Alte Technologie, aber immer noch in wichtigen Bereichen im Einsatz.

  • Stärken: günstig, hohe Ströme möglich, hohe Lebensdauer, wenig explosionsgefährdet, in robusten Anwendungen sehr bewährt
  • Schwächen: schwer, empfindlich gegen Tiefentladung, altern schnell im leeren Zustand, müssenoft nachgeladen werden, vertragen keine Tiefentladung (> 50 %)
  • Typische Einsätze: USV, Notlicht, Alarmtechnik, ältere mobile Systeme, KFZ

2.) Alkaline-Batterien: Der klassische Standard unter den Einwegbatterien.

  • Stärken: lange lagerfähig, günstig, überall erhältlich, für geringe Lasten gut geeignet.
  • Schwächen: unter höherer Last sinkt die nutzbare Leistung deutlich, ältere Zellen können auslaufen.
  • Typische Einsätze: Fernbedienungen, Wanduhren, selten genutzte Geräte, einfache Messgeräte

3.) Lithium-Primärzellen: Nicht wiederaufladbar, aber leistungsfähig und oft sehr lagerstabil.

  • Stärken: sehr lange Haltbarkeit, geringes Gewicht, gute Kältefestigkeit, stabiles Verhalten
  • Schwächen: teurer als Alkaline, Einwegprodukt
  • Typische Einsätze: kritische Reservegeräte, Sensorik, Outdoor, Langzeit-Backup
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4.) NiMH-Akkus: Bei AA und AAA seit Jahren ein bewährter Standard.

  • Stärken: robust, alltagstauglich, bezahlbar, relativ gutmütig, gute Stromabgabe
  • Schwächen: wärmeempfindlich, falsche Dauerladung schadet, Nennspannung meist nur 1,2 V
  • Typische Einsätze: Funktechnik, Leuchten, portable Elektronik, Spielzeug, Recorder, Zubehör

5.) LSD-NiMH: Das sind NiMH-Akkus mit geringer Selbstentladung. Für viele Anwendungen sind sie die praktischere Variante.

  • Stärken: deutlich bessere Lagerfähigkeit, zuverlässiger im produktionsnahen Einsatz, gut kalkulierbar
  • Schwächen: etwas teurer als einfache NiMH-Zellen
  • Typische Einsätze: Funkmikros, In-Ear, Intercom, Prepared-Kits, Eventtechnik allgemein
  • Gerade hier ist die gewünschte Praxiserfahrung wichtig: Der Verfasser hat laut Briefing mit AA-Eneloop-Akkus bei regelmäßigem Einsatz über mehr als zehn Jahre gearbeitet, ohne nennenswerten Kapazitätsverlust festzustellen; begleitet von regelmäßigen Kapazitätsmessungen. Das ist ein starkes Praxisargument für hochwertige LSD-NiMH-Zellen, auch wenn es natürlich keine Garantie für jede Charge und jedes Nutzungsprofil ist.

6.) Klassische Li-Ion-Systeme: Das ist die Gruppe, die heute in Smartphones, Notebooks, Werkzeugen, Lautsprechern, Akkulampen und vielen anderen mobilen Geräten steckt.

  • Stärken: hohe Energiedichte, geringes Gewicht, hohe Leistung, kompakte Bauformen
  • Schwächen: empfindlicher gegenüber Hitze, mechanischen Schäden und Fehlbehandlung; Alterung bei dauerhaft hoher Ladespannung
  • Typische Einsätze: Smartphones, Tablets, Notebooks, Powerbanks, Werkzeuge, Lautsprecher, Lichttechnik

7.) LiFePO4: Lithium-Eisenphosphat hat innerhalb der Lithium-Welt eine sehr interessante Sonderrolle.

  • Stärken: hohe Zyklenfestigkeit, thermisch meist stabiler, oft gutmütiger im Alltag, attraktiv für mobile Stromversorgung
  • Schwächen: geringere Energiedichte als manche klassische Li-Ion-Chemien, dadurch oft größer oder schwerer bei gleicher Energie
  • Typische Einsätze: Powerstations, Backup-Systeme, mobile Stromversorgung, USV-nahe Anwendungen, robuste Eventlösungen, Wohnmobile, Speicherlösungen für Inselanlagen. Besonders beliebt in Wohnmobiler und Wohenwagen als Aufbaubatterien, da sie nur 30% Gewicht der üblichen AGM- oder Bleibatterien haben.

Die Übersichtstabelle: Bauform, Chemie, Verhalten

Typ / Chemie
re­charge­able
Nenn­span­nung
Stär­ken
Schwä­chen
Ge­eig­nete Ein­sätze
Alkaline
Nein
1,5 V
güns­tig, lan­ge la­ger­fä­hig, über­all erhältlich
un­ter Last schwä­cher, kann aus­lau­fen
Fern­be­die­nung, Uhr, sel­ten ge­nutz­te Ge­räte
Lithium-Primär
Nein
1,5 oder 3 V
sehr lan­ge halt­bar, leicht, käl­te­fest
teu­er, Ein­weg
Re­ser­ve, Sen­sor­ik, Out­door
NiMH
Ja
1,2 V
ro­bust, so­lide Strom­ab­ga­be, güns­tig im Be­trieb
Wär­me und Über­la­dung scha­den
AA/AAA im All­tag, Au­dio, Leuch­ten
LSD-NiMH
Ja
1,2 V
ge­rin­ge Sel­bst­ent­la­dung, la­ger­fä­hig, sehr zu­ver­läs­sig
et­was teu­rer
Funk­mi­kros, IEM, In­ter­com, Not­fall­kits
Li-Ion
Ja
meist 3,6 – 3,7 V
ho­he Ener­gie­dich­te, viel Leis­tung, leicht
sen­si­bler bei Schä­den, Hit­ze und Fehl­be­hand­lung
Han­dy, No­te­book, Werk­zeu­ge, Laut­­sprech­er
LiFePO4
Ja
ca. 3,2 V
sehr zyk­len­fest, ther­misch sta­bi­ler, lang­le­big
meist grö­ßer oder schwe­rer
Po­wer­sta­tions, Back­up, mo­bile Strom­ver­sor­gung
Blei / AGM / Gel
Ja
2 V / Zelle, oft als 6/12 V System
güns­tig, ho­he Strö­me, be­währt
schwer, Tief­ent­la­dung kri­tisch
USV, Not­licht, Be­stands­an­la­gen

Laden, Entladen, Ladezyklen, Lagerung: Hier wird Lebensdauer gewonnen oder verschenkt

Viele Akkus sterben nicht an einem Herstellungsfehler oder durch Alterung, sondern an schlechter Behandlung. Genau hier entscheidet sich oft, ob ein Akku lange Freude macht oder früh abbaut.

Tiefentladung

Ein leerer Akku, der leer herumliegt, altert unnötig schnell:

  • NiMH verliert an Leistung und kann in Zellsätzen problematisch werden,
  • Li-Ion kann dauerhaft geschädigt werden, wenn die Spannung zu weit absinkt und
  • Bleiakkus sulfatisieren und nehmen das besonders übel.

Die Praxisregel ist simpel: Akkus nicht tiefentladen  oder tiefentladen liegen lassenliegen lassen.

Selbstentladung

Nicht jeder Akku hält seine Ladung gleich gut:

  • einfache NiMH verlieren relativ zügig Energie,
  • LSD-NiMH sind genau deshalb für die Praxis so beliebt, weil sie sich extrem wenig selbstentladen und auch mal ein Jahr ohne Nachladen aushalten.
  • Li-Ion hält sich meist besser, altert aber auch bei Nichtbenutzung und
  • Bleiakkus möchten gepflegt werden und nicht monatelang unberührt herumstehen.

Ladegeräte mit Refresh und Kapazitätstest © Engelmann Promotion

Ladegeräte mit Refresh und Kapazitätstest © Engelmann Promotion

Wie oft sollte man laden?

Nicht nur nach Nutzung, sondern auch generell zeitzyklisch, je nach Typ:

  • NiMH kann man bei Bedarf nachladen; vollständiges Leerfahren ist nicht nötig,
  • Li-Ion mag Teilzyklen meist lieber als ständiges Voll-Leer-Spiel und
  • Bleiakkus sollten möglichst nicht tief (< 50%) entladen werden und lieber rechtzeitig wieder an die passende Ladung. Jeder kennt die Anlasserprobleme beim Auto im Winter.

Für kritische Einsätze gilt: lieber rechtzeitig nachladen als knapp kalkulieren.

Dauerladen

Ständiges „einfach am Ladegerät lassen“ ist nicht automatisch eine gute Idee:

  • NiMH mag keine unnötige Dauerüberladung,
  • Li-Ion altert schneller, wenn es permanent voll und warm gehalten wird und
  • Bleiakkus können mit passender Erhaltungsladung gut leben, aber nur mit korrekter Kennlinie.

Die bessere Alternative ist fast immer ein intelligentes Ladegerät oder ein Gerätemodus, der sinnvoll lädt und danach in einen schonenden Zustand wechselt. Benutzt man die Akkus lange Zeit nicht, kann auch eine Timerschaltung mit passenden An/Aus Zyklen installiert werden.

Was passiert, wenn man nicht lädt?

  • NiMH entlädt sich mit der Zeit selbst,
  • Li-Ion kann bei langer Vernachlässigung unter die zulässige Mindestspannung rutschen und
  • Bleiakkus sulfatieren und zerstören somit die Batterie.

Geräte mit alten oder billigen Batterien können zusätzlich auslaufgefährdet sein.

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Lagerung

Ein paar einfache Regeln helfen enorm:

  • kühl, trocken, schattig lagern,
  • keine Lagerung im heißen Auto,
  • Li-Ion eher mit mittlerem Ladezustand lagern statt randvoll oder komplett leer,
  • NiMH alle paar Monate prüfen und
  • Bleiakkus geladen halten. Dafür gibt es Ladegeräte, die die Kapazität mit einer „Erhaltungsladung“ dauerhaft versorgen können.

Temperatur: der unterschätzte Akkukiller

Hitze ist für fast alle Akkus schlecht. Kälte reduziert meist eher vorübergehend die Leistung, Wärme verkürzt dauerhaft die Lebensdauer. Besonders kritisch sind:

  • Transporter im Hochsommer
  • schwarze Cases in direkter Sonne
  • Akkulautsprecher oder Lampen im warmen Truck
  • schlecht belüftete Ladeplätze
  • Dauerladung in warmen Umgebungen

Gerade bei Lithium-Systemen ist Wärme einer der Hauptgründe für vorzeitige Alterung. LiFePO4 ist hier oft etwas gutmütiger als klassische Li-Ion-Varianten, aber auch diese Chemie profitiert von kühler und sauberer Behandlung.

BMS: Was ein Battery Management System leistet – und was nicht

Sobald von größeren Lithium-Akkupacks die Rede ist, taucht fast immer der Begriff Battery Management System (BMS) auf. Das BMS überwacht und schützt einen Akkupack. Je nach Aufbau sollte es vor allem können:

  • Überladung verhindern
  • Tiefentladung verhindern
  • Überstrom erkennen
  • auf Kurzschluss reagieren
  • Temperaturen überwachen
  • Zellspannungen ausgleichen, also balancieren
  • Lade- und Entladevorgänge freigeben oder sperren
  • Fehler erkennen und melden

Thomann Widgets: BMS

Gerade bei Lithium-Packs ist das enorm wichtig, weil mehrere Zellen nie völlig identisch altern. Ohne Balancing driften die Zellen auseinander. Dann sinken Laufzeit, Leistung und Sicherheit. Wichtig ist aber auch: Ein BMS ersetzt keine gute Zellqualität und kein passendes Ladegerät. Es ist ein wichtiges Schutzsystem, aber kein Wundermittel. Schlechte Zellen bleiben schlechte Zellen, und billige Elektronik wird durch das Wort „BMS“ nicht automatisch vertrauenswürdig.

Arbeitsweise eines Batterie Management Systems © Engelmann Promotion

Arbeitsweise eines Batterie Management Systems © KI generiert- Engelmann Promotion

Warum das BMS in der Praxis so wichtig ist

Bei Powerstations, Lautsprechern, Akkulampen, Werkzeugakkus, E-Bike-Akkus und anderen Mehrzellen-Packs sollte man nach Möglichkeit nur komplette, sauber konstruierte Systeme nutzen. Das BMS ist dort kein Luxus, sondern ein zentraler Teil von Sicherheit, Laufzeit und Lebensdauer.

Sicherheit: Welche Akkutypen brauchen besonders viel Aufmerksamkeit?

Hier hilft eine nüchterne Einordnung. Relativ gutmütig kommt dieser daher: NiMH in AA und AAA gilt im Alltag und in vielen Profi-Anwendungen als angenehm robust. Natürlich sind auch hier Kurzschlüsse und schlechte Ladegeräte keine gute Idee, aber die Chemie ist im Vergleich zu hochenergetischen Lithium-Systemen deutlich weniger kritisch. Deutlich sensibler sind klassische Li-Ion-Systeme, vor allem hochenergetische Varianten in günstigen oder schlecht konstruierten Geräten, brauchen mehr Respekt. Das gilt besonders bei:

  • mechanischen Schäden
  • Billigprodukten ohne nachvollziehbare Qualität
  • gealterten Akkupacks
  • unpassenden Ladegeräten
  • Wärmestau
  • sichtbarer Auffälligkeit beim Laden oder Entladen

Eine vergleichsweise angenehme Lithium-Variante ist LiFePO4. Der Stoff ist innerhalb der Lithiumfamilie oft die gutmütigere und thermisch stabilere Lösung. Das macht diese Chemie für Powerstations, Backup-Systeme und manche mobile Anwendungen besonders attraktiv. Doch auch hier gilt:  geringeres Risiko heißt nicht gleich Nullrisiko.

Nicht zu unterschätzen sind Bleiakkus. Sie wirken oft harmloser, können aber enorme Kurzschlussströme liefern. Auch dort sind Funken, Hitze und Kabelschäden ein reales Thema. Zur elektrischen Sicherheit gehört eine Sicherung nahe am Akku und eine passende Kabeldimensionierung.

Eingebaute Akkus: praktisch, doch nicht wartungsfrei und nicht immer ideal

Viele Geräte haben heute fest eingebaute Akkus: Smartphones, Tablets, Notebooks, Lautsprecher, Akkuleuchten, Powerbanks, Powerstations, E-Bikes oder Scooter. Das ist bequem, macht den Zustand der Zellen aber unsichtbar. Worauf man hier achten sollte:

  • Geräte nicht dauerhaft heiß betreiben
  • nicht wochenlang leer herumliegen lassen
  • starke Erwärmung beim Laden ernst nehmen
  • aufgeblähte oder mechanisch beschädigte Geräte sofort außer Betrieb nehmen
  • nur passende Ladegeräte verwenden
  • Schonmodi nutzen, wenn das Gerät sie anbietet

Gerade bei Powerbanks und Powerstations sollte man nicht vergessen, dass es sich um ernsthafte Energiespeicher mit teilweise enormen Kapazitäten handelt.

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Smartphones, Tablets, Notebooks

Hier arbeiten fast immer Lithium-Systeme. Für lange Lebensdauer helfen vor allem zwei Dinge: wenig Hitze und keine unnötige Dauer-Volladung. Viele Geräte bieten inzwischen Schonmodi oder Ladelimits. Wenn vorhanden, lohnt sich das oft.

Powerbanks

Praktisch, aber oft ein Qualitätslotto. Gute Geräte haben ordentliche Zellen, saubere Schutzschaltungen und ehrliche Angaben zur Energie. Schlechte Geräte fallen durch schwache Laufzeit, frühe Alterung oder unzuverlässige Elektronik auf.

Powerstations

Sie werden in Alltag, Outdoor, Werkstatt und Veranstaltungstechnik immer interessanter. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf:

  • Akkutyp
  • BMS
  • Ausgangsleistung
  • thermisches Verhalten
  • Servicefähigkeit
  • Ladeverhalten
  • Geräuschentwicklung
  • sinnvolle Backup- oder USV-Funktionen

E-Bike- und Scooter-Akkus

Diese Systeme speichern viel Energie und sollten nicht improvisiert behandelt werden. Nur passende Ladegeräte verwenden, nach Stürzen oder harten Schlägen aufmerksam sein und beschädigte oder auffällige Packs nicht weiterbetreiben.

Wann fest eingebaute Akkus prinzipiell eine schlechte Lösung sind

Viele Kleinverbraucher wie Taschenlampen, Sender, Mikrofone u.v.m. verfügen über eingebaute Akkus, die allerdings fest eingebaut sind. Auf den ersten Blick superpraktisch: Ladegerät oder USB-Lader dran und alles ist easy. Ist der Akku defekt, überaltert oder einfach durch Nicht-Ladung hinüber, kann man das Gerät oft komplett wegwerfen. Bei einer 5€ Taschenlampe mag das verschmerzbar sein. Kostet ein Gerät aber 100 € oder mehr, sollte man überlegen, ob man nicht eine Alternative mit Wechselakkus wählt.

Soviel zu den verschiedenen Arten von Akkus, Batterien und deren sichere Handhabung im All­ge­mei­nen. In einigen Tagen beschäftigen wir uns mit den für die Veranstaltungstechnik spezifischen Aufgaben von Batterien und Akkus …


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Jörg Kirschhttp://www.kirsch-veranstaltungstechnik.de
Jörg Kirsch studierte ab 1981 Elektrotechnik in Kaiserslautern. An der Universität leitete er zwei Jahre lang das Kulturreferat und startete parallel dazu seine Firma für Veranstaltungstechnik mit eigener Ingenieur- und Entwicklungsabteilung. Auf sein Konto gehen weit mehr als 10.000 persönlich betreute Veranstaltungen, unter anderem die Realisation eines Bon-Jovi Konzertes zusammen mit Jet-West. Als gefragter Partner für Eventberatung ist er für mehrere Firmen tätig, u.a. als Bühnenmeister für das Kulturreferat Kaiserslautern. Mit seiner Firma betreut er mehrere Eventlocations, entwickelt spannende Veranstaltungsformate und bietet Ausbildungen im Veranstaltungsbereich. Persönlich liegt ihm der Support und die Entwicklung junger Künstler am Herzen. Mit Begeisterung engagiert er sich in mehreren Netzwerken, um auch hier die regionale Kulturszene zu fördern.
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