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Dienstag, Februar 17, 2026
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Abmahnwelle rund um Social-Media-Musik auch für kleine Creator – Sony/B1, hohe Forderungen, viel Angst. Und jetzt?

Unzählige Abmahnungen. Tausende Euro Forderungen und Existenzen, die auf dem Spiel stehen: In den letzten Monaten (und gerade wieder im Februar 2026) häufen sich Berichte über Abmahnschreiben wegen Musiknutzung in Reels/Shorts – im Umfeld von Sony Music und dem Label B1 Recordings.
Betroffen sind nicht nur „große“ Influencer, sondern auffällig oft die, die am wenigsten Puffer haben: kleine Creator, Cafés, Vereine, Veranstalter, ehrenamtliche Projekte – also genau die Leute, die Szene am Laufen halten.

Worum geht’s konkret?

  • Abgemahnt wird typischerweise die Nutzung bestimmter Songs/Audio-Spuren in Videos auf Instagram und TikTok – oft mit dem Vorwurf „öffentlich zugänglich gemacht“ ohne passende Lizenz, insbesondere bei gewerblicher bzw. „geschäftsähnlicher“ Nutzung.

  • Als Absender/Vertreter wird in vielen Fällen die Berliner Kanzlei IPPC LAW genannt (u. a. wird in Beiträgen auch RA Daniel Sebastian erwähnt).

  • Häufig genannte Titel in Berichten sind z. B. „Pedro“ und „Baiana“.

  • Ignorieren ist gefährlich: Es wird ausdrücklich beschrieben, dass nach Nichtreaktion einstweilige Verfügungen beantragt wurden (u. a. beim Landgericht Berlin II).

Warum hängt B1 Recordings immer wieder mit drin?

B1 Recordings wird auf der „About“-Seite von Sony Music Entertainment Germany als Joint Venture zwischen Columbia Records Germany und Wolfgang Boss beschrieben.
(Und genau deshalb landet das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung schnell bei „Sony“ – auch wenn Abmahnungen formal vom Rechteinhaber/Vertreter kommen.)


Bin ich betroffen? So findest du’s schnell raus

1) Der „Realitäts-Check“: Habe ich geschäftlich gepostet?

Du bist in der Risikozone, wenn eines davon zutrifft:

  • Business-/Creator-Account, Impressum im Profil, Shop/Link-in-Bio, Terminbuchung, Ticketlink

  • Video bewirbt: Event, Angebot, Öffnungszeiten, Location, Dienstleistung, Sponsoring

  • Kooperation/Markierung, Rabattcode, Affiliate, bezahlte Partnerschaft
    In vielen Texten wird genau diese Einordnung („gewerblich“) als Kernpunkt der Abmahnlogik beschrieben.

2) Content-Suche: Welche Reels/Clips haben diese Audios?

  • In deinem Account gezielt nach den betroffenen Reels suchen (Audio-Name/Track anklicken → deine Videos dazu ansehen).

  • Prüfe besonders Videos mit hoher Reichweite oder klarer Werbewirkung (Aftermovies, Gastro-Clips, Vereinsaufrufe, Veranstaltungsankündigungen).

3) Postfach-Check (ja, oldschool): Abmahnungen kommen meist schriftlich

Viele Betroffene berichten von klassischen Briefen mit Fristsetzung, Forderungen, Unterlassungserklärung etc.


Wenn das Schreiben da ist: Was du jetzt tun solltest (ohne Panik, aber schnell)

Wichtig: keine Rechtsberatung – aber das hier ist die robuste Praxis-Checkliste, die dir Fehler erspart.

Sofort (heute)

  1. Fristen notieren. Nicht „weglegen“. Weglegen wird teuer. (Gerichte/EV-Risiko bei Nichtreaktion wird explizit beschrieben.)

  2. Beweise sichern, bevor du irgendwas löschst:
    Screenshots/Screenrecord vom Reel, Audio-Seite, Caption, Profil (Business-Hinweise), Insights, Datum/Uhrzeit.

  3. Nichts unterschreiben, nichts vorschnell zahlen.
    Vorformulierte Unterlassungserklärungen können dich langfristig binden und im Fehlerfall Vertragsstrafen auslösen.

Danach (innerhalb von 24–72 Stunden)

  1. Juristisch prüfen lassen – ideal: Urheber-/Medienrecht.
    Lass klären: Anspruchsberechtigung, richtige Rechtekette, gewerblich ja/nein, Höhe der Forderung, passende Reaktion (ggf. modifizierte Unterlassung, Vergleich, Zurückweisung).

  2. Nicht allein antworten. Jede Formulierung kann dich festnageln (z. B. „Ich war’s“ / „war nur privat“ / „war ein Versehen“).

  3. Wenn du Inhalte offline nimmst: erst Beweise sichern, dann kontrolliert handeln (statt panisch alles zu löschen).


Anlaufstellen für Betroffene (seriös & praktisch)

Wenn du eine:n Anwält:in brauchst (und Betrüger vermeiden willst)

  • Über die Bundesrechtsanwaltskammer kannst du im amtlichen Anwaltsverzeichnis prüfen, ob eine Person wirklich als Anwalt/Anwältin zugelassen ist – und gezielt suchen.

  • Alternativ hilft die Suchmaschine der Deutscher Anwaltverein (Portal „Deutsche Anwaltauskunft“).

Wenn du Unternehmer:in / Verein / Solo-Selbständig bist

  • Viele Industrie- und Handelskammern erklären sehr klar, warum man Abmahnungen ernst nehmen, aber nicht blind unterschreiben soll – inklusive typischer Fallstricke in Unterlassungserklärungen.

  • Auch Handwerkskammern haben Merkblätter zum richtigen Vorgehen (kurz, handfest).


Prävention: So schützt du dich ab jetzt

  • Für Promo/Business-Content nur Musik nutzen, die wirklich für kommerzielle Nutzung freigegeben ist (Stichwort: kommerzielle Musikbibliotheken, lizenzierte Anbieter, eigene Musik, explizite Lizenzen).

  • Wenn du regelmäßig Clips für Venue, Club, Café, Agentur, Verein machst: Mini-Workflow einführen (Musikquelle dokumentieren, Lizenz/Quelle speichern, Templates ohne Risiko-Audio).

  • Wenn du unsicher bist, ob ein Reel „privat“ oder „geschäftlich“ ist: Behandle es wie Geschäft. Das ist die sichere Richtung.


Ein Satz, der hängen bleiben darf

Du bist nicht „kriminell“, weil du einen Trend-Sound genutzt hast. Aber du bist in einem System gelandet, in dem ein Reel plötzlich wie ein teurer Lizenzdeal behandelt wird. Handle jetzt sauber, hol dir Hilfe – und dann bring deine Energie wieder dahin zurück, wo sie hingehört: in gute Veranstaltungen, starke Projekte und echte Szene.

Dieser Beitrag wurde zu 90% KI generiert

Jörg Kirschhttp://www.kirsch-veranstaltungstechnik.de
Jörg Kirsch studierte ab 1981 Elektrotechnik in Kaiserslautern. An der Universität leitete er zwei Jahre lang das Kulturreferat und startete parallel dazu seine Firma für Veranstaltungstechnik mit eigener Ingenieur- und Entwicklungsabteilung. Auf sein Konto gehen weit mehr als 10.000 persönlich betreute Veranstaltungen, unter anderem die Realisation eines Bon-Jovi Konzertes zusammen mit Jet-West. Als gefragter Partner für Eventberatung ist er für mehrere Firmen tätig, u.a. als Bühnenmeister für das Kulturreferat Kaiserslautern. Mit seiner Firma betreut er mehrere Eventlocations, entwickelt spannende Veranstaltungsformate und bietet Ausbildungen im Veranstaltungsbereich. Persönlich liegt ihm der Support und die Entwicklung junger Künstler am Herzen. Mit Begeisterung engagiert er sich in mehreren Netzwerken, um auch hier die regionale Kulturszene zu fördern.
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