Unzählige Abmahnungen. Tausende Euro Forderungen und Existenzen, die auf dem Spiel stehen: In den letzten Monaten (und gerade wieder im Februar 2026) häufen sich Berichte über Abmahnschreiben wegen Musiknutzung in Reels/Shorts – im Umfeld von Sony Music und dem Label B1 Recordings.
Betroffen sind nicht nur „große“ Influencer, sondern auffällig oft die, die am wenigsten Puffer haben: kleine Creator, Cafés, Vereine, Veranstalter, ehrenamtliche Projekte – also genau die Leute, die Szene am Laufen halten.
Worum geht’s konkret?
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Abgemahnt wird typischerweise die Nutzung bestimmter Songs/Audio-Spuren in Videos auf Instagram und TikTok – oft mit dem Vorwurf „öffentlich zugänglich gemacht“ ohne passende Lizenz, insbesondere bei gewerblicher bzw. „geschäftsähnlicher“ Nutzung.
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Als Absender/Vertreter wird in vielen Fällen die Berliner Kanzlei IPPC LAW genannt (u. a. wird in Beiträgen auch RA Daniel Sebastian erwähnt).
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Häufig genannte Titel in Berichten sind z. B. „Pedro“ und „Baiana“.
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Ignorieren ist gefährlich: Es wird ausdrücklich beschrieben, dass nach Nichtreaktion einstweilige Verfügungen beantragt wurden (u. a. beim Landgericht Berlin II).
Warum hängt B1 Recordings immer wieder mit drin?
B1 Recordings wird auf der „About“-Seite von Sony Music Entertainment Germany als Joint Venture zwischen Columbia Records Germany und Wolfgang Boss beschrieben.
(Und genau deshalb landet das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung schnell bei „Sony“ – auch wenn Abmahnungen formal vom Rechteinhaber/Vertreter kommen.)
Bin ich betroffen? So findest du’s schnell raus
1) Der „Realitäts-Check“: Habe ich geschäftlich gepostet?
Du bist in der Risikozone, wenn eines davon zutrifft:
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Business-/Creator-Account, Impressum im Profil, Shop/Link-in-Bio, Terminbuchung, Ticketlink
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Video bewirbt: Event, Angebot, Öffnungszeiten, Location, Dienstleistung, Sponsoring
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Kooperation/Markierung, Rabattcode, Affiliate, bezahlte Partnerschaft
In vielen Texten wird genau diese Einordnung („gewerblich“) als Kernpunkt der Abmahnlogik beschrieben.
2) Content-Suche: Welche Reels/Clips haben diese Audios?
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In deinem Account gezielt nach den betroffenen Reels suchen (Audio-Name/Track anklicken → deine Videos dazu ansehen).
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Prüfe besonders Videos mit hoher Reichweite oder klarer Werbewirkung (Aftermovies, Gastro-Clips, Vereinsaufrufe, Veranstaltungsankündigungen).
3) Postfach-Check (ja, oldschool): Abmahnungen kommen meist schriftlich
Viele Betroffene berichten von klassischen Briefen mit Fristsetzung, Forderungen, Unterlassungserklärung etc.
Wenn das Schreiben da ist: Was du jetzt tun solltest (ohne Panik, aber schnell)
Wichtig: keine Rechtsberatung – aber das hier ist die robuste Praxis-Checkliste, die dir Fehler erspart.
Sofort (heute)
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Fristen notieren. Nicht „weglegen“. Weglegen wird teuer. (Gerichte/EV-Risiko bei Nichtreaktion wird explizit beschrieben.)
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Beweise sichern, bevor du irgendwas löschst:
Screenshots/Screenrecord vom Reel, Audio-Seite, Caption, Profil (Business-Hinweise), Insights, Datum/Uhrzeit. -
Nichts unterschreiben, nichts vorschnell zahlen.
Vorformulierte Unterlassungserklärungen können dich langfristig binden und im Fehlerfall Vertragsstrafen auslösen.
Danach (innerhalb von 24–72 Stunden)
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Juristisch prüfen lassen – ideal: Urheber-/Medienrecht.
Lass klären: Anspruchsberechtigung, richtige Rechtekette, gewerblich ja/nein, Höhe der Forderung, passende Reaktion (ggf. modifizierte Unterlassung, Vergleich, Zurückweisung). -
Nicht allein antworten. Jede Formulierung kann dich festnageln (z. B. „Ich war’s“ / „war nur privat“ / „war ein Versehen“).
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Wenn du Inhalte offline nimmst: erst Beweise sichern, dann kontrolliert handeln (statt panisch alles zu löschen).
Anlaufstellen für Betroffene (seriös & praktisch)
Wenn du eine:n Anwält:in brauchst (und Betrüger vermeiden willst)
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Über die Bundesrechtsanwaltskammer kannst du im amtlichen Anwaltsverzeichnis prüfen, ob eine Person wirklich als Anwalt/Anwältin zugelassen ist – und gezielt suchen.
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Alternativ hilft die Suchmaschine der Deutscher Anwaltverein (Portal „Deutsche Anwaltauskunft“).
Wenn du Unternehmer:in / Verein / Solo-Selbständig bist
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Viele Industrie- und Handelskammern erklären sehr klar, warum man Abmahnungen ernst nehmen, aber nicht blind unterschreiben soll – inklusive typischer Fallstricke in Unterlassungserklärungen.
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Auch Handwerkskammern haben Merkblätter zum richtigen Vorgehen (kurz, handfest).
Prävention: So schützt du dich ab jetzt
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Für Promo/Business-Content nur Musik nutzen, die wirklich für kommerzielle Nutzung freigegeben ist (Stichwort: kommerzielle Musikbibliotheken, lizenzierte Anbieter, eigene Musik, explizite Lizenzen).
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Wenn du regelmäßig Clips für Venue, Club, Café, Agentur, Verein machst: Mini-Workflow einführen (Musikquelle dokumentieren, Lizenz/Quelle speichern, Templates ohne Risiko-Audio).
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Wenn du unsicher bist, ob ein Reel „privat“ oder „geschäftlich“ ist: Behandle es wie Geschäft. Das ist die sichere Richtung.
Ein Satz, der hängen bleiben darf
Du bist nicht „kriminell“, weil du einen Trend-Sound genutzt hast. Aber du bist in einem System gelandet, in dem ein Reel plötzlich wie ein teurer Lizenzdeal behandelt wird. Handle jetzt sauber, hol dir Hilfe – und dann bring deine Energie wieder dahin zurück, wo sie hingehört: in gute Veranstaltungen, starke Projekte und echte Szene.
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